Durch die Gräberreihen schnurrt nun das Friedhofstaxi - mit einer Maximalgeschwindigkeit von 15 Stundenkilometern. «Es soll hier keine Golf-Caddy-Autobahn werden», betonte Ihlefeldt. Trifft der kostenlose Service auf rege Resonanz, sollen ein bis zwei weitere Mobile angeschafft werden. Die 7000 Euro für das erste Taxi zahlte laut Ihlefeldt die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz als Eigentümerin des Friedhofs. «Für uns ist das ein Modellprojekt», sagte ein Sprecher. In Kürze solle aber auch auf dem Ostkirchhof in Ahrensfelde bei Berlin ein solches Taxi rollen. Nach Auskunft Ihlefeldts gab es auf anderen Friedhöfen in Deutschland bereits ähnliche Versuche, die aber abgebrochen wurden. «Mir ist kein Friedhof bekannt, auf dem so ein Elektromobil für Besucher jetzt unterwegs ist.» Gesteuert wird das nahezu lautlose Fahrzeug auf dem Südwestkirchhof zunächst von Friedhofsmitarbeitern. Wer sich zu einem Grab oder zur 600 Meter vom Haupteingang entfernten Kapelle kutschieren lässt, kann dort mit dem Fahrer eine Zeit für die Rückfahrt verabreden.
Aus Sicht von Premieren-Passagierin Enke hat das Taxi auch noch einen weiteren Vorteil: «Der Chauffeur kann während der Fahrt so einiges über den Friedhof und die Gräber erzählen.» (Imke Hendrich, dpa)