27.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Schlug ihre Angestellten mit Peitsche: Varsha Sabhnani
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Sie schlug ihre Hausangestellten mit Besen und Schirmen, zwang sie eiskalt zu duschen oder Chili-Schoten und Erbrochenes zu essen. Dann konnte eine der gequälten Frauen aus der Hand der Millionärin fliehen.
Das Idyll der New Yorker Vorstadt Garden City war die Hölle für zwei Hausangestellte: Ein Gericht im US-Staat New York hat eine Millionärin zu elf Jahren Haft verurteilt, weil sie ihre beiden indonesischen Haushaltshilfen praktisch wie Sklaven behandelt hat. Die 46-Jährige Varsha Sabhnani hatte die Hausangestellten nach Überzeugung des Gerichts jahrelang mit brutalen Mitteln zur Arbeit gezwungen.
Die beiden sagten aus, dass sie mit Besen und Schirmen geschlagen und mit Messern verletzt wurden. Als Strafe hätten sie auch häufig eiskalt duschen müssen. Eine der Frauen wurde gezwungen, 25 Chili-Schoten zu essen und musste anschließend ihr Erbrochenes essen.
Angestellte floh in UnterhoseDas Gericht befand die ebenfalls aus Indonesien stammende Sabhnani in mehreren Anklagepunkten schuldig, darunter Zwangsarbeit, Verschwörung und das Beherbergen von Ausländern ohne gültige Papiere. Zusätzlich zur Haftstrafe bekam die 46-Jährige drei Jahre Bewährung auferlegt und muss 25.000 Dollar zahlen.
Darüber hinaus wird das Gericht die Summe für die entgangenen Arbeitslöhne festlegen. Die Staatsanwaltschaft forderte 1,1 Millionen Dollar. Maximal drohten der Millionärin 12 bis 15 Jahre im Gefängnis.
Ihrem Mann, der 51-jährige Parfümproduzent Mahender Sabhnani, wird zur Last gelegt, die sklavenähnliche Behandlung der Frauen ermöglicht zu haben. Das Urteil gegen ihn wird am Freitag verkündet. Beide wollen voraussichtlich Berufung einlegen.
Der Fall kam ans Licht, als eine der Hausangestellten nur mit einer Unterhose und einem Handtuch bekleidet die Flucht ergriffen hatte. Die nur mit den Vornamen Samirah und Nona identifizierten Frauen trafen 2002 und 2005 in den USA ein. Das Millionärsehepaar konfiszierte ihre Pässe und sperrten sie in dem Haus in der New Yorker Vorstadt Garden City ein. (AP)