23.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Es blitzte und donnerte
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Taubengroße Hagelkörner und Blitzeinschläge: In manchen Teilen Deutschlands hat es vergangene Nacht bedrohlich gestürmt. S-Bahnfahrgäste saßen fest, weil Oberleitungen beschädigt wurden. Mancherorts kam es zu Überflutungen.
Schwere Unwetter haben am Sonntag in der Nordhälfte Deutschlands zahlreiche Brände und Überschwemmungen verursacht. In Hamburg wurden zwei Hafenarbeiter vom Blitz getroffen und erlitten heftige Verbrennungen an Armen und Händen, wie die Rettungskräfte mitteilten.
Im Kreis Soest in Nordrhein-Westfalen zerstörten taubeneiergroße Hagelkörner Fensterscheiben, beschädigten Autos und durchlöcherten Dächer sowie Jalousien. Im niedersächsischen Billerbeck und Haieshausen fiel nach Blitzeinschlägen vorübergehend der Strom aus. «So einen Hagelsturm erlebt man wirklich nicht alle Tage», sagte der Soester Kreisbrandmeister Günter Kock.
Auch in Osnabrück beschädigten Eiskörner mit der Größe von Tischtennisbällen Autos und Dächer. In einer Grundschule der Stadt fiel am Montag der Unterricht aus, weil Bäume auf dem Gelände umzustürzen drohten. In vielen Städten wurden Keller und Straßen von den Wassermassen überflutet.
Heftige Regenfälle«Das war schon ganz schön heftig», bestätigte die Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst. In Nordrhein-Westfalen fielen innerhalb einer Stunde bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter. In Goldberg in Mecklenburg-Vorpommern waren es 28 Liter, im schleswig-holsteinischen Erfde rund 23 Liter pro Quadratmeter. Auf der A1 zwischen Bremen und Hamburg stand das Wasser auf der Fahrbahn teils mehrere Zentimeter hoch. Die Stürme erreichten Windgeschwindigkeiten von etwa 100 Stundenkilometern.
In nordrhein-westfälischen Schwelm setzte ein Blitz den Dachstuhl eines Wohnhauses in Brand. In Scharmede bei Paderborn konnte die Feuerwehr nach einem Blitzeinschlag in ein Wohnhaus nur knapp einen Brand verhindern. In Ratingen bei Düsseldorf legte ein umgestürzter Baum den S-Bahn-Verkehr mehrere Stunden lahm.
Rund 60 Fahrgäste saßen auf offener Strecke fest, weil die Oberleitungen beschädigt worden waren.
In Hattingen warf der Sturm eine umstürzende Ampel in die Oberleitung der Straßenbahn. Auch in Rheinland-Pfalz setzte nach Zeugenaussagen vermutlich ein Blitzeinschlag eine Fabrik in Brand. In dem Unternehmen in Kaiserslautern entstand Sachschaden von mehreren Hunderttausend Euro. In Mecklenburg-Vorpommern schlugen in den Landkreisen Mecklenburg-Streglitz und Ludwigslust zwei Blitze in Wohngebäude ein. Im niedersächsischen Parsau brannte eine Fischerhütte offenbar nach einem Blitzeinschlag völlig aus. (AP)