Verhaftung in Japan: 

netzeitung.deGreenpeace-Mitglieder auf Walfleisch-Diebestour

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Japanische Walfänger sind trotz Verbots immer noch aktiv (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Japanische Walfänger sind trotz Verbots immer noch aktiv
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Vorwurf klingt skurril: Aktivisten von Greenpeace sollen bei einer Transportfirma Walfleisch gestohlen haben. Die Umweltschützer aber haben eine passende Erklärung dafür.

Die japanische Polizei hat zwei Mitglieder von Greenpeace festgenommen, weil sie einen Karton mit Walfleisch gestohlen haben sollen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Freitag berichtete, wird den beiden Japanern vorgeworfen, am 16. April im nördlichen Aomori in das Büro einer Transportfirma eingedrungen zu sein und den Karton entwendet zu haben. Die Umweltschutzorganisation beschuldigt Besatzungsmitglieder der japanischen Walfangflotte, das wertvolle Walfleisch zuvor selbst im großen Stil gestohlen zu haben, um es auf eigene Rechnung zu verkaufen.

Die Polizei durchsuchte unterdessen die Büroräume von Greenpeace in Tokio. Die Umweltschutzorganisation räumte demnach zwar ein, den Karton genommen zu haben. Dies sei jedoch laut Greenpeace nicht illegal gewesen, da es sich um Beweismaterial für den gegen die Besatzung erhobenen Schmuggelvorwurf handele.
Greenpeace-Anzeige gegen Walfangschiff
Greenpeace hatte im Mai Strafanzeige gegen zwölf Mitglieder des Walfangschiffes «Nisshin Maru» gestellt. Greenpeace-Aktivisten hatten im April beobachtet, wie zahlreiche als persönliches Gepäck der Besatzung deklarierte Kartons unter den Augen von Mitarbeitern der verantwortlichen Firma «Kyodo Sempaku» aus dem Schiff «Nisshin Maru» ausgeladen worden waren.

Sie stellten einen der Kartons mit mehr als 23 Kilogramm gesalzenem Walfleisch mit einem Marktwert von etwa 3000 Dollar (1941 Euro) sicher. Das Fleisch wurde der Staatsanwaltschaft überreicht. Mitglieder der Walfangflotte hätten die an Land geschmuggelten Kartons auf eigene Rechnung verkauft, hieß es.

Laut Medien dürfte die Staatsanwaltschaft jedoch die Vorwürfe gegen die Besatzung fallen lassen. Die Jagd im anerkannten Walschutzgebiet der Antarktis gilt nach Angaben von Greenpeace seit langem als kommerziell und habe die Glaubwürdigkeit Japans international in die Kritik gebracht. Japan beruft sich dagegen auf den Fang zu «wissenschaftlichen Zwecken». (dpa)