Überschwemmungen in den USA: 

netzeitung.deMississippi – Fluss ohne Ufer

 Herausgeber: netzeitung.de

Millionen von Sandsäcken wurden am Rand des Flusses gestapelt - doch in Illinois hielt der Deich nicht stand. In Iowa ging das Wasser etwas zurück, aber Meteorologen rechnen mit neuen Regenfällen. In den Hochwassergebieten im Mittleren Westen der USA arbeiten die Bewohner am Lauf des Mississippi fieberhaft daran, gefährdete Dämme zu verstärken. In den Staaten Illinois, Missouri und Iowa schichteten sie Millionen von Sandsäcken auf. Meteorologen warnten vor neuen Regenfällen in Iowa. Auch in den Bundesstaaten Missouri und Illinois werden weitere Unwetter erwartet.

In den Hochwassergebieten im Mittleren Westen der USA arbeiten die Bewohner am Lauf des Mississippi fieberhaft daran, gefährdete Dämme zu verstärken. In den Staaten Illinois, Missouri und Iowa schichteten sie Millionen von Sandsäcken auf. Meteorologen warnten vor neuen Regenfällen in Iowa. Auch in den Bundesstaaten Missouri und Illinois werden weitere Unwetter erwartet.

Nach Schätzung der Behörden könnten 27 Deiche entlang des Flusses überspült werden, wenn die Wettervorhersage eintrifft und die Bemühungen zur Erhöhung der Deiche scheitern sollten. In der Nähe der Ortschaft Gulfport in Illinois hielt ein Damm dem Druck des Mississippi nicht mehr Stand. Der Fluss riss am Dienstag ein riesiges Loch in den Deich, mindestens 2.000 Hektar Ackerfläche versanken unter den Fluten. Donald Seitz von der Bezirksregierung äußerte die Befürchtung, dass «der gesamte Ort unter Wasser sein wird».

Am Dienstag sind die Überschwemmungen im US-Bundesstaat Iowa etwas zurückgegangen. Vielerorts blieben Fernsehberichten zufolge verwüstete und verschlammte Häuser und Straßen zurück. Die Polizei erlaubte vielen Familien aber noch nicht, in die Häuser zurückzukehren, weil ihre Sicherheit gefährdet bleibe. Insgesamt waren in Iowa 36 000 Menschen von den Fluten vertrieben worden. Unterdessen wird in den USA mit steigenden Lebensmittelpreisen aufgrund von Ernteausfällen gerechnet.

Präsident Bush verspricht schnelle Hilfe
In der Stadt Cedar Rapids wurde vor gefährlichen Chemikalien im Schlamm gewarnt. Während Sicherheitskräfte in der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates die verlassenen Häuser kontrollierten, gab es heftige Proteste von Bürgern gegen das Verbot, nach Hause zurückzukehren. «Hier warten zahlreiche Menschen darauf, mit anpacken zu können, aber die Regierung lässt uns nicht», schimpfte der Immobilienmakler Larry van Deussen im Nachrichtensender CNN. Das sei «ein Skandal». Das Hochwasser «ist schon schlimm genug, aber die Behörden machen alles nur noch viel schlimmer».
US-Präsident George W. Bush versprach den Betroffenen rasche Hilfe, vor allem bei den drängendsten Problemen wie der Trinkwasserversorgung und der Unterbringung von Menschen, die ihr Haus in den Fluten verloren. «Wir werden mit den lokalen Behörden zusammen an einer klaren Strategie arbeiten, damit die Menschen wieder ein Dach über dem Kopf bekommen.» Auch Landwirte und Viehzüchter könnten mit Hilfen aus Washington rechen. US-Präsident George W. Bush will sich am Donnerstag bei einem Besuch in der Region persönlich ein Bild von der Situation verschaffen.

Eine Folge der Unwetter in den USA werden einem CNN-Bericht zufolge steigende Lebensmittelpreise sein. Insbesondere die Vernichtung der Maisernte im Wert von mindestens einer Milliarde Dollar (rund 0,65 Milliarden Euro) werde die Preise weiter antreiben. Bis zu 21 Prozent der Maisernte in Iowa könnten nach Ansicht von Experten vernichtet worden sein, berichtete der Sender. Iowa zählt zu den wichtigsten Agrarstaaten in den USA. Da Mais wichtig für die Fütterung des Viehs ist, drohen auch Fleisch- und Milchprodukte deutlich teurer zu werden. (AP/dpa)