Lasagne für alle: 

netzeitung.deHappy Birthday, Garfield!

 Herausgeber: netzeitung.de

Von einer Nebenrolle zum Superstar: Zunächst durfte Garfield nur als Randfigur auftreten. Aber mit dem Erfolg kamen bei dem leicht übergewichtigen Kater auch die Starallüren. Der faulste Kater der Welt hasst es, auf sein Alter angesprochen zu werden. «Die besten Dinge im Leben sind ..... essbar!» oder «Rettet die Flüsse, die Regenwälder und die Ravioli!» Zwei Sprüche von Garfield, dem wohl berühmtesten Kater aus der Comic-Welt, die ein bezeichnendes Bild auf das orangefarbene Katzentier aus der Feder des US-amerikanischen Zeichners Jim Davis werfen. Am Donnerstag feiert Garfield seinen 30. Geburtstag. Vermutlich wird er von seinem unbeholfen-trotteligen Herrchen Jon Arbuckle eine Riesentorte bekommen, die er sich - verfressen wie er ist - möglicherweise samt Kerzen in Windeseile einverleibt.

«Die besten Dinge im Leben sind ..... essbar!» oder «Rettet die Flüsse, die Regenwälder und die Ravioli!» Zwei Sprüche von Garfield, dem wohl berühmtesten Kater aus der Comic-Welt, die ein bezeichnendes Bild auf das orangefarbene Katzentier aus der Feder des US-amerikanischen Zeichners Jim Davis werfen. Am Donnerstag feiert Garfield seinen 30. Geburtstag. Vermutlich wird er von seinem unbeholfen-trotteligen Herrchen Jon Arbuckle eine Riesentorte bekommen, die er sich - verfressen wie er ist - möglicherweise samt Kerzen in Windeseile einverleibt.

Im Anschluss an die Geburtstagsfeier nach dem Motto «Happy Birthday to me» wird es sich der egozentrische und faule Garfield sicherlich auf seiner Matratze oder im Sessel von Jon gemütlich machen, um seiner zweitliebsten Beschäftigung, dem Schlafen nachzugehen. «Garfield ist ein Mensch im Katzenfell», erklärt sein Schöpfer die seit drei Jahrzehnten andauernde Popularität des Katers, der seinen Namen dem streitsüchtigen Großvater des Zeichners, James Garfield Davis, zu verdanken hat.

Der ewig hungrige und müde Garfield liebt Fernsehen und die Fernbedienung, Lasagne, Mittagsschlaf, Kaffeepausen und ein frühes Zubett-Gehen. Was er dagegen gar nicht mag, sind Diäten oder gar Sport. Er könnte «den Morgen besser leiden, wenn der später anfangen würde», ist ein typischer philosophischer Gedanke von ihm.

Von der Nebenfigur zum Star
Garfields Dasein scheint hauptsächlich den Zweck zu verfolgen, seinem Versorger Jon und seinem Opfer-Hund Odie auf den Nerven herumzutrampeln. Zuerst war Garfield nur die Nebenfigur für den Cartoonisten Jonathan «Jon» Arbuckle, doch er mauserte sich schnell zum Star des Cartoons. Wenn Jon im Beisein des Katers über dessen Rasse spricht, nennt er ihn eine «rot-getigerte, exotische Kurzhaarkatze». Falls Garfield es nicht hört, nennt er ihn auch schon mal einen «orangefarbenen Speckkloß mit Streifen». Garfield ist ein durch und durch unpolitischer Kater, vielleicht erklärt das seinen irrsinnigen Erfolg bei über 263 Millionen Lesern von weltweit etwa 2600 Zeitungen, die seine Erlebnisse abdrucken.

Sein Erfinder und Zeichner Jim Davis wollte absolut nicht, dass Garfield jemals Stellung zu aktuellen sozialen oder politischen Themen bezieht, um nicht zu polarisieren. Garfield sollte stattdessen «ein internationaler Charakter» sein und bleiben und Reime, Wortspiele oder Umgangssprachen vermeiden, «damit er überall verstanden» wird, so Davis.

Der fette Kater schätzt es im übrigen nicht besonders, auf sein Alter angesprochen zu werden - auch dies eine zutiefst menschliche Angewohnheit. Schon gar nicht mag er das an seinem Geburtstag. Geschenke dagegen liebt der Kult-Kater wahnsinnig. Völlig egal, aus welchem Anlass Jon ihm etwas mitbringt, Garfield gerät meist völlig aus dem Häuschen.

Garfield liebt nichts so wie sich selbst
Nicht nur als Comic hat Garfield seit vielen Jahren Erfolg. Weltweit gibt es zudem unzählige Merchandising-Produkte mit dem schnoddrigen Kater, die seinem Erfinder Geld einbringen. Vor allem in und auf diversen Kalendern trieb und treibt Garfield es mit flotten Sprüchen. Zudem gibt es Gag-Bücher, Sticker, Badetücher, Geschenkpapier oder Tapeten, Notiz- und Collegeblöcke. Darauf sitzt der Kater etwa mit halb geschlossenen Augen und vor einem leeren Blatt unter seiner Gedankenblase mit den Worten: «Wer nix lernt, kann auch nix vergessen.»

In den Titelkästen seiner Garfield-Sonntag-Strips experimentierte Davis auch mit Filmparodien. Dort tauchte Garfield etwa als «Bill» Shakespeare Hamlet auf und spricht den unvergesslichen Satz: «Essen oder nicht essen, das ist nicht die Frage. Klar ist es edler im Gemüt, den Teller rasch zu räumen für den Nachschlag.» In «Der Glöckner von Notre Dame» muss sich der dicke Kater von der schönen Esmeralda mit den Worten «Nie wieder Partnervermittlung per Computer» seine Hässlichkeit vorwerfen lassen.

Bei allem Sarkasmus und vermeintlicher Boshaftigkeit hat Garfield doch ein gutes Herz. Er liebt seinen Teddybären Pooky, und in seinem tiefsten Innern liebt er sicherlich auch sein Herrchen Jon und den Hund Odie, mit dessen hechelnder Zunge er so manchen Schabernack treibt. Doch bei aller möglichen Liebe für die beiden Comic-Kumpel steht fest, Garfield liebt sie natürlich nie und nimmer so sehr wie sich selbst. (Andreas Rehnolt, epd)