Streit um Eisbär Knut: 

netzeitung.de«Die bekommen von uns ein paar Pinguine»

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Muss Knut aus Bärlin nach Neumünster umziehen? (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Muss Knut aus Bärlin nach Neumünster umziehen?
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Der Zoo Neumünster wird den Eisbären Knut vor Gericht bringen. Beziehungsweise die Gewinne, die der Berliner Zoo mit dem Rummel um Knut gemacht hat. Neumünster will seinen Anteil haben, sonst droht die Umsiedelung.

Der «Fall Knut» kommt vor Gericht. Der Tierpark Neumünster will den Streit mit dem Zoo Berlin um Anteile aus den Millionengewinnen rund um den Berliner Eisbären durch einen Richter klären lassen. Das sagte Tierpark-Leiter Peter Drüwa am Dienstag in neumünster. Zuvor hatte Berlins Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz am selben Tag in der Hauptversammlung der Zoo-Aktionäre in Berlin eine finanzielle Beteiligung von Neumünster strikt verweigert. Die Debatte um Knut stellte sogar die seit Monaten andauernden Vorwürfe gegen Blaszkiewitz (54) wegen angeblicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in den Schatten.

Einen Bilanzgewinn von 6,8 Millionen Euro hatte der beispiellose Ansturm von fast 3,2 Millionen Knut-Fans dem Zoo Berlin im Vorjahr auf die Konten gespült. Nun zeigte sich Blaszkiewitz nur zur Preisgabe von «ein paar Pinguinen» bereit: «Die in Neumünster wollten Geld von uns, aber der Vertrag zwischen den Zoos gibt das nicht her. Die bekommen ein paar Pinguine, und dann ist die Sache in Ordnung.» Neumünster erhebt aber auf der Grundlage eines Vertrages Ansprüche auf Anteile an den Knut-Gewinnen, weil Knut-Vater Lars aus dem Tierpark Neumünster in die Hauptstadt ausgeliehen wurde.
Dauer-Asyl in Berlin
Vor dem mit etwa 500 der knapp 4000 Zoo-Aktionäre besetzten Plenum war Knut das Hauptthema. «Was wird aus unserem Liebling?», fragten die Initiatoren einer Unterschriftenaktion, die für Knut als «Dauer-Berliner» schon fast 10.000 Solidaritätserklärungen beisammen hätten. Blaszkiewitz schwenkte in dieser Frage praktisch zugunsten von Knut um. Vom Vertreter des Zoo-Fördervereins Jürgen Brückner musste er sich Minuten zuvor noch kritisch vorhalten lassen, er sei «in hohem Maß nicht interessiert gewesen am Knut-Rummel». Doch zur Erleichterung des Beifall spendenden Publikums sagte Blaszkiewitz, wenn es nach ihm ginge, könne Knut «noch sehr lange in Berlin bleiben»

Im Grunde wartet der Zoo Berlin jetzt ab, wie in Neumünster entschieden wird. Blaszkiewitz bestätigte: «Knut gehört dem Tierpark Neumünster.» Der dortige Zoo-Chef Drüwa zeigt in diesem Punkt anders als beim Streit ums Geld Verhandlungsbereitschaft. «Es geht um das Tier, das ist das Entscheidende. Wir reißen ihn doch nicht so einfach von dort weg, wo er sich wohlfühlt. Wir warten, bis er endgültig abgenabelt ist. Wenn Berlin ihn dann behalten will, reden wir darüber», kündigte Drüwa an. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich ab, dass Knut in diesem Jahr erst einmal in Berlin bleiben wird.

Dörflein ist wieder an Bord
Im Umfeld von Knut war in den Wandelgängen und auf den Treppen des Friedrichstadtpalastes noch eine andere wichtige Personalie zu vernehmen. Die Zoo-Leitung ließ verlauten, dass an einigen in Internet-Foren kursierenden Gerüchten nichts dran sei, wonach Knuts Ziehvater Thomas Dörflein nicht mehr im Dienst oder sogar entlassen worden sei. Dörflein, der Knut über Monate hinweg in Handaufzucht das Leben gerettet hatte, sei krank gewesen und gehe jetzt wieder seinen Pflichten nach. (Hans-Rüdiger Bein, dpa)