Erdbeben in China:
Hoffnung für Verschüttete schwindet
15. Mai 2008 10:22
 |  Nach dem Beben: Suche nach Überlebenden in Schenfang | Foto: AP |
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Obwohl Peking Tag für Tag mehr Helfer in die Erdbeben-Region schickt, wird für viele Menschen die Hilfe zu spät kommen. Zudem droht neue Gefahr, weil das Erdbeben etliche Staudämme beschädigt hat.
Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Erdbeben wird wahrscheinlich noch erheblich steigen. Noch immer sind mehr als 20.000 Menschen unter den Trümmern verschüttet, die Überlebenschancen schwinden mit jedem Tag – und inzwischen sind schon drei Tage vergangen.
Die Regierung in Peking setzt unterdessen immer mehr Menschen ein. Rund 100.000 Soldaten sind im Einsatz oder mobilisiert, um bei den Bergungsarbeiten zu helfen. Hinzu kommen noch Tausende Polizisten, so dass sich die Zahl der staatlichen Rettungskräfte auf rund 116.000 beläuft.
Fallschirmspringer, Hubschrauber, Hilfe aus dem Ausland
Über dem schwer zugänglichen Erdbebengebiet der Provinz Sichuan sprangen Fallschirmspringer ab. Auch wurden Hilfsgüter abgeworfen. Regierungschef Wen Jiabao entsandte weitere hundert Hubschrauber. China erlaubte auch einem japanischen Rettungsteam, nach Sichuan zu reisen. Zwei russische Frachtflugzeuge brachten tonnenweise Hilfsgüter. Zudem rief die chinesische Führung die Öffentlichkeit zur Hilfe für die Erdbebenopfer auf. Konkret ging es um Ausrüstungsgegenstände - angefangen von Hämmern und Schaufeln bis hin zu Kränen und Gummibooten, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Das Staatsfernsehen hatte gezeigt, wie Retter oft mit ihren bloßen Händen nach Verschütteten graben mussten.
Offizielle Zahl der Todesopfer noch nicht angehoben
Die Zahl der bestätigten Toten wurde am Donnerstag unverändert mit rund 15.000 angegeben. Doch dürfte die Opferzahl weit höher liegen. Rund 65000 Menschen seien zudem verletzt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Es mangelt an Trinkwasser, Nahrung, Medikamenten und Zelten. Zehntausende sind obdachlos. Den Überlebenden drohte neue Gefahr durch beschädigte Staudämme. Oberhalb der Stadt Beichuan, wo Tausende noch unter Trümmern liegen, hatte ein großer Erdrutsch den Jianjiang-Fluss blockiert. Das Wasser staute sich zu einem See. Die Behörden warnten vor einer Flutwelle.
Zwei taiwanesische Touristen unter den Opfern
Auch zwei taiwanesische Touristen sind im Erdbebengebiet ums Leben gekommen. Ein 56-jähriger, der in einer Seilbahn feststeckte, stürzte bei einer Rettungsaktion 50 Meter in den Tod. Bei dem Beben kam auch ein Dreijähriger aus Taiwan ums Leben. (dpa/AP)