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Angst vor Unterschlagung: 

Spender haben für Birma wenig übrig

14. Mai 2008 13:35
Die Hilfsgüter kommen nach Angaben der Hilfsorganisationen an
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Das Ausmaß der Katastrophe in Birma ist riesig, die Spendenbereitschaft gering. Die Menschen haben Angst, dass ihre Gelder nicht ankommen. Die Hilfsorganisationen beteuern, dass die Militärjunta nicht von den Spenden profitiert.

Die Spendenbereitschaft für Birma ist bislang verhältnismäßig gering geblieben. Während die Hilfsorganisationen 2004 für die Opfer des Tsunami binnen weniger Tage Millionen sammeln konnten, stehen für die Nothilfe in Birma nur wenige hunderttausend Euro bereit. Die Vereinten Nationen befürchten infolge des Zyklons «Nargis» indes den Tod von bis zu 100.000 Menschen.

Lohnt das Spenden für die Opfer? Die einhellige Antwort der Hilfsorganisationen lautet: Ja. Selbst wenn die Militärjunta sich gegen die Einreise ausländischer Helfer stemmt oder weiterhin nur begrenzt Hilfsgüterlieferungen erlaubt, kämen die Spenden bei den Opfern an. Denn viele Organisationen arbeiten mit Partnern vor Ort zusammen oder haben sogar eigene Mitarbeiter in Birma.

Diese konnten bereits unmittelbar nach der Katastrophe mit den Hilfsarbeiten beginnen. «Wir erreichen mit unseren gut 100 Angestellten und zusätzlichen freiwilligen Helfern bislang 16.000 Menschen in Rangun und Pathein», sagte Achim Reinke von Caritas International. Das Bündnis «Aktion Deutschland Hilft» berichtete sogar von über 1.000 Helfern vor Ort.

Mit Spenden Lager füllen

«Die Kollegen waren vorbereitet, sie hatten Lager mit Wasser-Entkeimungstabletten und Medikamenten», sagte Manuela Rossbach, Geschäftsführerin des Bündnisses. Wer heute spende, trage dazu bei, dass diese Lager wieder gefüllt werden. Gespendete Gelder würden nach einem festen Schlüssel an die Mitgliedsorganisationen wie World Vision, Care und Malteser verteilt. Letzte Woche hätten die Helfer noch Hilfsgüter in Supermärkten einkaufen können. Allerdings näherten sich die Vorräte dem Ende.

Sowohl Reinke als auch Rossbach betonen, dass die bislang gespendeten Gelder äußerst gering seien im Vergleich zum Ausmaß der Katastrophe in Birma. «Es ist sehr zögerlich losgegangen», sagte Reinke. «Momentan haben wir 160.000 Euro an privaten Spenden eingesammelt. Das ist im Vergleich zum Spendenaufkommen nach dem Tsunami oder nach dem Erdbeben in Pakistan extrem wenig». Selbst mit der geringen Summe könne geholfen werden. «Man kann davon zum Beispiel 1.500 Zeltplanen kaufen, um Familien ein provisorisches Dach über dem Kopf geben», erklärte Reinke.

Das Rote Kreuz beziffert den bisherigen Spendeneingang auf 380.000 Euro. In Internetforen hält die Debatte um Sinn und Unsinn von Spenden für Birma unterdessen an. Insbesondere das Verhalten der Militärjunta lässt viele Menschen weiterhin glauben, ihr Geld wäre schlecht angelegt. Die vielfach geäußerte Sorge ist, die Regierung könnte Spendengelder abzweigen oder Hilfspakete beschlagnahmen. Die Hilfsorganisationen versuchen, die Zweifel zu zerstreuen. «Das Geld wird nach einem festen Schlüssel direkt an unsere Mitgliedsorganisationen verteilt», erklärt Rossman. Auch Reinke beteuert, die Gelder erreichten ihr Ziel: «Bei uns gehen die Zahlungen direkt an die Partner ins Land. Da geht nichts über die Regierung».

Hilfsgüter aus dem Ausland

Nachdem bislang viele Güter vor Ort gekauft werden konnten, um damit die unmittelbare Not zu bekämpfen, werden jetzt verstärkt Hilfsgüter aus dem Ausland benötigt. Mehrere Hilfsorganisationen arbeiten fieberhaft daran, die Militärjunta um Einlenken zu bewegen. Erste Erfolge hat das Deutsche Rote Kreuz vorzuweisen. Zelte, Plastikplanen, Trinkwasser, Moskitonetze und Wasserkanister auch aus ausländischen Hilfslieferungen seien über Land ins Irrawaddy-Delta gebracht werden, hieß es. «Dabei ist nichts von den Militärs beschlagnahmt worden», sagte DRK-Sprecherin Svenja Koch.

Auch Misereor wähnt sich nach eigenen Angaben vor einem Durchbruch. Ein Flugzeug soll Trinkwasser, Reis, Decken und Trockennahrung für 5000 Menschen aus Bangkok nach Birma bringen. Ein Tropfen auf den heißen Stein, erklärt Misereor-Sprecher Michael Mondry. «Man sieht immer mehr, dass die Katastrophe das Ausmaß des Tsunami erreicht», betont er. Die Nothilfe sei noch nicht abgeschlossen. Doch der anstrengende Wiederaufbau stehe noch bevor. Häuser und Straßen müssten wieder errichtet, versalzene Böden rekultiviert und neues Saatgut verteilt werden. Spenden lohne sich daher auf lange Sicht. (AP)

 
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