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Warnung vor neuem Zyklon: 

Birma droht «zweite Todeswelle»

14. Mai 2008 12:48, ergänzt 17:42
Ein weiterer Zyklon würde die Situation stark verschlimmern
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Wetterforscher des Joint Typhoon Centers auf Hawaii warnen vor einem neuen Zyklon, der die Lage in Birma dramatisch verschlechtern könnte. Doch die Weltwetterorganisation der Uno sieht dafür keine Anzeichen.

Entgegen anderslautender Meldungen erwarten Meteorologen der Uno derzeit keinen neuen Zyklon in Birma. Das sagte Elisabeth Byrs, Sprecherin des UN-Büros zur Koordination von Hilfseinsätzen in Genf, der Netzeitung. Nach Informationen der World Meteorological Organization (WMO) gebe es keine Anzeichen für einen neuen Zyklon. Dagegen geht das Joint Typhoon Warning Center auf Hawaii davon aus, dass sich in den kommenden 24 Stunden ein neuer Zyklon entwickeln könnte; eine Warnung hat das Zentrum bislang aber nicht herausgegeben.

In Bangkok warnte die Uno eindringlich vor einer «zweiten Todeswelle». Die dortige UN-Sprecherin Amanda Pitt geht anders als ihre Genfer Kollegin davon aus, dass sich ein neuer Zyklon bildet. Noch könne zwar nicht gesagt werden, wann der Sturm zu einem vollen Zyklon heranwachsen und wo er auf Land treffen werde. Es sei aber wahrscheinlich, dass ein neuer Wirbelsturm entstehe. «Das ist furchtbar», sagte Pitt. Die wegen der Verweigerungshaltung der Militärjunta nur schleppend anlaufende Hilfe für bis zu zwei Millionen Menschen in der Region könne dadurch vollends zunichte gemacht werden, so Pitt.

Der Zyklon «Nargis», der am 2. und 3. Mai über Birma hinwegzog, hinterließ neuen Schätzungen des Roten Kreuzes zufolge bis zu 128.000 Todesopfer in dem südostasiatischen Land. Bislang war man von rund 60.000 Toten oder Vermissten ausgegangen. Bis zu zwei Millionen Menschen sind teils obdachlos und haben kaum mehr Nahrungsmittel oder Zugang zu frischem Wasser. Die meisten Quellen, Flüsse und Kanäle sind mit Leichen und Tierkadavern übersät, das Wasser untrinkbar, damit droht der Ausbruch von Krankheiten und Seuchen.

Ausländer ausgeschlossen

Die Lage in der Region sei immer noch sehr schlecht, habe sich aber leicht verbessert, sagte Byrs. Insgesamt hätten inzwischen 36 UN-Mitarbeiter die Erlaubnis bekommen, nach Birma einzureisen. Von den 187 Millionen Dollar, an benötigten Mitteln für den Hilfseinsatz seien bislang 77 Millionen Dollar zusammen gekommen. Das World Food Programme werde den Hilfsappell für die Beschaffung von Lebensmitteln von derzeit 56 Millionen Dollar weiter erhöhen müssen.

Ausländische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen werden von der Junta immer noch nicht ins Katastrophengebiet vorgelassen. Eine Gesandte des Internationalen Roten Kreuzes durfte sich jedoch ein Bild von der Lage vor Ort machen. Mit einem Beobachtungsteam konnte Bridget Gardner fünf Orte besuchen.

In Labutta trafen sie auf rund 10.000 Menschen die schutzlos im Regen verharrten, sagte Gardner nach ihrer Rückkehr am Dienstag in Rangun. «Die Stadt Labutta ist nicht wiederzuerkennen», sagte Gardner. Das Ausmaß der Schäden und die Masse der Flüchtlinge lasse nur noch erahnen, wie die Stadt vorher aussah. Der thailändische Ministerpräsident Samak Sundaravej flog am Mittwoch nach Rangun, um die Junta dazu zu bewegen, endlich ausländische Hilfsorganisationen in das Flussdelta zu lassen. Das Nachbarland Thailand ist einer der wichtigsten Handelspartner des birmanischen Regimes.

Trinkwasseraufbereitung

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bringt an diesem Donnerstag sechs mobile Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung von Berlin-Schönefeld nach Birma. Mit ihnen könnten täglich 15.000 Menschen mit frischem Wasser versorgt werden, teilte das DRK am Mittwoch mit.

Es ist der erste Hilfsflug des DRK aus Deutschland ins Katastrophengebiet. Bisher konnte das Rote Kreuz zehn internationale Flüge mit Hilfsgütern ins Land bringen. Auch das Technische Hilfswerk (THW) setzt in Birma sechs Anlagen zur Aufbereitung von Trinkwasser ein. Vier davon können pro Stunde jeweils 6000 Liter Wasser aufbereiten. (nz)

 
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