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Erdbeben in China: 

Zahlreiche Landkreise fast komplett zerstört

14. Mai 2008 07:27, ergänzt 09:04
Die Helfer arbeiten unter Hochdruck
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Die Verwüstungen durch das Erdbeben in China sind wesentlich dramatischer als bislang erwartet. In manchen Regionen sind 80 Prozent der Häuser zerstört. Die Helfer dringen nur langsam vor, die Opferzahlen steigen ständig.


Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in China werden mehr als 20.000 Tote befürchtet. Die Behörden gehen davon aus, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigt. Ein starkes Nachbeben der Stärke 5,8 erschütterte am Mittwoch die Erdbebenregion in der Provinz Sichuan. Erstmals erreichten die Rettungsmannschaften mehrere Orte, die bisher von der Außenwelt abgeschlossen waren.

Allein in Yingxiu im Landkreis Wenchuan, wo das Epizentrum des Bebens gelegen hatte, sollen nur 2300 der mehr als 10.000 Einwohner überlebt haben, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. «Die Situation in Yingxiu ist noch schlimmer als erwartet», sagte ein Funktionär.

Bisher waren allein in der Provinz Sichuan 12.000 Tote offiziell bestätigt worden. Die Staatsagentur berichtete aber von Befürchtungen, dass beispielsweise im Landkreis Beichuan statt der bisher gemeldeten 5000 Toten in Wirklichkeit 7000 bis 8000 Menschen ums Leben gekommen seien. Zehntausende Obdachlose verbrachten eine zweite Nacht unter freiem Himmel. In vielen Landkreisen waren rund 80 Prozent der Häuser zerstört. Erdrutsche hatten ganze Dörfer ausgelöscht. Den Bergungsmannschaften fehlte schweres Gerät, um die Opfer aus den Trümmern bergen zu können.

Einige zehntausend Menschen seien verletzt, brauchen dringend ärztliche Hilfe und Medikamente. Es fehlt den Erdbebenopfern auch an Trinkwasser, Nahrung und Zelten. Viele Straßen in der Bergregion sind zerstört oder durch Erdrutsche und Felsbrocken unpassierbar. Den Bergungsmannschaften fehle schweres Gerät, um die Opfer aus den Trümmern bergen zu können. Erdrutsche haben ganze Dörfer ausgelöscht.

Das Schicksal von rund 20.000 Menschen in drei Dörfern außerhalb der Stadt Mianzhu ist derzeit ungeklärt. «Wir tun alles, was wir können, aber die Rettungsarbeiten stoßen auf eine Menge Schwierigkeiten», sagte der Vizebürgermeister von Mianyang, Lin Xin. Die chinesische Armee hat rund 20.000 Soldaten entsandt. Weitere 30.000 Soldaten sind unterwegs. Mit 22 Militärflugzeugen und zwölf zivilen Maschinen werden die Truppen nach Sichuan transportiert.

Ein 200-köpfiger Bergungstrupp hat erst 44 Stunden nach dem Erdbeben den schwer betroffenen Ort Yingxiu erreicht. Mit besserem Wetter konnten am Morgen auch erstmals zwei Militärhubschrauber Hilfsgüter nach Yingxiu fliegen. Von den 2300 Überlebenden seien rund 1000 ernsthaft verletzt. «Wir brauchen dringend ärztliches Personal, Medikamente, Nahrung und Trinkwasser», berichtete der Funktionär He Biao von der Regierung der übergeordneten Präfektur Aba. Eine Gruppe von Soldaten hat am späten Dienstagabend auch den schwer betroffenen Kreis Lixian erreicht. «Nach ihren Angaben sind Opferzahlen und Schäden in Lixian sehr ernst», zitierte Xinhua informierte Kreise.

China hieß internationale Unterstützung ausdrücklich willkommen. Deutschland hat Hilfe angeboten und dem Deutschen Roten Kreuz in einem ersten Schritt 500.000 Euro zur Verfügung gestellt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Dienstag während seines Russland-Besuchs in Jekaterinburg, die Bundesregierung sei «sehr besorgt angesichts des immer größeren Ausmaßes der Erdbebenkatastrophe». Die USA haben Hilfsorganisationen zunächst 500.000 Dollar (323.000 Euro) für die Erdbebenopfer in China bereit gestellt. (dpa)


 
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