13. Mai 2008 12:44
Das Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan wird oft mit der Katastrophe 1976 in Tangshan unweit von Peking verglichen, das als das folgenschwerste des 20. Jahrhunderts gilt.
Chinesische Seismologen hatten die Stärke des Erdbebens in der Nacht zum 28. Juli 1976 in Tangshan mit 7,8 angegeben. Andere Experten sprachen von 8,2.Die eine Million Einwohner der nordchinesischen Stadt Tangshan, etwa eine Stunde von Peking entfernt, wurden im Schlaf überrascht. Nach amtlichen Angaben starben 242.000 Menschen. 160.000 wurden verletzt. Andere Quellen wollen von mehr als 300.000 oder möglicherweise sogar mehr als 600.000 Toten wissen.
Das schwere Beben erschütterte auch die Hauptstadt Peking, wo nach offiziellen Angaben 189 Menschen ums Leben kamen. Die Katastrophe wurde als Zeichen des Himmels gewertet, dass das Ende der Ära des «großen Steuermanns» Mao Tsetung nahte. Er starb tatsächlich sechs Wochen später. Nach dem Beben campierten in Peking viele Menschen aus Angst vor Nachbeben wochenlang in den Straßen.
In den ersten Stunden nach dem Beben in Tangshan gruben Überlebende die Opfer mit den Händen aus den Trümmern. Schwere Nachbeben bis Stärke 7,1 forderten weitere Opfer unter Verschütteten und Rettern. Aus ideologischen Gründen lehnte das kommunistische China internationale Hilfe etwa des Roten Kreuzes ab, was die Folgen der Katastrophe noch verschlimmerte. (dpa)