Nach schwerem Erdeben in Sichuan:
Peking verordnet Betrieben Zwangspause
13. Mai 2008 12:27, ergänzt 13:25
 |  Zerstörtes Gebäude in der Region Sichuan | Foto: AP |
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Die chinesische Behörde für Arbeitssicherheit hat für Kohlebergwerke, Gaswerke und Chemieanlagen einen Produktionsstopp verhängt. Die Mitarbeiter sollen in Sicherheit gebracht werden. Auch die VW-Produktion in Chengdu steht still.
Nach dem schweren Erdbeben in China hat die Regierung Sicherheitsüberprüfungen für Kohlbergwerke, Chemieanlagen und Gaswerke angeordnet. Die Behörde für Arbeitssicherheit teilte am Dienstag auf ihrer Webseite mit, der Betrieb müsse umgehend eingestellt und die Mitarbeiter in Sicherheit gebracht werden.
Die Behörde äußerte sich nicht dazu, wie groß die Schäden an den Fabriken sind. Der größte Stromversorger des Landes teilte aber mit, dass mindestens acht Elektrizitätswerke und Umspannwerke ausgefallen seien. Insgesamt wird das Beben nach Einschätzung von Analysten aber nur begrenzte Auswirkungen auf die boomende Wirtschaft in China haben.
VW-Produktion unterbrochen
Nach einem Bericht des «Manager-Magazins» ist auch in der VW-Produktionstätte Chengdu der Betrieb unterbrochen worden. Allerdings gebe es keine sichtbaren Auswirkungen auf die Produktionsanlage, zitierte das Blatt eine Person, die mit dem Vorgang vertraut sei. Experten würden das Werk noch begutachten. Laut «Manager-Magazin» werden pro Jahr 24.000 Wagen des Modells Jetta in Chengdu gefertigt.
Auch Toyota und andere japanische Unternehmen mit Werken im Erdbebengebiet stellten die Produktion vorübergehend ein. Toyota teilte mit, die Produktion im Werk in Sichuan ruhe bis zum Mittwochmorgen. Bislang habe man bestätigen können, dass 1200 der 1600 Mitarbeiter dort in Sicherheit seien. Der Autobauer stellt in Sichuan jährlich rund 13.000 Fahrzeuge her. Auch Yamaha und Fujitsu stellten ihr Produktion in der Stadt Chengdu ein.
Börsenhandel mit Unternehmen der Region ausgesetzt
Die beiden Börsen des Landes stellten am Dienstag den Handel mit Papieren von 66 Unternehmen ein, die ihren Sitz im Katastrophengebiet haben. Dennoch fiel der Index der Börse in Schanghai bis zum Nachmittag um 2,3 Prozent. In der Stadt Schifang nördlich der Provinzhauptstadt Chengdu stürzten zwei Chemiewerke ein, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.Hunderte Menschen wurden unter den Trümmern verschüttet, mehr als 80 Tonnen giftiges Ammoniak traten aus. Rund 600 Menschen kamen ums Leben. Allerdings berichtete Xinhua nicht, ob die Todesfälle auf das Beben oder die Chemikalien zurückzuführen waren. (AP)