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Inzest-Vater von Amstetten: 

«Ich wusste, dass ich verrückt sein musste»

08. Mai 2008 15:35
Er habe genau gewusst, was er tat, sagt er.
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Das zweite Leben im Keller sei für ihn zu einer Selbstverständlichkeit geworden, hat der geständige Täter seinem Anwalt gesagt. Auszüge aus den Protokollen sind jetzt an die Öffentlichkeit gelangt.

Josef Fritzl, der Inzest-Täter von Amstetten, hat bereits «zwei oder drei Jahre» bevor er seine Tochter einsperrte, mit dem Ausbau seines Kellerverlieses begonnen. Der 73-Jährige, der wegen jahrzehntelanger Freiheitsberaubung, schweren sexuellen Missbrauchs und Inzests mit seiner Tochter Elisabeth in Untersuchungshaft sitzt, sagte seinem Anwalt Rudolf Mayer, er habe in den 24 Jahren ihrer Gefangenschaft genau gewusst, «dass das, was ich tat, nicht richtig war, dass ich verrückt sein musste, weil ich so etwas machte».

Dennoch sei für ihn das zweite Leben im Keller seines Hauses immer mehr zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Wiener Illustrierte «News», die von dem Strafverteidiger Einblick in seine Protokolle erhielt, berichtete am Donnerstag in Auszügen über Fritzls Aussagen.

Bereits am Vortag hatte die «Bild»-Zeitung berichtet, Fritzl habe seinem Anwalt gesagt: «Ich bin kein Monster». Er habe sich ja immerhin um die Eingesperrten gekümmert, verteidigte er sein Tun.

Das Haus und Grundstück des Beschuldigten im Amstetten sollen in den nächsten Tagen jetzt auch mit einem speziellen Bodenradar untersucht werden. Dies geschehe allerdings «ohne Verdachtslage», sagte Niederösterreichs Kripo-Chef Franz Polzer am Donnerstag: «Es wird einfach alles ratzeputz untersucht.»

«Über den Nachwuchs gefreut»

Nach den von «News» zitierten Gesprächsprotokollen bestreitet Fritzl, seine Tochter bereits im Alter von elf Jahren vergewaltigt zu haben. Dies hatte die heute 42-jährige Elisabeth bei ihrer ersten Vernehmung durch die Polizei ausgesagt. «Das stimmt nicht», beteuerte jetzt der Vater, der seine Tochter im Laufe der Jahrzehnte sechsmal schwängerte, «ich bin kein Mann, der sich an kleinen Kindern vergeht». Allerdings gab er zu, seine Tochter immer wieder vergewaltigt zu haben: «Aber erst später, viel später.» Er habe Kinder von seiner Tochter gewünscht und sich später «über den Nachwuchs gefreut». Insgesamt hatte Fritzl seine Tochter im Laufe der 24 Jahre sechsmal geschwängert.

Der Inzest-Täter gab zu, dass er alles tat, um eine Flucht seiner Tochter und der drei bei ihr gebliebenen Kinder zu verhindern. «Ich habe ihnen (...) immer wieder erklärt, dass sie nicht an der Verliestüre herumwerkeln sollen - denn sonst könnten sie in einen Stromkreis geraten und sterben.», sagte er seinem Anwalt laut «News». Insgesamt hatte er das Verlies nach den Ermittlungen der Polizei durch insgesamt acht zum Teil 500 Kilogramm schwere Türen mit Fernbedienung gesichert. «Dann hab ich alles schalldicht zugepflastert in dem Bunker», zitierte «News». Sterben wolle er jetzt nicht, sagte Fritzl laut «News» seinem Verteidiger. Er wolle jetzt nur noch «büßen».

Vertreter der österreichischen Juristenvereinigung «Österreichischer Rechtsanwaltskammertages (ÖRAK)» bezeichneten am Donnerstag die Weitergabe der Fritzl-Protokolle durch seinen Anwalt als «legitim». Es handele sich hier «um einen so spektakulären Fall und es geht soviel durch die Zeitungen. Im Interesse einer vernünftigen Verteidigung ist es wichtig, die Situation so darzustellen, wie Josef F. das sieht,» sagte ÖRAK-Präsident Gerhard Benn-Ibler der Nachrichtenagentur APA. (dpa)

 
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