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Nach der Naturkatastrophe: 

Birma lässt erste größere Hilfsflüge ins Land

08. Mai 2008 07:30
UN-Hilfsgüter werden verladen
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Während vier UN-Flugzeuge mit Hilfsmitteln nach Birma unterwegs sind, hat ein Fernsehreporter mit einer eingeschmuggelten Kamera die katastrophale Lage dokumentiert: Menschen ohne Trinkwasser warten auf Trümmerbergen.

Die Militärregierung in Birma hat am Donnerstag die ersten größeren internationalen Hilfsflüge nach der Unwetterkatastrophe in dem südostasiatischen Land erlaubt. Vier Flugzeuge mit dringend benötigten Lebensmitteln starteten daraufhin im Auftrag des UN-Welternährungsprogramms (WFP) nach Rangun. Es sei wichtig, die Hungernden und Obdachlosen so schnell wie möglich mit Fertiggerichten zu erreichen, erklärte die UN-Organisation.

Bis zu eine Million verzweifelte Zyklon-Opfer warten in Birma weiter auf internationale Hilfe. Die Menschen in der verwüsteten Küstenregion im Süden des Landes sitzen ohne Trinkwasser und Nahrung und ohne Schutz vor der Mückeninvasion auf den Trümmerbergen ihrer Häuser und warten, berichtete ein BBC-Fernsehreporter am Donnerstag. Ihm war es gelungen, ins Land zu reisen und eine Kamera in das Katastrophengebiet zu schmuggeln. Die Militärjunta überlegt unterdessen immer noch, ob sie ausländischen Helfern die Einreise in das abgeschottete Land erlauben soll.

Visum-Anträge werden verschleppt

«Hier ist eine echte Revolution gefordert», sagte ein Diplomat in Rangun. «Nötig wäre eine Öffnung des Landes, die es in dem Ausmaß hier noch nie gegeben hat.» Es sei noch nicht klar, ob das Regime zu der Kooperation bereit sei. Es gebe einige positive Anzeichen, aber gleichzeitig würden Visum-Anträge auch seit Tagen verschleppt. «Die zahlreichen Leichen stellen eine große Seuchengefahr dar», sagte der Diplomat. Ein UN-Flugzeug mit 25 Tonnen Hilfsgütern wurde am Donnerstag in Rangun erwartet.

Zuvor hatte es scharfe internationale Kritik an massiver Behinderung der Hilfseinsätze durch die Militärregierung in Rangun gegeben. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an die Junta, der internationalen Unterstützung den Weg zu ebnen. Die Regierung solle auf die «Angebote zur Unterstützung und Solidarität eingehen, die Einreise von Hilfskräften erleichtern und die Hilfslieferungen genehmigen», sagte der UN-Chef in New York. Frankreich will sogar den UN-Sicherheitsrat einschalten. Es müsse geprüft werden, ob «die Regierung gezwungen werden» könne, «die unerlässliche Hilfe ins Land zu lassen», sagte Außenminister Bernard Kouchner in Paris.

Der Zyklon «Nargis» könnte in Birma nach Einschätzung einer US-Diplomatin 100.000 Menschen das Leben gekostet haben. 95 Prozent der Gebäude in den betroffenen Gebieten seien zerstört, sagte Shari Villarosa, die Leiterin der US-Botschaft in Rangun. Die staatlichen birmanischen Medien bezifferten die Zahl der Toten am Mittwoch auf knapp 23.000, mehr als 42.000 Menschen galten demnach als vermisst. Rund eine Million wurden obdachlos. (dpa/AP)


 
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