| | | | | Katastrophengebiet Birma: Militärregime bremst Helfer aus07. Mai 2008 14:15  |  Hoffentlich erreichen die Hilfsgüter die Richtigen | Foto: dpa |
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Die Kritik an der Junta in Birma wächst: Während internationale Organisationen den Opfern schnell helfen wollen, werden sie vom Militär behindert. Auch eine Zyklon-Warnung aus Indien sollen die Generäle ignoriert haben.
Vier Tage nach dem verheerenden Zyklon «Nargis» läuft in Birma jetzt die Hilfe an. Dabei wächst die Kritik an mangelnder Kooperation der Regierung mit ausländischen Hilfsorganisationen und mangelnder Hilfeleistung aus eigenen Mitteln. Zudem teilte die indische Meteorologiebehörde (IMD) mit, sie habe die zuständigen Regierungsstellen in Birma zwei Tage vor dem Eintreffen von «Nargis» vor dem schweren Zyklon gewarnt. 48 Stunden, bevor der Zyklon zugeschlagen habe, habe sein Amt die Behörden im Nachbarland darüber informiert, wo der Wirbelsturm auf Land treffen, wie er sich bewegen und wie heftig er ausfallen werde, sagte IMD-Abteilungsleiter für Zyklone, M. Mahapatra am Mittwoch in Neu Delhi.
Die Regierung gibt die Opferzahlen nach wie vor mit 22.000 Toten und 41.000 Vermissten an. «Wir gehen davon aus, dass mindestens 100.000 umgekommen sind», sagte dagegen der Direktor des Büros der Exilregierung im thailändischen Mae Sot, Aung So. Überall fehlt es an Wasser, Zelten, Medikamenten und Nahrungsmitteln. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 24 Millionen Menschen betroffen sind. Aus Deutschland ist ein Team des Bündnisses von Hilfsorganisationen «Aktion Deutschland Hilft» auf dem Weg. Die Gruppe sollte am Abend in Birma eintreffen.
Helfer dürfen nicht in die schlimmsten Gebiete Der Malteser Hilfsdienst hat massive Behinderungen der Hilfsorganisationen kritisiert. «Wir dürfen nicht in die hauptsächlich betroffenen Gebiete in der Region Irrawaddy-Flussdelta hinein. Das wird auch von der Uno beklagt», sagte der Asien-Leiter Roland Hansen. «Wir können nur hoffen, dass sich dort etwas ändert.» Jeder Ausländer werde außerhalb der Hauptstadt überwacht, sagte Hansen. Einige bereits erteilte Genehmigungen seien unerwartet wieder entzogen worden.
Im Nachbarland Thailand sitzen Helfer fest und warten auf Visa. Vor der Küste liegen Kriegsschiffe der US-Marine, deren Besatzungen bei anderen Naturkatastrophen schon oft geholfen haben. Eine Einreisegenehmigung gibt es nicht. Selbst das bitterarme Bangladesch hat ein Flugzeug mit Arzneien, Tabletten zur Wasserreinigung, Nahrungsmitteln und Kleidung losgeschickt
UN will «grünes Licht» Die Vereinten Nationen haben bereits dringend an die Militärregierung appelliert, die Visa-Bestimmungen zu lockern. «Wir haben noch keine konkrete Vereinbarung mit der Regierung», sagte Unicef-Sprecher Patrick McCormick im BBC-Fernsehen.
«Wir haben die Bitte um Hilfe einfach als grünes Licht interpretiert, dass wir in die betroffenen Gebiete vordringen können.» Die Militärregierung habe auch eigene Ressourcen, die mobilisiert werden müssten. «Wir brauchen zum Beispiel dringend Hubschrauber», sagte McCormick. Das Ernährungsprogramm der UN hat in der schwer beschädigten Hafenmetropole Rangun die erste Essensrationen verteilt. 30 Tonnen Hilfsgüter aus UN-Vorräten seien bereits in der Hauptstadt Rangun verteilt worden.Das Kinderhilfswerk Unicef ist mit gut 100 Mitarbeitern in der Küstenregion unterwegs und verteilt Erste-Hilfe-Pakete. Die Versorgung der Menschen ist «ein Wettlauf mit der Zeit», wie Unicef-Direktorin Ann Veneman sagte. «Kinder sind besonders gefährdet durch Krankheiten und Hunger.» Ohne frisches Wasser und Toiletten sind Durchfallerkrankungen und Cholera programmiert. In den überschwemmten Gebiete finden Moskitos zudem ideale Brutbedingungen.
Care hat 500 einheimische Helfer Die Hilfsorganisation Care arbeitet fieberhaft mit insgesamt 500 Mitarbeitern von Rangun aus, um erste konkrete Hilfen umzusetzen. Von diesen Mitarbeitern sind - bis auf wenige internationale Spezialisten - alle Einheimische. In den beiden hauptstädtischen Bezirken South Dagon und Thaketa werden Lebensmittel, Plastikplanen und Kochgeschirr verteilt. Auch in Patone, in dem vom Zyklon massiv getroffenenen Irrawaddi-Delta, erhalten die Opfer der Katastrophe Unterstützung.
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Dabei arbeitet Care mit dem Welternährungs-Programm der UNO (WFP) zusammen. Durch die jahrelange Präsenz von CARE in Myanmar (CARE arbeitet dort seit 1995) ist es möglich, für diese ersten Schritte auf Mitarbeiter von außerhalb zu verzichten. Jamann: «So müssen wir nicht auf die Erteilung von Visa warten, sondern können jetzt beginnen.»
Im Inland wächst die Kritik an dem abgeschotteten Regime. «Die Menschen verzweifeln, das Militär hat erst ganz langsam und dann nur mit wenigen Mitteln reagiert», sagt Aung So. Nach seinen Angaben packten Regierungssoldaten am Flughafen in Rangun Hilfslieferungen aus Thailand und China vor der Auslieferung um, um den Anschein zu erwecken, dass die Rationen von der Regierung selbst kamen. «Die Menschen sind wütend, und der Ärger wächst», sagte er. (nz/dpa/AP)
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