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Inzest-Verbrechen in Amstetten: 

Fritzls Anwalt erhält täglich Morddrohungen

06. Mai 2008 11:40
Rudolf Mayer muss sich Sorgen um seine Gesundheit machen.
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Verteidiger Mayer hält seinen Mandanten für unzurechnungsfähig. Er will ihn lieber in der Psychiatrie als im Gefängnis sehen. Deshalb rückt der Rechtsanwalt nun selbst in den Fokus der Öffentlichkeit.

Die Wut über die schreckliche Tat des österreichischen Inzest-Vaters Josef Fritzl richtet sich immer stärker auch gegen seinen Anwalt. «Es vergeht kein Tag, wo mich nicht E-Mails und Anrufe erreichen, in denen ich offen bedroht werde», sagte der österreichische Star-Jurist Rudolf Mayer dem «Kurier». «Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass dieser Fall derartige Ausmaße annimmt. Mit solchen Aktionen stellt man unsere Rechtsstaatlichkeit infrage. Jeder hat ein Recht auf Verteidigung», stellte der Anwalt fest.

Die Staatsanwaltschaft will Fritzl am Mittwoch befragen. Das meldete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf einen Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten. Eine Befragung der Opfer sei noch «in weiter Ferne», sagte Sprecher Gerhard Sedlacek.

Am Wochenende hatte er sich in der «Bild am Sonntag» zu seiner Verteidigungsstrategie geäußert und Josef Fritzl als psychisch krank und unzurechnungsfähig beschrieben: «Ich glaube, mein Mandant gehört nicht ins Gefängnis, sondern in eine geschlossene Psychiatrie.»

Eine Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie der Linzer Landesnervenklinik soll den Gesundheitszustand von Josef Fritzl untersuchen. Er wurde am Montag dem St. Pöltener Gefängnisdirektor Günther Mörwald vorgeführt. Mörwald sagte daraufhin, er sei «ruhig, freundlich, hat weder besondere Bitten noch Beschwerden.»

Mayers Kollegen bezeichnen den 60-Jährigen ihn einem Bericht des Berliner «Tagesspiegel» zufolge als «bunten Hund». Das Vorstandsmitglied der Vereinigung Österreichischer Strafverteidiger hatte vor seiner Anwalts-Karriere in mehreren In-Lokalen Wiens gearbeitet, bekam später einen Job im Sozialreferat und wurde schließlich Bewährungshelfer. Zwischenzeitlich spielte der ehemalige Tänzer des Wiener Staatsopernballets an einer Avantgardbühne der Stadt. Erst mit 29 Jahren fing er an, Jura zu studieren.

Mayer gilt vor allem als stark, wenn er vor Geschworenen und Laienrichtern antreten muss. Auch der Fall Fritzl wird höchstwahrscheinlich vor einem Geschworenensenat abgehandelt. (nz)


 
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