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Nach dem Zyklon: 

Rangun ohne Strom, Wasser und Nahrung

05. Mai 2008 08:23
Verwüstungen des Zyklons
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Für Kerzen und Trinkwasser müssen die Einwohner der größten Stadt von Birma anstehen – der Zyklon «Nargis» hat Rangun schwer getroffen. Mehr als 100.000 Menschen sind ohne Obdach.

Der Killer-Zyklon Nargis hat Birmas größte Stadt Rangun ins Chaos gestürzt. Die mehr als vier Millionen Einwohner hatten am Montag weder Strom noch Wasser, und die Preise für die wenigen verfügbaren Nahrungsmittel und frisches Wasser explodierten, berichteten Einwohner. Mindestens 351 Menschen kamen nach jüngsten Angaben der Staatsmedien ums Leben. Die unmittelbaren Küstenstreifen wurden von einer meterhohen Flutwelle überschwemmt.

Die Menschen standen für Kerzen, deren Preis sich verdoppelt hatte, und Trinkwasser an. Mit Äxten und Messern versuchen sie, die zahlreichen vom Zyklon «Nargis» umgestürzten Bäume wegzuräumen. Ältere Einwohner berichteten, sie hätten die 6,5 Millionen Menschen zählende Stadt noch nie so verwüstet gesehen. Kritik wurde auch am Militärregime laut, das offenbar nur schleppend mit der Unterstützung für die vom Wirbelsturm betroffenen Menschen vorankam.

Das Ausmaß der Katastrophe war 48 Stunden nach dem Durchzug des Zyklons noch nicht völlig abzusehen. Aus der Küstenregion und von vorgelagerten Inseln wurden 323 Tote gemeldet, 19 weitere aus der Hafenmetropole Rangun. Die Kommunikation war in einem weiten Küstenstreifen zusammengebrochen. Die Katastrophenhelfer arbeiteten sich erst am Montag in das Delta des mächtigen Irrawaddy-Flusses vor. Die Zahl der Obdachlosen wird auf mehr als Hunderttausend geschätzt.

Ein westlicher Diplomat in Rangun äußerte Zweifel, dass das geplante Verfassungsreferendum am Samstag stattfindet. «Diese Millionstadt hat kein Wasser und keinen Strom, ich wüsste nicht, wie das unter diesen Umständen durchgezogen werden kann.»

Einwohner beschwerten sich über den schleppenden Einsatz der Rettungskräfte. «Das Militär hat die großen Straßen geräumt, aber in unserer Siedlung mussten wir alles selbst machen», sagte ein Einwohner im Vorort Yankin. Exil-Birmanen forderten die Militärjunta auf, internationale Hilfsorganisationen ins Land zu lassen. (dpa/AP)

 
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