Leser-Reaktionen zur Umstellung der Netzeitung: 

netzeitung.de«Eine absolut unverständliche Entscheidung»

 Herausgeber: netzeitung.de

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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Ankündigung des Netzeitung s-Eigners M. DuMont Schauberg, das Nachrichtenportal in seiner bisherigen Form zum Jahreswechsel 2009/10 aufzugeben, hat für viel Leser-Echo gesorgt. Wir dokumentieren Ihre Mails.

Liebe Leserinnen und Leser,

unser Eigentümer, die Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg, hat beschlossen, die Netzeitung ab Januar 2010 nicht mehr in ihrer bisherigen Form als Netz-Zeitung mit einer Redaktion zu betreiben, sondern zu einem
automatisierten Portal
umzubauen. Dazu wurde der gesamten Belegschaft gekündigt.

Diese Entscheidung hat nicht nur in den Medien und Blogs große Aufmerksamkeit gefunden, sondern auch viele User haben darauf mit Leserbriefen reagiert. Wir bedanken uns für Ihre Reaktionen, die wir an dieser Stelle für Sie dokumentieren. Wir freuen uns weiter auf Ihre Meinung.

Ihre Netzeitungs-Redaktion


Sie erreichen die Redaktion unter leserbriefe@netzeitung.de.


Leser-Reaktionen
Thomas Neumer, 04.12.2009
Mit großer Enttäuschung sehe ich dem Entschluss, die Netzeitung in ein automatisiertes Portal umzuwandeln, entgegen. In der heutiger Zeit finde ich es sehr schade, dass es einem vermeintlich modernen Verlagshaus nicht möglich ist, ein so bewährtes Konzept (mit Redakteuren) wirtschaftlich weiterzuführen. Auch mich werden Sie daher als langjährigen und treuen Leser verlieren.
Leider wird man nahezu jeden Tag mit neuen Negativmeldungen über Rationalisierungsmaßnahmen oder Schließungen konfrontiert. Wann endet endlich diese Spirale? Zeigen Sie Stärke und setzen Sie ein Signal. Seien Sie mutig und gehen mit Ihren Mitarbeitern neue Wege! Kreativität steckt schließlich nicht in der Automatisierung, sondern in uns Menschen. - Menschen sind für Menschen da! Oder wollen Sie sich auch irgendwann als Management die Frage stellen, ob Sie nicht auch selber überflüssig sind? Ich hoffe für uns Leser und für die Redaktion, dass die zahlreichen Bekundungen doch zum Nachdenken und Handeln anregen! Denn es ist nie zu spät, eine falsche Entscheidung zu revidieren.

Oliver Paland, 04.12.2009
Es ist traurig, dass die Netzeitung ihre redaktionelle Tätigkeit einstellt. Damit geht eine sehr gute Zeitung verloren. In Zukunft werde ich dieses Portal wohl nicht mehr ansteuern.
Ich möchte mich auf diesem Weg bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute. Es ist nicht leicht, in dieser Zeit seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Das gilt umso mehr, da Sie sehr gute Arbeit geleistet haben.

Bernd Blum, 03.12.2009
Ich finde es schade, daß die Netzeitung zum Verlautbarungsorgan wird. Ich war weiß Gott oft nicht mit den redaktionellen Einschätzungen der Netzeitung konform. Was jetzt geschieht, entspricht jedoch eh dem, wozu weite Teile unserer Print - und AV Medien auch mit Redaktionen degeneriert sind: Zu Verlautbarungsorganen der Nachrichten, die die Menschen goutieren sollen!

«Wahrheiten» werden schon seit langem durch Redakteure nicht mehr recherchiert. (Dies kostet auch zuviel - und zu viele Werbekunden) Daher informiere ich mich schon seit langem über verschiedene Portale und Netzzeitungen aus allen politischen Ecken (Handelsblatt bis junge Welt) Nur so gelingt es vielleicht ein bisschen, der allgegenwärtigen subtilen Manipulation durch die Medien und deren Finanzierer zu entgehen.

Eine Aussnahmeentwicklung sehe ich bei der Frankfurter Rundschau, die teilweise wieder zum investigativem Journalismus zurückgefunden hat.

Stephan Meyer-Kohlhoff, 03.12.2009
Ich bin traurig. Ich finde es sehr schade, dass es Euch bald nicht mehr geben wird. Ihr seid meine erste Seite jeden Morgen. Und Ihr seid aber auch die Seite, die ich aufrufe, um zu sehen, ob meine Verbindung abgebrochen ist. Da wird sich ein Loch auftun am ersten Januar.
Ich kam von einer maschinengenerierten Nachrichtenseite zu Euch und habe nicht vor, mit Euch zu einer solchen zurückzukehren.
Kam ich in den letzten Jahren am Alex vorbei, schaute ich manchmal zu Euch hoch und bedankte mich in Gedanken. Hier noch mal etwas lauter: Vielen Dank für Ihre Arbeit.
Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie alle wieder interessante Aufgaben finden werden. Und ich hoffe, das Sie stolz sein werden, bei der Netzeitung gewesen zu sein.

Heinz Wagner, 03.12.2009
Schon verrückt, in den Zeiten der digitalen Revolution ausgerechnet demjenigen den Stecker rauszuziehen, der nicht mit dem Ballast der letzten 150 Jahre (Druckmaschinen und Papierverteilung) ums Überleben kämpfen muss. Ich bin überzeugt, die Netzeitung hätte jederzeit ein kostenpflichtiges, wettbewerbsfähiges und tragfähiges Abomodell entwickeln können. Aber dazu wäre ja der Mut nötig gewesen, einen Schritt nach vorne zu gehen und in eine größere Redaktion zu investieren, anstelle das was es gibt einfach nur ideenlos auszusaugen.

Thomas Esch, 03.12.2009
Ich bedauere zutiefst die Entscheidung Ihres Verlagshauses betreffend der Netzeitung. Ich schätze Ihr Forum als gute, zuverlässige Informationsquelle, die in ihrer Qualität ein automatisches Nachrichtenportal weit übertrifft und so dem guten Ruf und Standard ihres Verlages gerecht wird.

Thomas Bluemel, 03.12.2009
Ich lese euere Zeitung seit Jahren täglich, auch ich wäre bereit für ein Abo zu zahlen (dann bitte aber werbefrei). Aber auf automatisierte «Nachrichten» verzichte ich gerne. Sowas hat wie all die anderen zahllosen «Portale» im Netz nicht wirklich eine Zukunft. Werde mir wohl eine andere Nachrichtenquelle suchen müssen, aber leider ist mir bislang nichts vergleichbares bekannt. Will mich jedenfalls für all die Jahre bedanken und wünsche allen, die gehen müssen, viel Erfolg in der weiteren beruflichen Laufbahn! Sehr bedauernswert, dass es zu dieser dummen Entscheidung gekommen ist.

Bernd W. Schulze, 03.12.2009
Die Netzeitung hat mich stets sehr aktuell und umfassend informiert, egal, wo ich war. Es ist schade und ein großer Verlust, dass dieses einzigartige Medium nun bald nicht mehr existieren soll. Eine Zeitung wie die Netzeitung ist für mich nach wie vor richtungsweisend. Ich bitte die Entscheidungsträger, nochmals zu prüfen, ob diese virtuelle Zeitung nicht doch weiterhin den Medienmarkt Deutschlands bereichern kann.
Mit freundlichen Grüßen und mit Dank an die Macher der Netzeitung.

Michael Gairing, 03.12.2009
Auch ich muss sagen, dass diese Meldung mich wirklich erschüttert. Seit Jahren besuche ich täglich die netzeitung, und es wäre wirklich eine Schande, diese Plattform in ein automatisieretes Nachrichtenportal zu wandeln. Wenn das so kommt, wäre es ein ganz grosser Verlust für die deutsche Medienlandschaft (und ich würde wirklich meine reale Zeitung, welche bis dato jeden Morgen die Express ist, wechseln zugunsten der Bild !!!).
Das einzige, was mir bleibt, ist allen Beteiligten großes Lob auszusprechen für die tolle Arbeit, die hier in den letzten Jahren gemacht wurde! Grosses Kino!!!
Vielen Dank.

Ulf Karrock, 03.12.2009
Ich habe erst gerade eben von der Umstellung der Netzeitung zum Jahreswechsel erfahren und bin überrascht. Man hörte zwar in der Vergangenheit immer wieder, dass die Netzeitung mit ihrem Erhalt zu kämpfen hatte, aber die Zeitung in ein automatisiertes Portal umzubauen halte ich für ziemlichen Unsinn.
Wenn es gut gemacht wird, gibt es ein zweites Googles News, wer braucht das?
Das würde heißen, mehr von den Nachrichten die überall auftauchen (also mehr Boulevard) und weniger von dem Flair und den speziellen Nachrichten, wie sie jetzt vorhanden sind.
Eine automatisierte Webseite, ohne dass im Hintergrund Menschen Artikel schreiben, recherchieren und arbeiten, wird niemals die aktuelle Netzeitung ersetzen können.
Seit Jahren lese ich gerne und mit viel Muse neben anderen großen Zeitungen (mit Internetportal) auch täglich die Netzeitung. Schade, dass ein so etabliertes und im Internet verbreitetes Nachrichtenportal einfach ersetzt werden soll. Keine besonders kreative Management-Entscheidung!

Fred Ahrens, 03.12.2009
Es ist wirklich nicht nachvollziehbar, warum die Netzeitung automatisiert werden soll. Im Auto war die Automatik eine bahnbrechende Innovation – im Journalismus dagegen gibt es keinen einzigen Erfolg versprechenden Ansatz, der auf einer Automatik aufbaut. Wie auch?
Ich habe die Netzeitung immer gern gelesen, da man bei fast allen Artikeln immer dieses wunderbare Gefühl hatte, dass sich da jemand tatsächlich Gedanken zum Thema gemacht hat. Gerade das hat doch die Netzeitung ausgezeichnet – das war/ist der Unique Selling Point.
Da aber Weihnachten vor der Tür steht, will ich den Rest meiner Gedanken als Wünsche formulieren:
1. Ich wünsche allen Redakteuren und Mitarbeitern der Netzeitung eine neue, schöne, wohlverdiente Heimat bei einer anderen Publikation.
2. Ich wünsche mir, ich könnte in Erfahrung bringen, wo die Redakteure nach dem 31.12. arbeiten, um auch dorthin als Leser zu wechseln.
3. Ich wünsche dem Verlag, dass er einschließlich Management vollautomatisiert wird. (Eine automatische Weiterleitung von netzeitung.de nach news.google.de würde die Kosten auf wenige Euro im Monat reduzieren...)
4. Ich wünsche mir, dass Ihr Überzeugungstäter bleibt. Das was Ihr gemacht habt, ist einfach gut und sollte nicht unter gehen. Setzt Eure Überzeugungen bei Eurem neuen Arbeitgeber durch und bringt den eben auf das ausgezeichnete Niveau der Netzeitung.

Brigitte Schwarz, 03.12.2009
Dreht DuMont 'ne Nase, liebe Netzeitungs-Redakteurinnen und -Redakteure, wendet euch neuen Ufern zu und macht weiter: Wir Netzeitung-Fans werden mit euch gehen, um auch in Zukunft schnelle, aktuelle gute und schlechte Nachrichten von euch lesen zu können. Denn Tage ohne euch und eure Arbeit sind öde und grau. Sagt Bescheid, wo man euch finden kann - ihr seid und bleibt meine erste (Nachrichten-) Adresse!

Martin Karmasz, 03.12.2009
Bitte macht weiter. Lasst euch nicht von diesen Papiertigern von DuMont unterkriegen. Macht es wie in Cupertino 1983. Jolly Roger rules.
Der DuMont Verlag hat bisher doch keinerlei Kompetenz und Erfahrung im Bereich Internet. Kurzsichtige Geschäftsführung zahlt sich nicht aus, vor allem nicht in der Medienbrache. In einen neuen Medium wie dem Internet braucht man Visionen. Wenn es mal schlecht läuft, soll man erst recht an Visionen festhalten. Jede Krise geht vorbei.
Der Kauf der Netzeitung wirkt für mich, wie ein törichter und gescheiterter Versuch, die eigenen Kompetenzen zu erweitern. Ohne wirklich zu wissen was man es machen soll. Aufkaufen, plattmachen, einstampfen, und automatisieren.
News sind keine Autos. Roboterfabriken liefern keine Qualität und haben vor allem kein eigenes Profil. Aufgrund der Wirtschaftskrise sparen zu wollen ist ok. Aber bitte mit Verstand.
Die Netzeitung ist eine etablierte unabhängige einzigartige Zeitung, mit einem in Deutschland einmaligen, innovativen und modernen Profil. Es wäre ein grosser Verlust für die Vielfalt der Meinungsäusserung in der in der deutschen Medienbranche.
Was bleibt dann noch an jungen Medien mit eigener neuer Tradition und Geschichte OHNE eine jahrzehnte lange Vorgeschichte? Geschichte und Tradition sind wichtig und erhaltenswert, aber machmal auch einfach ein Sack voll Steine, mit dem man schwer zu tragen hat.
Schuster bleib bei deinen Leisten. Wenn marketingmäßig Markennamen mit neuem Leben erfüllt werden, ist das ein Betrug am Endverbraucher. Die Netzeitung ist gottseidank ein brain-made Qualitätsprodukt. Und dabei sollte man es belassen. Bitte keine automatisierten Newsticker-Experimente.
Eine Automation aus Kostengründen ist kurzsichtig und unbedacht. Und längerfristig wird das nach hinten losgehen.
Bin Leser von Anfang an. Die Netzeitung ist schon immer meine Startseite.
Nach langen Recherchen und Vergleichen habe ich keinen adequaten Ersatz gefunden. Deutsche Alternativen sind mir zu konservativ und intellektuell zu verstaubt.

Dirk Gleitsmann, 03.12.2009
Nachrichtenaggregation - traurig, dass man mit dem Diebstahl von Inhalten, dem Ergebnis kreativer Arbeit anderer - denn nichts anderes ist es - Geld verdienen kann bzw. darf. Ich wünsche M. DuMont Schauberg, dass Ihnen letzteres versagt bleibt.
Ich finde übrigens den in einigen Leserbriefen aufgeworfenen Vorschlag bezüglich einer Ausgründung nicht schlecht. Die Redaktion ist die Zeitung, sonst nichts. Für gute journalistische Inhalte müsste man auch zahlende Kunden finden. Ich für meinen Teil wäre Ihr Kunde.

Arnd Sünner, 03.12.2009
Ich möchte nur eben kurz mein Beileid aussprechen für diese absolute Fehleinschätzung, zu glauben, dass sich Menschen an einem automatisierten Portal eine objektive und überparteiliche Meinung bilden wollen. Aus diesem Grund kaufe ich auch Zeitschriften und Magazine, denn hier steht der Geist einer Redaktion dahinter, deren Meinung und Ansichten ich gerne diskutieren möchte oder einfach auch teile.
Ich bin der Überzeugung, dass das neue anvisierte Portal sicherlich einen bestimmten Zuspruch bekommen wird, aber nicht von den Lesern, die bis heute Netzeitung als ein Informationsmedium in ihre Meinung einbezogen haben.
Ich bin gespannt was jetzt aus diesem Namen wird, bin aber für mich zu der Überzeugung gekommen, Netzeitung nicht mehr in meiner täglichen Informationssammlung einzubeziehen. Automatisierte Portale mögen eventuell dieser schnellen Zeit entsprechen, sind aber sicherlich bei Informationsseiten eher kontraproduktiv für jeden, der ernsthaft fundierte Informationen einholen möchte.
Aber das Beste ist: Morgen wird es schon andere Seiten geben, die den Platz von Netzeitung einnehmen.
Schade... Aber alles Gute der Redaktion.

Lutz Albrecht-Ploog, 03.12.2009
Wie in allen anderen Bereichen auch, wirft ein unfähiges Management in der Krise sämtliche betriebswirtschaftliche Postulate über Bord. Erst wenn alle Arbeitnehmer entlassen, alles Inventar verscherbelt, alle Rechte verkauft sind, stellen Manager fest, dass man ohne Produktionskosten nichts produzieren kann. Wer nur noch stereotyp reagiert, hat keine Phantasie mehr zu agieren.
Die NETZEITUNG ist und war als Startseite langjähriger Begleiter in der täglichen Informationsflut. Es bleibt nur «Herzlichen Dank» zu sagen. Dem juvenilen DuMont-Verlag, der auch in der Vergangenheit die normative Priorität des Internets immer klar betont hat, würde ein diversifiziertes Portfolio gut zu Gesicht stehen.

Frithjof Stöppler, 03.12.2009
Nicht nur wart ihr die erste nur im Netz erscheinende Zeitung, ihr seid auch bis heute die einzigen, die das Konzept «online» von vornherein konsequent und sehr gut im Sinne der Leser umgesetzt haben. Ich war mehrmals täglich auf eurer Seite seit es euch gibt und werde euch sehr vermissen.
Ich schließe mich anderen Kommentaren an, die Zahlungsbereitschaft signalisiert haben. Ich wäre sofort bereit, ein Abbonnement bis EUR 10 pro Monat zu bestellen. Aber da die DuMont Gruppe wohl selbst diesen Versuch nicht starten will, sondern ihre Rendite-getriebene Entscheidung bereits zu Ihren und unseren Ungunsten gefällt hat, wünsche ich allen Mitarbeitern, dass sie schnell eine gute neue Stelle finden bei einem Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter schätzt und entsprechend behandelt.
Die Qualität Ihrer Arbeit ist hervorragend, besonders im Vergleich zu «klassischen» deutschen Medienangeboten! Vielen Dank für die vielen Jahre Ihres Engagements und der Bereicherung meines persönlichen Alltags. Meine besten Wünschen für Ihre Zukunft!
PS: Wer von den LeserInnen hier hat von Web-Technologie genug Ahnung um einen Internetaufruf an den Verlag mit Unterschriftenliste etc zu starten? Vorschlag: www.rettet-nz.de Ich unterzeichne noch heute!

Arvid Zemkus, 03.12.2009
Auch, wenn es mir für die Mitarbeiter leid tut, kann ich nur sagen, dass ich die Netzeitung mittlerweile nicht mehr vermissen werde.
Zuerst war ich auch ein wenig verwundert, doch dann erinnerte ich mich, dass mir in den vergangenen Jahren eine stetig nachlassende Qualität nicht entgangen war.
Es gab unzählige Schreibfehler in den Artikeln, ständig Doppelungen (...)
Viele Artikel waren - das war zu merken - zunehmend mit heißer Nadel gestrickt.
Dabei ließ die Aktualität in steigendem Maße zu Wünschen übrig, denn was ich am frühen Abend als Top-Meldung lesen konnte, stand nach der ganzen Nacht am nächsten Morgen noch immer so an oberster Stelle.
Ich bin seit geraumer Zeit zu www.spiegel-online.de gewechselt, weil die Artikel dort in jeder Hinsicht die bessere Wahl darstellten. Sorry - aber miese Qualität wird irgendwann bestraft.
Trotzdem wünsche ich allen Mitarbeitern alles Gute.

Michael Adick, 03.12.2009
Auch ich habe die Netzeitung - schon seit Jahren - als Startseite in meinem Browser eingestellt. Da ich in China lebe und arbeite und dort wie bekannt Pressefreiheit eher eingeschraenkt gilt, war die Netzeitung immer ein guter Hort neuester Nachrichten. International gerade auch besser als CNN, die doch extrem USA-zentrisch sind und gerade auch sehr gut um regelmaessig Nachrichten aus der Heimat zu erhalten. Auch ich haette die Netzeitung kostenpflichtig abonniert, haette man dies als Option angeboten.
Eine absolut unverstaendliche Entscheidung. Es wird etwas sehr wichtiges in meinem taeglichen Leben fehlen.

Christian Ahrens, 03.12.2009
Was bitte soll das sein - ein «automatisiertes Portal» - und was soll DAS noch mit einer ZEITUNG zu tun haben?
Den Leuten, die sich DAS ausgedacht haben, wünsche ich in diesem Jahr ganz viel Spass mit 100% «automatisierten Weihnachten», einer automatisierten Weihnachtsgans (Cyber-Quark!!!!) und einem automatischen Geschenkeverschenker. Was dann unterm Xmas-Baum liegt? NATÜRLICH nichts persönliches, schon gar nicht schönes oder gar informatives... Ich verrate es Euch: Eine Socke. Eine belanglose, absolut langweilige und ewig gleiche Socke.
Und im nächsten Jahr gibt's dann - Überraschung! - die zweite Socke...
Dann DOCH lieber Ostern feiern mit ECHTEN Eiern...
ODER zum Focus, Spiegel, taz etc. SCHADE eigentlich.
Es grüßt... K. Ruprecht auf seinem automatisierten Rentier-Schlitten

Sven Kolkmann, 02.12.2009
Es ist Schade, dass eine der letzten Hochburgen des Niveaus nun einer unpersönlichen Aneinanderreihung von Nachrichten weichen muss. Ich möchte euch, lieber Redaktion, für den erfrischenden Stil, mit dem ihr eure Artikel verfasst habt, danken. Ich wünsche der gesamten Redaktion alles Gute für die Zukunft und hoffentlich einen baldigen Neubeginn als Journalisten.
Ich danke Euch wirklich von Herzen für die wirklich mal menschlichen, aber dennoch neutralen Artikel. Ich danke Euch für die Infos, die ihr immer aktuell online gestellt habt, ich danke euch für die schöne Zeit.

Lothar Riemenschneider, 02.12.2009
Einfach unfaßbar, eine solche Zeitung einzustellen, während etliche geistig unterbelichtete Publikationen im Print- und Online-Bereich weiter existieren dürfen. «Bildung», «Wertorientiertheit», «Nachhaltigkeit» ist im Heuschrecken- und Shareholder-Value-Zeitalter eben nur noch was für Sonntagsreden von Herrn BP [Bundespräsident, d.Red.] Köhler.


Ältere Leserbriefe zur Umstellung der Netzeitung finden Sie
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