60 Jahre Menschenrechts-Charta:
Köhler preist «Magna Charta der Menschheit»
10.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Horst Köhler mit dem Präsidenten des Libanon, Michel Sleiman, in Berlin
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Gerade die Deutschen wüssten um den Wert der Freiheit, hat der Bundespräsident festgestellt. Und die UN-Kommissarin Pillay erklärt, warum Menschenrechte universell gültig und unteilbar seien.
Zum 60. Jahrestag der UN-Menschenrechtserklärung hat Bundespräsident Horst Köhler die Deutschen zum Einsatz für die Menschenrechte aufgerufen. «Wir in Deutschland leben in Frieden und Freiheit», erklärte Köhler in Berlin. «Auch aus der Dankbarkeit dafür erwächst die Verantwortung, uns für die Menschenrechte einzusetzen.» Die Menschenrechte müssten immer wieder aufs Neue erklärt, begründet und verteidigt werden «hier und in aller Welt».
Der Bundespräsident würdigte die am Mittwoch vor 60 Jahren beschlossene Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als «Magna Charta der Menschheit». Es sei seit ihrer Verabschiedung viel erreicht worden. «Immer mehr Menschen berufen sich auf die universellen, unveräußerlichen und unteilbaren Menschenrechte und treten für sie ein.» Dennoch seien auch heute noch der Schutz der Menschenwürde und die Achtung der Menschenrechte in vielen Teilen der Erde nicht gesichert. «Menschen werden gefoltert, erniedrigt, ihrer Rechte und ihrer Existenzgrundlagen beraubt.»
«Leben in Würde, ohne Mangel und Furcht»Die UN-Menschenrechtskommissarin Navenethem Pillay hob die universelle Geltung der Menschenrechte hervor. «Ich denke, dass praktisch alle Menschen die gleichen Grundideen teilen, dass sie eine gemeinsame Vorstellung haben, welche Voraussetzungen ein Leben in Würde, ohne Mangel und Furcht braucht», sagte sie der «Frankfurter Rundschau».
Die Menschenrechtserklärung sei ein Zeichen der Hoffnung, weil sie auf die Verwirklichung der Rechte aller Menschen abziele, auch der wirtschaftlichen und sozialen, erläuterte Pillay. Die Universalität der Menschenrechte hänge nicht von wechselnden historischen, kulturellen, wirtschaftlichen oder geografischen Umständen ab, auf die sich die Gegner der Universalität beriefen.
Kerzen am Brandenburger TorIn Berlin ist am Mittwoch eine Feierstunde zum 60. Jahrestag der Menschenrechtserklärung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) geplant. Amnesty International will am Brandenburger Tor Tausende von Kerzen entzünden. Der 10. Dezember wird alljährlich als Tag der Menschenrechte begangen. (epd)