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Durchmarsch eines Dorfvereins: 

Hopp nährt Hoffenheimer Hoffnungen

07. Apr 2008 12:18, ergänzt 13:44
2. Liga als Durchgangsstation: Francisco Copado (l.) und Carlos Eduardo von der TSG
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Der Durchmarsch in die Bundesliga wäre für 1899 Hoffenheim ein einmaliger Erfolg. Doch nach den Plänen von Mäzen Dietmar Hopp ist der Weg der TSG noch längst nicht zu Ende, mit Begeisterung und Beziehungen soll die Erfolgsstory fortgesetzt werden.

Vor knapp 20 Jahren setzte Dietmar Hopp eine im deutschen Vereinsfußball einmalige Entwicklung in Gang. 1989 spendete der sportbegeisterte Manager seinem Heimatverein TSG Hoffenheim 10.000 Mark für Bälle und Trainingsanzüge. Heute klopft der Dorfverein so vehement an der Tür zur Bundesliga, dass es so manchem Traditionsverein angst und bange wird. Doch der Macher, Mäzen und Milliardär hat seine Visionen damit lange noch nicht ausgelebt. Hopp strebt eine Kooperation mit Jürgen Klinsmann und dem FC Bayern München und einen weiteren sportlichen Aufstieg an. «Die Spieler haben langfristige Verträge. Wenn die Mannschaft die dritte Saison zusammenspielt, dann ist der sechste Platz in der ersten Liga drin. Wir wollen da dauerhaft eine gute Rolle spielen», sagt er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Hopp war Mitbegründer des Software-Giganten SAP, heute ist er in seiner Heimat schlicht «der Milliardär». Dabei kann er mit dem Begriff nicht viel anfangen: «Ich habe noch nie die Zahl meiner Aktien genommen und mit dem aktuellen Kurs multipliziert.» Hopp ist nach Angaben des «Manager-Magazins» mit einem geschätzten Privatvermögen von 6,3 Milliarden Euro unter den Top-Ten der reichsten Deutschen. Geld, sagt er, mache ihn «eher unruhig».

Stiftungen und Projekte

Deshalb gibt er es vornehmlich mit Hilfe der Dietmar-Hopp-Stiftung aus – stets für einen guten Zweck. Er hat allein der Universität Heidelberg 40 Millionen Euro zukommen lassen, er hat Pflegeheime und neuerdings ein Hospiz bauen lassen. Und «Vadda Hopp», wie ihn viele nennen, investiert mit Leidenschaft in den Sport: «Anpfiff ins Leben» heißt sein Jugendförderkonzept, über 2000 Kinder in der Rhein-Neckar-Region profitieren davon - im Fußball, Handball, Eishockey und Golf. Hopp ließ für 100 Millionen Euro die SAP-Arena in Mannheim errichten, die Spielstätte der Eishockey-Cracks der Adler und des Handball- Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen.

Seine größte Spielwiese ist und bleibt aber 1899 Hoffenheim, wie sich der Zweitligist mittlerweile nennt. Unter Trainer Ralf Rangnick eilen die Nordbadener aus dem 3300-Einwohner-Dorf von Sieg zu Sieg. Hopp hat den Klub aus den Niederungen der Kreisliga geholt, er soll jedoch nicht ewig an seinem Tropf hängen. «Ich will dieses Unternehmen in schwarze Zahlen bringen - spätestens im zweiten Jahr Bundesliga. Ich möchte nichts hinterlassen, was jedes Jahr Geld kostet.» Das hat nichts damit zu tun, dass der Investor eines Tages aussteigen möchte - im Gegenteil: Hopp hat schon seine Nachfolge geregelt. «Mein Sohn Daniel wird dann meine Rolle übernehmen. Da bricht nichts zusammen.» Der Filius ist bereits Geschäftsführer der SAP-Arena und der Adler.

Kontakt zu Klinsmann

Das neue Stadion für 30.000 Zuschauer in Sinsheim wird 60 Millionen Euro kosten, 20 Millionen hat Hoffenheim zum Saisonbeginn in Neuzugänge investiert.» Bei einem Durchmarsch ins Oberhaus will Hopp den Kader «nur mit zwei, drei Spielern ergänzen. Ich hoffe, dass wir uns dann im Mittelfeld der ersten Liga etablieren können».

Erstklassig sind auch seine Kontakte zu nicht unwesentlichen Figuren im Fußballgeschäft - zum Beispiel zu Jürgen Klinsmann: «Wir tauschen immer wieder E-Mails aus. Er ist sehr daran interessiert, wie es hier voran geht.» Im Moment sei es kein Thema, dass der frühere Bundestrainer einmal Coach in Hoffenheim werde, wenn seine (noch nicht begonnene) Zeit beim FC Bayern mal abgelaufen ist. «Aber ich könnte mir vorstellen, mit Klinsmann und dem FC Bayern zu kooperieren. Zum Beispiel bei Ausleihgeschäften», sagte Hopp.

Mit Franz Beckenbauer geht er schon mal Golf spielen, und zur Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Hopp auch nicht die schlechteste Verbindung: Ralf Zwanziger, der Sohn von Präsident Theo Zwanziger, baut in Hoffenheim den Frauenfußball auf. Auch da strebt Hopp die Erstklassigkeit an. (nz/dpa)


 
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