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«Hurra, das ganze Dorf ist da»: 

Hoffenheims Durchmarsch zu den Bayern

18. Mai 2008 22:06
Hoffenheimer Aufstiegsfeier: an diesem Abend fühlte sich keiner zu klein für Liga eins
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«Wahnsinn» war sicher das meist gebrauchte Wort nach dem Bundesliga-Aufstieg von 1899 Hoffenheim. «Phänomenal, was dort geleistet wurde», befand auch der «Kaiser» und lobte die gute Arbeit auf dem Lande.

Ein kuscheliges 3000-Seelen Dorf aus Nordbaden ist in die große Fußball-Welt marschiert. Als mit dem Schlusspfiff 1899 Hoffenheim am Sonntag erstmals in die Eliteklasse aufgestiegen und damit das Projekt Bundesliga-Fußball in der Provinz realisiert war, brachen alle Dämme und die Jagd mit den Bierkrügen begann. Spieler und Macher schlüpften in T-Shirts mit der Aufschrift «1899 Erstklassig - Aufsteiger 2007/2008». Und auf dem Rücken stand: «Hurra, das ganze Dorf ist da». Die Mannschaft drehte tanzend eine Ehrenrunde. Selbst der als Professor titulierte Trainer Ralf Rangnick freute sich am Tag der Emotionen wie ein kleines Kind, nachdem er sich zunächst für einige Minuten in die Kabine zurückgezogen hatte.

Angetrieben von den Spielerfrauen

«Ich kann es selber noch gar nicht realisieren», sagte der Erfolgscoach. «Das wird bei mir noch ein bisschen dauern. Der Druck war brutal.» Rangnicks junge Ballkünstler hatten zuvor Nervenstärke und spielerische Dominanz bewiesen und am letzten Spieltag die SpVgg Greuther Fürth 5:0 (1:0) deklassiert. Treffer von Demba Ba (39.), Sejad Salihovic (69. Elfmeter/82.) und Chinedu Obasi (77./85. Elfmeter) besiegelten den Glücks-Taumel. Vor der Partie hatte sich die internationale Truppe mit einem Motivations-Video mit Botschaften der Spielerfrauen zusätzlich gepusht. «Mir selber ist beim Anschauen eine Gänsehaut gekommen», verriet Rangnick.

Nur ein Jahr nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga folgt der ehrgeizige, finanziell gut betuchte und akribisch planende Klub den Traditionsvereinen Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln in die Beletage des deutschen Fußballs. Hoffenheim gegen Bayern München, Werder Bremen, Schalke 04 und den VfB Stuttgart - erstmals spielt ein Verein aus einem so kleinen Dorf in der Bundesliga. «Phänomenal, was dort geleistet wurde», adelte der «Kaiser» Franz Beckenbauer den Dorfverein.

«Ein Traum»

«Ich denke, wir sind bereit», sagte SAP-Mitbegründer und Mäzen Dietmar Hopp, der das ganze Projekt ermöglicht. «Zu früh kann so ein Erfolg nicht kommen. Das ist Wahnsinn.» Während des Spiels skandierten die Fans im mit 6350 Zuschauern ausverkauften Stadion «Nie mehr Zweite Liga». Nach dem Schlusspfiff sangen sie zudem «Dietmar, wir danken dir». Wenige Kilometer entfernt verfolgten rund 8000 Fans in der Sinsheimer Messe auf Großbildleinwänden die Partie. Dort stieg am Abend auch die große Party mit den Profis. «Ein unglaublicher Tag für Hoffenheim. Ein Traum», sagte Sportdirektor Bernhard Peters.

Rangnick, der schon mit dem SSV Ulm 1846 und Hannover 96 aufgestiegen war, stufte den Erfolg als einmalig ein: «Das kann mit gar nichts vergleichen. Als wir hier angefangen haben, gab es gar nichts.» Den 49 Jahre alten Coach, der auch schon Schalke und den VfB Stuttgart trainierte, schreckt die Bundesliga nicht: «Ich glaube, dass es in den Spielen nicht unbedingt viel schwerer wird.» (dpa)

 
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