Die Entscheidungen der 2. Bundesliga:
Lauterns Rettung, Hoffenheims Aufstieg
18. Mai 2008 15:53, ergänzt 16:21
 |  Sie behielten recht: Lauterns Fans | Foto: dpa |
|
Im allerletzten Moment hat sich der 1. FC Kaiserslautern gerettet und die im Absteigsendspiel in Osnabrück unterlegenen Offenbacher in die 3. Liga geschickt. Den Hoffenheimer «Projekt-Fußballern» gelang der Sprung in die Bundesliga.
Nach den letzten 90 Minuten lagen Freud und Leid wieder dicht beieinander. Dem grenzenlosen Jubel in Hoffenheim und Lautern standen Trauer und Verzweiflung in Mainz sowie Offenbach gegenüber. Der Dorfklub 1899 Hoffenheim hat sein Fußball-Märchen zu einem traumhaften Ende gebracht und den Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga geschafft. Das Sensationsteam von Trainer Ralf Rangnick fertigte am Sonntag am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga die SpVgg Greuther Fürth mit 5:0 ab und sicherte sich damit den Aufstieg in das Oberhaus des deutschen Fußballs. Hinter Borussia Mönchengladbach und noch vor den dem punktgleichen 1. FC Köln beendeten sie die Saison als Zweiter.
Ostklubs steigen ab
Weiterhin zweitklassig bleibt der FSV Mainz 05, der die ersehnte direkte Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs verpasste. Tränen der Trauer gab es auch bei Kickers Offenbach, das als letzter der vier Absteiger den bitteren Gang in die Drittklassigkeit antreten muss. Die beiden Ostklubs aus Jena und Aue sowie der SC Paderborn standen schon vor dem Spieltag als Absteiger fest. Auf den letzten Drücker rettete sich dagegen der 1. FC Kaiserslautern.
Unbändige Freude herrschte in der gerade einmal 3300 Einwohner zählenden Gemeinde in der Nähe von Heidelberg, als am Sonntag nach 3060 Zweitliga-Minuten der Traum Bundesliga Wirklichkeit wurde. Demba Ba (39. Minute), Sejad Salihovic (69./82.) und Chinedu Obasi (77./85.) brachten den umjubelten Sieg gegen die Franken unter Dach und Fach. Damit zerstörten sie die Hoffnungen in Mainz auf den Aufstieg endgültig. «Das ist für die Region ein besonderer Tag», befand Erfolgstrainer Rangnick, bei dem Erinnerungen wach wurden: 1999 hatte er den Durchmarsch des SSV Ulm 1846 eingeleitet. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer sah dem künftigen Duell mit dem Dorfklub mit gemischten Gefühlen entgegen: «Das wird sicherlich eine gewöhnungsbedürftige Begegnung werden.»
Klopp verlässt Mainz
In Mainz wiederholte sich das Wunder von 2004 nicht, als die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp am letzten Spieltag bei zuvor zwei Punkten Rückstand das Bundesliga-Ticket buchen konnte. Gegen den FC St. Pauli gab es zwar beim Saisonabschluss durch die Tore von Felix Borja, dem Dreierpack von Srdjan Baljak und Daniel Gunkel den erhofften klaren 5:1-Sieg, das Hoffen auf den Patzer von Hoffenheim war vergeblich. Damit ist auch die Trennung der Erfolgsehe zwischen den Rheinhessen und Trainer Klopp perfekt. Lange Gesichter gab es auch beim SC Freiburg, der 0:2 gegen SV Wehen Wiesbaden verlor.
Lauterns Hoffnungen auf die Rettung in letzter Minute wurden buchstäblich erhört: Gegen die bereits als Bundesliga-Aufsteiger feststehenden Kölner sorgten vor 48.500 Zuschauern Josh Simpson (70.) und Marcel Ziemer (75./81.) für den erlösenden 3:0-Sieg, mit dem die Pfälzer zehn Jahre nach ihrem letzten Meistertitel den Sturz in die Drittklassigkeit doch noch verhinderten. Dafür traf es am letzten Spieltag Offenbach: Die Hessen verloren den Abstiegskrimi beim VfL Osnabrück mit 0:3. Dagegen konnten die Niedersachsen nach den Toren von Jan Schanda (36.), Mathias Surmann (57.) und Thomas Reichenberger (70.) jubeln.
OFC muss in die 3. Liga
Ende gut, alles gut hieß es auch beim FC Augsburg, der sich mit Holger Fach als drittem Trainer der Saison beim 1:1 gegen Jena den Klassenerhalt erzitterte. Nur dank des besseren Torverhältnisses im Vergleich zu Offenbach bleiben die Schwaben drin. Sören Dreßler (58.) erzielte gegen Jena die Führung, Sandor Torghelle glich aus (61.).
Nach den «Chaos-Tagen» beim TSV 1860 München war auf dem Platz beim 1:1 bei Erzgebirge Aue nichts als Langeweile angesagt. Gladbach verabschiedete sich mit dem 3:2 bei Absteiger Paderborn als Meister aus dem Unterhaus, Alemannia Aachen unterlag TuS Koblenz 1:3. (nz/dpa)