06.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
TuS-Fans demonstrieren gegen den Punktabzug
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
TuS Koblenz ist mit dem Versuch, den Punktabzug in der laufenden Zweitliga-Saison abzuwenden, im ersten Anlauf gescheitert. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.
Die DFL Deutsche Fußball Liga (DFL) hat am Dienstag die Beschwerde des Zweitligisten TuS Koblenz gegen den wegen gravierender Verstöße im Lizenzierungsverfahren erfolgten 8-Punkte-Abzug abgelehnt. «Aus dem Beschwerde-Vortrag haben sich keine neuen Erkenntnisse ergeben. Daher konnte nicht abgeholfen werden», begründete DFL-Geschäftsführer Christian Müller die Zurückweisung. Der TuS stehe frei, den Vorstand des Liga-Verbandes als Beschwerde-Instanz anzurufen. Die Punkte werden am Saisonende abgezogen, weil Spielerverträge von erheblicher wirtschaftlicher Relevanz nicht vorgelegen hatten. Zudem ist eine 200.000 Euro-Vertragsstrafe fällig.
DFL: Keine neuen Erkenntnisse«Wir werden bis Mittwochmittag Einspruch einlegen», kündigte TuS- Geschäftsführer Wolfgang Loos an. Damit kommt es zur mündlichen Verhandlung in zweiter Instanz beim Liga-Vorstand. Rechtsanwalt Christoph Schickhardt ist mit der Wahrung der Klub-Interessen beauftragt und sieht gute Chancen, das Urteil zu kippen. «Die DFL hat sich nicht ausreichend mit unserem Vortrag beschäftigt und die tatsächliche sowie rechtliche Problematik nach wie vor verkannt.» Für den Juristen hätten sich keine neuen Erkenntnisse aus der DFL-Mitteilung ergeben.
Koblenz droht durch den höchsten Punktabzug in der Bundesliga-Geschichte der Zweitliga-Abstieg, hat aber vor dem Match am Mittwoch bei 1899 Hoffenheim mit 35 Zählern noch ein Polster von drei Punkten auf einen Abstiegsplatz. Der Verein sieht sich von der DFL zu Unrecht wegen arglistiger Täuschung bestraft, weil er sich vom ehemaligen Geschäftsführer Hermann Gläsner ebenfalls hintergangen fühlt.
TuS fühlt sich zu Unrecht bestraftGläsner hatte die im Sommer mit den Serben Branimir Bajic und Marko Lomic geschlossenen Transferverträge kurz nach Saisonstart bei Nachverhandlungen maßgeblich verändert und dem Klub Partizan Belgrad eine wesentlich höhere Transfersumme zugesichert, ohne den Koblenzer Aufsichtsrat davon in Kenntnis zu setzen. Die Verträge wurden erst nach der fristlosen Kündigung Gläsners im Dezember 2007 entdeckt und die dort angegebene Transfersumme in Höhe von etwa zwei Millionen Euro umgehend von Sponsoren und dem Aufsichtsrat ausgeglichen. (dpa)