In der Alltagsarbeit vertraut der 54-jährige Daum schon seit vielen Trainerstationen in erster Linie seinem Assistenten Roland Koch. Rangnick hat in Hoffenheim ein kompetentes Betreuerteam unter anderem mit dem früheren Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters und dem Nationalmannschafts-Psychologen Hans-Dieter Hermann zusammengestellt. «Rangnick ist einer der besten Trainer in Deutschland. Er ist kompetent und menschlich», sagte der Kölner Coach und lobt das Modell von 1899-Mäzen und Milliardär Dietmar Hopp: «In Hoffenheim wird sehr gezielt und überlegt für den Erfolg gearbeitet. Hopp wird mit Hoffenheim eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben wie mit der SAP.»Die zwei Fußball-Lehrer standen sich bereits vor zwei Jahren bei den Champions-League-Spielen zwischen Daums damaligem Klub Fenerbahce Istanbul und Schalke 04 mit Rangnick gegenüber. Damals gab es ein 3:3 in Istanbul und ein 2:0 für die Gelsenkirchener zu Hause. Rangnick war zudem am Jahresende 2005 ein Kandidat für den 1. FC Köln. In Stuttgart, erinnert sich der 49 Jahre alte Rangnick an seine Zeiten unter Daum beim VfB, «habe ich ihn damals als einen mutigen Mann mit neuen Ideen kennengelernt. Beeindruckend waren vor allem seine Gabe zu motivieren und im psychologischen Bereich zu arbeiten.»
Der Chefcoach habe damals von sich aus Kontakt zur Jugendabteilung aufgenommen - «was für mich als junger Trainer nicht selbstverständlich war». Daums Kokain-Affäre, die ihm damals den Bundestrainer-Job gekostet hat, will Rangnick nicht entschuldigen, er kann sie aber erklären: «Wie Chefärzte und Topmanager sind auch Trainer einem großen Stress aufgesetzt und deshalb für Suchtmittel gefährdet.» Am Sonntag wird der Puls der beiden erfahrenen Kollegen wieder einmal ganz schnell schlagen. (Wolfgang Brück und Dietmar Fuchs, dpa)