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High Noon im Aufstiegskampf: 

Rangnick fordert Ex-Lehrmeister Daum

04. Mai 2008 13:18
Gute Ausgangslage: Hoffenheims Coach Ralf Rangnick
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Wenn der 1. FC Köln und 1899 Hoffenheim aufeinandertreffen, stehen nicht nur die Spieler im Mittelpunkt. Beim Duell der Trainer-Gurus Daum und Rangnick geht es dieses Mal um mehr als die Frage: Welche Fußball-Philosophie ist die bessere?

Die zweite Liga ist für die Ansprüche von Christoph Daum und Ralf Rangnick eigentlich eine Nummer zu klein. Auf dem eingeschlagenen Weg in das Fußball-Oberhaus kreuzen sich die Wege der früheren Bundesliga-Trainer wieder einmal: Im Spitzenspiel 1. FC Köln gegen 1899 Hoffenheim am Sonntag (14.00 Uhr) könnte eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf fallen. Als Daum 1992 mit dem VfB Stuttgart die deutsche Meisterschaft feierte, war Rangnick unter ihm Jugendtrainer und -Koordinator.

«Wenn wir am Sonntag gewinnen, wäre das ein Break», sagte Rangnick, dessen Mannschaft als Tabellenzweiter zwei Punkte vor Köln liegt. «Ein Unentschieden reicht Köln nicht - uns schon. Dennoch werden wir nicht auf Unentschieden spielen.»

Daum und Rangnick schätzen sich - sind aber völlig unterschiedliche Typen. Hier der Bauchmensch Daum, der seine Emotionen selten verbergen kann - dort der Kopfmensch Rangnick, der den Beinamen «Fußball-Professor» trug und seine Erfolge akribisch plant. Rangnick (Vertrag bis 2011) wird mit den Nordbadenern möglicherweise von der Regionalliga in die erste Liga durchmarschieren und gilt bei seinem Klub als der Trainer der Zukunft. Hingegen wird Daum in Köln gehen, wenn die «Geißböcke» nicht aufsteigen. Selbst zu einem klaren Bekenntnis im Fall der Rückkehr in die erste Liga hat er sich noch nicht durchringen können.

Vor dem Hoffenheim-Spiel sollen bei den Rheinländern alle Kräfte mobilisiert werden. Diese Woche haben sich rund 300 Kölner - Profis, Präsidiumsmitglieder, Jugendspieler und Angestellte - auf der Tribüne des clubeigenen Franz-Kremer-Stadions zum Gruppenfoto gestellt. Alle trugen T-Shirts mit dem Aufdruck: «Alles für den Aufstieg.»

Unterschiedliche Trainertypen

In der Alltagsarbeit vertraut der 54-jährige Daum schon seit vielen Trainerstationen in erster Linie seinem Assistenten Roland Koch. Rangnick hat in Hoffenheim ein kompetentes Betreuerteam unter anderem mit dem früheren Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters und dem Nationalmannschafts-Psychologen Hans-Dieter Hermann zusammengestellt. «Rangnick ist einer der besten Trainer in Deutschland. Er ist kompetent und menschlich», sagte der Kölner Coach und lobt das Modell von 1899-Mäzen und Milliardär Dietmar Hopp: «In Hoffenheim wird sehr gezielt und überlegt für den Erfolg gearbeitet. Hopp wird mit Hoffenheim eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben wie mit der SAP.»

Die zwei Fußball-Lehrer standen sich bereits vor zwei Jahren bei den Champions-League-Spielen zwischen Daums damaligem Klub Fenerbahce Istanbul und Schalke 04 mit Rangnick gegenüber. Damals gab es ein 3:3 in Istanbul und ein 2:0 für die Gelsenkirchener zu Hause. Rangnick war zudem am Jahresende 2005 ein Kandidat für den 1. FC Köln. In Stuttgart, erinnert sich der 49 Jahre alte Rangnick an seine Zeiten unter Daum beim VfB, «habe ich ihn damals als einen mutigen Mann mit neuen Ideen kennengelernt. Beeindruckend waren vor allem seine Gabe zu motivieren und im psychologischen Bereich zu arbeiten.»

Der Chefcoach habe damals von sich aus Kontakt zur Jugendabteilung aufgenommen - «was für mich als junger Trainer nicht selbstverständlich war». Daums Kokain-Affäre, die ihm damals den Bundestrainer-Job gekostet hat, will Rangnick nicht entschuldigen, er kann sie aber erklären: «Wie Chefärzte und Topmanager sind auch Trainer einem großen Stress aufgesetzt und deshalb für Suchtmittel gefährdet.» Am Sonntag wird der Puls der beiden erfahrenen Kollegen wieder einmal ganz schnell schlagen. (Wolfgang Brück und Dietmar Fuchs, dpa)

 
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