18.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Fußball-Bundesliga stellt fast 100 Profis in der letzten Länderspielwoche des Jahres ab, doch das Trainer-Debüt von Diego Maradona überstrahlt alles: Der Argentinier tritt mit seiner Auswahl an einer für ihn historischen Stätte an.
Fast 100 Kicker aus der Fußball-Bundesliga sind in der letzten Länderspiel-Woche des Jahres im Einsatz, doch das Trainer-Debüt eines Einzelnen überstrahlt alles: Diego Maradona nimmt am Mittwochabend in Glasgow erstmals als Nationalcoach Platz auf der argentinischen Bank - an einer für ihn historischen Sportstätte. Denn im Hampden Park erzielte der damals 18 Jahre junge Diego Armando am 2. Juni 1979 beim 3:1-Erfolg seinen ersten Länderspiel-Treffer für Argentinien. 33 weitere Tore in 91 Länderspielen sollten folgen und machten die «Gauchos» mit Maradona als Führungsfigur zu einer der besten Mannschaften der Welt. Als Nachfolger des glücklosen Alfio Basile will er als Trainer mit seinem Team an alte Erfolge anknüpfen.
«Wir müssen wieder zeigen: Hier kommt nicht irgendeine Elf dahergelaufen», forderte der Weltmeister von 1986 von seiner durch magere Resultate in der Ausscheidung zur WM 2010 in Südafrika verunsicherten Mannschaft. Am Mittwochabend gegen die heimstarken Schotten wäre er «schon zufrieden, wenn ich diesen Mentalitäts- und Gefühlswechsel bei den Spielern sehen würde», meinte der 48-Jährige, dem Auftritte wie das enttäuschende 0:1 gegen Chile überhaupt nicht gefallen haben: «Das entsprach nicht der Geschichte unseres Trikots.»
Aus seiner Aufstellung macht der Nationaltrainer-Novize ein Geheimnis. Fest steht, dass er auf zwei seiner wichtigsten Kräfte verzichten muss. Spielmacher Juan Roman Riquelme, der laut Maradona «in Zukunft meine Nummer 10 tragen wird», spielt mit den Boca Juniors Buenos Aires um die argentinische Meisterschaft und fehlt ebenso wie Jungstar Lionel Messi. Mit dessen Klub FC Barcelona war als Dank für die Olympia-Freistellung in Peking schon lange vereinbart worden, dass Messi eine Länderspiel-Pause erhält.
Neue Ära eingeleitetOhne beide Asse läutete der einstige Mittelfeldstar am Montagabend im Celtic Stadium die neue Ära ein und leitete erstmals seit seiner Ernennung Ende Oktober eine Trainingseinheit der Argentinier. Anders als sonst in der Öffentlichkeit agierte Maradona sehr zurückhaltend, gab kaum Gesten oder Kommentare und wirkte überaus konzentriert. «Es war nur ein erstes Abtasten mit den Spielern. Natürlich, ich kenne sie, aber ich muss spüren, wie sie drauf sind», berichtete Maradona. Am (heutigen) Dienstag standen noch ein Geheimtraining und die mit Spannung erwartete erste und einzige Pressekonferenz zum Spiel an.
Weltmeister Italien fordert mit Luca Toni in Piräus Otto Rehhagels Griechen heraus. «Wir wollen einen erfolgreichen Jahresabschluss», sagte der Torjäger des FC Bayern München, dessen Club-Kollege Franck Ribéry mit Frankreich in Paris Uruguay herausfordert. Europameister Spanien will in Villarreal gegen Chile seinen zwei Jahre und 27 Spiele anhaltenden Nimbus der Unbezwingbarkeit bewahren. Und auch die EM-Gastgeber des Sommers präsentieren sich noch einmal den eigenen Fans: Österreich empfängt in Wien die Türkei und die Schweiz mit Coach Ottmar Hitzfeld trifft in St. Gallen auf Finnland. (Esteban Bayer und Thomas Prüfer, dpa)