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Nach dem «Abflug» in der Halbzeitpause: 

Löw macht kurzen Prozess mit Kuranyi

12. Okt 2008 12:33
Trennung mit Trara: Löw (l.)und Kuranyi
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Die Karriere des Schalker Angreifers in der Nationalmannschaft ist beendet. Nachdem Kuranyi noch während des Spiels gegen Russland mit seiner Abreise für einen Eklat gesorgt hatte, reagierte der Bundestrainer.

Der Bundestrainer stellt Kevin Kuranyi den Stuhl vor die Tür, die Nationalmannschaftskarriere des Schalker Angreifers ist zumindest unter Joachim Löw beendet. «So wie Kevin gestern reagiert hat, kann ich das nicht akzeptieren und werde ihn deshalb in Zukunft nicht mehr für die Nationalmannschaft nominieren», sagte Löw am Sonntag in Düsseldorf. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa ist die Entscheidung der sportlichen Leitung noch in der Nacht zum Sonntag gefallen.

Auslöser war nach der eigenmächtigen Abreise von Kuranyi noch während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland (2:1) das Auftauchen von Freunden des Profis, die sofort die persönlichen Sachen von Kuranyi aus dem DFB-Quartier in Düsseldorf abholten. Löw wollte dem Spieler noch eine Chance geben, aber bis zum Training am Sonntagmittag hat es keinen Kontakt zu Kuranyi gegeben. Der FC Schalke 04 ist noch in der Nacht informiert worden.

Enttäuschung nach der Mannschaftssitzung

«Wir sind selber erstaunt. Es war für uns alle überraschend», kommentierte Löw die stillose Aktion von Kuranyi. «Trotz mehrerer Versuche haben ihn Oliver Bierhoff und ich bisher telefonisch nicht erreicht.» Nach einer Mannschaftssitzung vor dem Russland-Spiel, auf der Löw die Aufstellung bekanntgegeben hatte, war Kuranyi auf Löw zugegangen und «hat seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass er nicht zum 18er-Kader gehört und in Dortmund auf der Tribüne sitzen muss», berichtete der Bundestrainer.

Kuranyis Berater Roger Wittmann bestätigte am Sonntag die gezielte Aktion des Schalker Angreifers. «Er hat entschieden, was er für sich selbst als richtig empfindet, zu sagen, ich gehe nach Hause», erklärte Wittmann im DSF. Man hätte es zwar besser machen können, räumte der Berater ein. «Aber der Mensch Kevin Kuranyi spielt auch eine Rolle - und der hat so entschieden.»

Kuranyi hatte die erste Halbzeit des Spiels gegen Russland noch gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Jermaine Jones und den Nationalmannschafts-Betreuern auf der Gegentribüne im Dortmunder Stadion verfolgt und war zur Pause verschwunden. Laut «Bild am Sonntag» will Kuranyi von sich aus nicht mehr für Deutschland spielen. (dpa/nz)

 
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