10. Okt 2008 12:28
Die jüngsten Aussagen des DFB-Managers waren stets reich an Zwischentönen, was der schreibenden Zunft so manche Interpretation erlaubte. Wie Bierhoff dies vor dem Spiel gegen Russland vermied, hat
erlebt.
Das Beste wäre, Bierhoff würde einfach eine Weile den Mund halten. Geht aber nicht, weil er ja nicht nur für teure Hotels, sondern auch für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, und Joachim Löw keine Lust hat, jeden verdammten Tag zu erzählen, wie toll die Russen sind. Also saß am Donnerstag Bierhoff vor der Presse, und alle hingen gebannt an seinen Lippen, ob er sich selbige inklusive Zunge wieder verbrennen würde.Aber diesmal ging die Sache gut, die Goldwaagen blieben im Köfferchen. Bierhoff war ganz Manager und bemüht, seinem Image als DFB-Problembär entgegenzuwirken. Er lobte nicht nur die Russen, sondern auch die Stadt Düsseldorf für ihre immerwährende Gastfreundlichkeit. Er klopfte sich selbst auf die Schulter als «Chefinitiator» des Fanfestes in Düsseldorf. «Wir wollen die Mannschaft ja dem Publikum, vor allem den Kindern präsentieren», säuselte er - dies nach dem ersten öffentlichen Training seit November 2007. Und er parlierte versiert über die Finanzkrise: «Wenn das Konsumentenverhalten ängstlich ist, wird es auch für den Fußball schwerer.»
Über Ballack: kein Wort. Und er wurde auch gar nicht danach gefragt. Offenbar haben alle das Thema satt - bis zur nächsten Runde.
Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der «Berliner Zeitung».