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WM-Qualifikation trotz Krise in der Heimat: 

«Heimspiel» für Georgien in Mainz

05. Sep 2008 14:55
Hoffnungsträger: Die georgische Nationalmannschaft
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Nach Anweisung der Fifa tritt die Auswahl der Kaukasus-Republik in Rheinhessen gegen Irland an. «Wir wollen die Leute zu Hause glücklich machen», erklärte Coach Hector Cuper vor der besonderen Herausforderung für seine Elf.

Richtig glücklich sehen sie nicht aus, die Spieler und Verantwortlichen der georgischen Nationalmannschaft. An diesem Samstag (18.00 Uhr) starten sie in Mainz gegen Irland in die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Doch was auf dem Papier ein Heimspiel für den 77. der Fifa-Weltrangliste ist, wird sich in Wirklichkeit nicht so anfühlen.

«Wir hoffen, dass rund 1000 georgische Fans kommen», sagt Alexander Tsnobiladze, Pressesprecher des georgischen Verbandes. Die reisefreudigen Iren werden deshalb in der Überzahl sein, wenn die georgischen Akteure des argentinischen Trainers Hector Cuper im Bruchweg-Stadion einlaufen.

Mainz statt Tiflis

Trotz der unsicheren politischen Lage zu Hause hätten sie ihr Heimspiel am liebsten in der Hauptstadt Tiflis ausgetragen. «Wir sind der Meinung, dass das auch möglich gewesen wäre», sagt Tsnobiladze. Doch die Fifa wollte angesichts des Kaukasus-Konfliktes zwischen Georgien und Russland kein Risiko eingehen und zwang den georgischen Verband, das Heimspiel in die Fremde zu verlegen.

Die Wahl fiel schließlich auf Deutschland, obwohl auch Österreich eine Alternative gewesen wäre. «Am Ende haben die tollen Sportstätten hier den Ausschlag für Deutschland gegeben», sagt Cuper.

Cuper vs. Trappatoni

Für den ehemaligen Coach von Inter Mailand und dem FC Valencia ist es das erste Pflichtspiel als georgischer Nationaltrainer, auf dessen Posten er den ehemaligen Bundesliga-Coach Klaus Toppmöller abgelöst hat. Seit Anfang August ist er im Amt, kurz danach brachen die Kämpfe im Kaukasus aus.

Zum Testspiel am 13. August in Cardiff gegen Wales konnte der 52-Jährige daher viele seiner Spieler aus Georgien nicht begrüßen. Dennoch gewann sein Team mit 2:1. «Wir haben eine gute Mannschaft und werden nur schwer zu schlagen sein», sagt Cuper vor dem Duell mit den von Giovanni Trappatoni trainierten Iren.

«Wir spielen ja nicht gegen Russland»

Doch das Sportliche ist für den Coach nicht entscheidend. Wichtiger sei es, den so gebeutelten Menschen in Georgien neue Hoffnung zu geben. «Wir wollen die Leute zu Hause glücklich machen», erklärt Cuper auf spanisch. Die Sprache seiner neuen sportlichen Heimat hat er noch nicht angenommen, dennoch will er in Zukunft oft in die Kaukasus-Republik reisen, um sich ein Bild von der dortigen Liga zu machen. Zur Vorbereitung auf das Spiel gegen Irland hat er 26 Akteure nominiert, nur drei kamen wegen der bekannten Probleme mit Verspätung. «Ansonsten läuft alles nach Plan. Meine Spieler sind sehr motiviert.»

Die Geschehnisse in Georgien müssen sie für 90 Minuten ausblenden. «Natürlich fällt das nicht leicht, aber wir müssen den Kopf irgendwie frei bekommen», sagt Lewan Kobiaschwili vom FC Schalke 04. Trotz der unerfreulichen Situation wollen sie dem Spiel keine politische Note verpassen. «Nein, wir spielen ja nicht gegen Russland», sagt Tsnobiladze. Doch dass auch solche Duelle nur wenige Tage nach dem Ende der Kampfhandlungen bereits wieder möglich sind, zeigt das für Freitag im weißrussischen Minsk angesetzte EM-Qualifikationsspiel der U 21-Teams beider Länder. (dpa)

 
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