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  • Australien, Japan, Brasilien, Kroatien

  • Kroaten wollen australische Wurzeln vergessen
    22. Jun 2006 08:33

    Mark Viduka
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Im letzten Spiel der Gruppe F geht es für die Teams aus Kroatien und Australien um die Qualifikation fürs Achtelfinale. Auf familiäre Bindungen können die Spieler keine Rücksicht nehmen.
     
    Von Susan Dobias und Martin Kloth

    Sportlich brisant, emotional pikant: Beim letzten Finalspiel der Gruppe F wollen Kroaten und Australier an diesem Donnerstag in Stuttgart nicht an Freundschaften und gemeinsame Wurzeln denken. «Sobald wir auf dem Platz stehen, ist das vergessen. Dann ist es egal, wer unser Freund ist oder welche Vorfahren wir haben», stellte Jason Culina vor dem Duell um den Einzug ins WM-Achtelfinale klar.

    «Eine Menge Emotionen im Spiel»

    Mehr in der Netzeitung:
  • Ronaldo bewegt sich endlich 19. Jun 2006 11:08
  • Brasiliens Minimalisten im Achtelfinale 18. Jun 2006 18:47, ergänzt 20:40
  • Kroatien und Japan stehlen sich Punkte 18. Jun 2006 15:47, ergänzt 18:09
  • Kroaten lassen große Chance aus 14. Jun 2006 08:22
  • Australier feiern riesige Party 13. Jun 2006 13:16
  • Australien ringt Japan nieder 12. Jun 2006 15:46, ergänzt 18:47
  • Wie der Mittelfeldmann haben sechs weitere Akteure der «Socceroos» ihren familiären Ursprung in Kroatien. Und im Team mit den markanten rot-weißen Schachbrett-Trikots spielt mit Josip Simunic, Ante Seric und Joe Didulica gleich ein Trio, dessen Wiege in «Down Under» schaukelte. «Es wird ein sehr schweres Spiel, weil wegen der engen Verbindungen beider Nationen eine Menge Emotionen im Spiel sind», sagte Australiens niederländischer Trainer Guus Hiddink.

    Im Mittelpunkt steht jedoch nicht Völkerkunde, sondern das Erreichen der nächsten Runde. Stürmer Mark Viduka, Sohn kroatischer Eltern, stellte klar: «Die Partie wird speziell für mich, weil wir in die nächste Runde kommen können - nicht wegen meiner Abstammung.» Sein Teamkollege Zeljko Kalac unterstützte den Stürmer vom FC Middlesbrough. «Wir wollen dieses Match einfach gewinnen. Alles andere ist doch völlig egal. Und so werden die Kroaten auch denken», erklärte der zweite Torhüter.

    Simunic träumt

    Diese Steilvorlage nahm Josip Simunic gekonnt auf. «Das ist ein wichtiges Spiel, weil ich bei meinem dritten großen Turnier mit Kroatien zum ersten Mal in die nächste Runde einziehen will», sagte der Bundesliga-Profi von Hertha BSC, der im australischen Canberra geboren wurde und bei der WM 2002 in Südkorea und Japan sowie der EM 2004 in Portugal nicht über die Vorrunde hinaus gekommen war. Er gehe zwar mit gemischten Gefühlen in das Duell, aber auch als Patriot: «Ich spiele für Kroatien. Das war mein Traum von Kindesbeinen an.»

    Für Kroatiens Trainer Zlatko Kranjcar ist Theater um die Abstammung absolut zweitrangig. «Das Spiel ist vielleicht etwas Besonderes für Simunic und Co. Aber ansonsten ist es nur etwas Besonderes, weil wir gewinnen müssen. Unabhängig von kroatischen Wurzeln: Wir spielen für Kroatien, die Australier für Australien», sagte der Coach, der bis auf den gesperrten Abwehrchef Robert Kovac alle Mann an Bord hat. Für den ehemaligen Hertha-Spieler rückt Rekord-Nationalspieler Dario Simic in die zentrale Position. An dessen Stelle übernimmt Stjepan Tomas, ein guter Freund von Viduka, bei seinem diesjährigen WM-Debüt die rechte Seite.

    Australien will nicht pokern

    Die «Aussies» vertrauen in der Partie aber nicht nur auf eigene Tugenden, sondern auch auf Hilfe von oben. «Ich glaube, mit ein bisschen Glück und Gott auf unserer Seite schaffen wir die zweite Runde. Diese Jungs verdienen das», sagte John O'Neill, der Generalsekretär des australischen Fußballverbandes.

    Auf das zum Weiterkommen reichende Unentschieden wollen es die «Socceroos» nicht ankommen lassen. «Dann verliert man meistens», sagte Kapitän Viduka. Sein kongenialer Sturm-Partner Harry Kewell kündigte an, keinen «Soft-Fußball» spielen zu wollen. Kewell war einer Sperre entgangen, obwohl er Schiedsrichter Markus Merk nach dem 0:2 gegen Brasilien verbal attackiert hatte. Bis auf den an der Wade verletzten Tony Popovic kann Hiddink daher auf alle Spieler bauen. (dpa)




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