Ghana hält Afrika-«Fahne» hoch
22. Jun 2006 08:39, ergänzt 08:40
 |  Ghanas Spieler in der Freudentraube. | | Foto: dpa |
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Im letzten Vorrundenspiel gegen die USA könnte Ghana mit einem Sieg noch auf den zweiten Platz in der Gruppe E vorrücken. Um die Sensation zu schaffen, nehmen sich die Afrikaner einen WM-Teilnehmer von 2002 zum Vorbild.
Der Schwarze Kontinent fiebert mit Ghana: Die «Black Stars» haben sich zum Hoffnungsträger für ganz Afrika aufgeschwungen und wollen wie Senegal vor vier Jahren die Etablierten das Fürchten lehren. Mit einem Sieg über die USA an diesem Donnerstag in Nürnberg will der WM-Neuling ins Achtelfinale stürmen und damit den Stolz des gesamten Kontinents stärken. «Ich glaube, jetzt sind wir die Fahnenträger Afrikas und wir müssen sie stabil halten und Afrikas Teilnahme an der Weltmeisterschaft rechtfertigen», erklärte Kwesi Nyantakyi, Präsident des ghanaischen Fußballverbandes (GFA).
Vorbild Senegal
Bei der WM 2002 hatte Senegal mit dem Einzug ins Viertelfinale für Furore gesorgt und dient Ghana nun als Vorbild. «Wir beten jeden Tag, dass wir unsere beste Leistung bringen können. Wir wollen es machen wie Senegal - und vielleicht noch besser», sagte Verteidiger Sulley Ali Muntari und widersprach damit seinem Trainer Ratomir Dujkovic. Dieser hatte gemurrt: «Wir sind nicht Senegal. Wir sind Ghana.»Seit dem 2:0 gegen Tschechien ist Ghana im Ausnahmezustand. Eigens für das Entscheidungsspiel um den Einzug ins Achtelfinale wurde der halbe Donnerstag zum Feiertag ausgerufen. Ähnlich wie in Deutschland zeigt die gesamte Nation Flagge. In der Hauptstadt Accra tragen die Menschen Kappen, Schals oder T-Shirts in den Landesfarben rot, gelb und grün; Häuser, Autos oder Motorräder sind mit Fahnen geschmückt. Die Preise für nachgemachte Trikots der Nationalmannschaft haben sich auf gut 12 Euro verdoppelt - und finden trotzdem reißenden Absatz. Selbst UN-Generalsekretär Kofi Annan drückt seinen Landsleuten die Daumen. «Ich bin sicher, wenn wir das Finale erreichen, wird er kommen», sagte Verbandspräsident Nyantakyi. Ghanas Staatspräsident John Agyekum Kufour ist überzeugt, dass «die Stars das nächste Spiel gewinnen und in die nächste Runde des Wettbewerbes einziehen werden».
Kalou hofft auf Ghana «Ich wünsche ihnen wirklich das Allerbeste», sagte Bonaventure Kalou. Der Stürmer war mit der Elfenbeinküste früh gescheitert. «Ich denke, sie sind jetzt die einzige Hoffnung für Afrika auf eine gute Platzierung. Wir hoffen, dass es Ghana besser macht als wir.»Allerdings geht das Team um Mittelfeld-Star Michael Essien gehandicapt in die Partie. Mit Asamoah Gyan und Muntari fehlen den «Black Stars» ausgerechnet die beiden bisherigen Torschützen wegen einer Gelb-Sperre. «Jeder Spieler hat seine speziellen Fähigkeiten und es ist sehr schwer, in dem 22-köpfigen Kader jemanden wie Sulley Muntari zu finden. Aber wir versuchen, jemand anderen auf diese Rolle vorzubereiten, auch wenn es unmöglich ist, dies hundertprozentig hinzubekommen», sagte Trainer Dujkovic.
Arena begeistert von Essien Den Amerikanern bereitet jedoch vor allem Essien Sorgen. «Ich kenne ihn noch aus England. Neutralisieren kann man ihn nicht. Es ist nicht sinnvoll, einen Mann für ihn abzustellen», sagte Stürmer Brian McBride, der als einzige Spitze auflaufen wird. Trainer Bruce Arena, der auf eine stabile Abwehr und Kontertaktik setzt, hält den mit 38 Millionen Euro Ablöse teuersten afrikanischen Fußballer gar für «einen der besten Spieler dieses Turniers».Die Gruppe E bezeichnete der Trainer als die «wahre Todesgruppe». «Deshalb sind wir auch nicht enttäuscht. Es war unser Ziel, aus den ersten beiden Partien gegen Tschechien und Italien einen Punkt zu holen. Das ist gelungen», sagte er. Was er nicht sagte: Drei Punkte sind für den WM-Viertelfinalisten von 2002 gegen Ghana Pflicht. (nz)
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