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  • USA, Tschechien, Italien, Ghana

  • «Black Stars» entzaubern Tschechien
    18. Jun 2006 12:27

    Die Spieler Ghanas konnten bereits nach 66 Sekunden den ersten Treffer bejubeln.
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Die Freude nach dem fast schon historischen Triumph über Tschechien kannte bei Ghanas Spielern keine Grenzen. Auch die unterlegenen Tschechen zollten Respekt: «Wir konnten heute nicht mithalten», sagte Coach Brückner.
     
    Von Heinz Büse und Dietmar Fuchs

    Der Schwarze Kontinent hat seinen Fußball-Stolz wieder. Den Freudentränen nahe sanken die Außenseiter aus Ghana nach ihrer Gala gegen konsternierte Tschechen auf die Knie. Der erste WM- Sieg der «Black Stars» sorgte nicht nur auf der Tribüne des Kölner Stadions, sondern auch auf den Straßen in der Heimat für Jubelstürme. «Wir mussten ein Zeichen für Afrika setzen», sagte der Mainzer Bundesliga-Profi Otto Addo nach dem hoch verdienten 2:0 (1:0)-Sieg über den Weltranglisten-Zweiten.

    Cech verhinderte schlimmeres

    Mehr in der Netzeitung:
  • Ghana überrascht gegen Tschechien 17. Jun 2006 18:46, ergänzt 19:50
  • Bei Italienern macht sich Angst breit 18. Jun 2006 10:10, ergänzt 14:13
  • Das sehenswerte Katz-und-Maus-Spiel mit dem WM-Mitfavoriten ließ die Kritik am bisherigen Auftreten der afrikanischen Mannschaften bei dieser WM verstummen. Nur der starken Form von Torhüter Petr Cech war es zu verdanken, dass die Tschechen im Angriffswirbel der Ghanaer nicht vollends untergingen. Bei aller Freude über den Sieg trauerte Addo den vielen vergebenen Chancen und dem möglichen Sprung auf den zweiten Platz der Gruppe E nach: «Nun müssen wir im letzten Vorrundenspiel gegen die USA unbedingt auf Sieg spielen. Aber vielleicht ist das auch besser so.»

    Die Genugtuung über den historischen Erfolg des WM-Neulings entschädigte Ratomir Dujkovic für die jüngste Kritik an seiner bisherigen Arbeit. Eingehüllt in die Nationalflagge erschien der Coach aus Serbien zur Pressekonferenz. Sichtlich erleichtert philosophierte er über die Besonderheiten eines Trainerdaseins in Afrika: «Wir Trainer haben immer unsere Koffer gepackt. Nach dem 0:2 gegen Italien haben sie in Ghana meinen Kopf gefordert. Jetzt bin ich wieder der Held. Unser Job ist so: Der König ist tot, es lebe der neue König.»

    «Konnten heute nicht mithalten»

    Schade nur, dass er im letzten Gruppenspiel auf seine famosen Torschützen Asamoah Gyan (2.) und Sulley Ali Muntari (82.) verzichten muss, die nach der zweiten Gelben Karte gesperrt sind. Vor allem der wieselflinke Gyan stürzte die erschreckend schwache Defensive der Tschechen von einer Verlegenheit in die nächste. Selbst «Grandseigneur» Karel Brückner konnte sich nicht an eine derartige Lehrstunde für sein Team erinnern. Die defensive Taktik des tschechischen Fußball-Lehrers mit nur einer Sturmspitze erwies sich als Fehlgriff: «Ich gebe zu, Ghana hat außergewöhnliche Angreifer. Wir konnten heute nicht mithalten und hätten zwölf Spieler gebraucht.»

    Die Häme ließ nicht lange auf sich warten. «Brückner-Elf vom viermaligen Afrika-Meister vermöbelt», schrieb die tschechische Zeitung «Sport» am Sonntag. Nach dem unerwarteten Rückschlag droht dem hoch gehandelten Team das frühe WM-Aus. Nur bei einem Sieg im «Entscheidungsspiel» gegen Italien am Donnerstag im Hamburg ist der Einzug in das Achtelfinale garantiert. Bei einem Unentschieden wäre fremde Hilfe nötig.

    Stürmerprobleme

    Angesichts der wachsenden Personalnot sind Zweifel angebracht. Das Fehlen von Jan Koller und Milan Baros machte den Tschechen schon im Duell mit Ghana schwer zu schaffen. Zu allem Überfluss muss Brückner nun auch noch die Sperren von Vratislav Lokvenc und Tomas Ujfalusi verkraften.

    Inständig hofft der Coach auf eine rasche Genesung von Koller, der sich beim 3:0-Auftaktsieg über die USA einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte. Dessen Bulletin klang jedoch wenig optimistisch: «Es geht ein bisschen besser. Aber ich kann wirklich nicht versprechen, dass ich im Spiel gegen Italien wieder dabei sein werde.» (dpa)




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