Drei Platzverweise bei Italien - USA
17. Jun 2006 21:49, ergänzt 22:51
 |  Landon Donovan (r./ USA) mit Fabio Cannavaro | | Foto: dpa |
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In einer hart geführten Partie zwischen Italien und USA blieben sportliche Höhepunkte Mangelware. Drei Platzverweise waren die traurigen Highlights in einem schwachen Spiel.
Am zweiten WM-Spieltag der Gruppe E haben sich die Mannschaften Italiens und der USA nicht gerade mit Ruhm bekleckert. In einer spielerisch dürftigen und äußerst hart geführten Partie trennten sich die Teams 1:1 (1:1)- Unentschieden und müssen um das Erreichen des Achtelfinales bangen. Mit nunmehr vier Punkten haben die Italiener jedoch die besseren Chancen, während die Amerikaner mit nur einem Zähler in den letzten Gruppenspieltag gehen müssen.Neben dem Führungstreffer von Italiens Angreifer Alberto Gilardino (22. Minute) und dem Ausgleich durch ein Eigentor von Cristian Zaccardo (27.) sorgten vor allem drei Platzverweise für Aufregung.
Besserer Beginn der Amerikaner
Sportliche Höhepunkte blieben über weite Strecken der 90 Minuten Mangelware. Die Anfangsphase der ersten Hälfte gehörte der US-Mannschaft von Trainer Bruce Arena, die deutlich mehr für die Offensive tat und engagierter in die Zweikämpfe ging. Eine der wenigen Torraumszenen der Italiener vergab Luca Toni leichtfertig, als er sich an der Strafraumgrenze gegen Eddie Pope verzettelte.Auf der Gegenseite hatte Torwart Gianluggi Buffon gleich eine ganze Reihe von gefährlichen Situationen zu überstehen. Die größte Möglichkeit von drei Großchancen binnen 240 Sekunden vergab Bobby Convey, als er die Verwirrung in der italienischen Abwehr aus 12 Metern nicht nutzen konnte (16.).
Überraschende Führung Aus heiterem Himmel kam der Titelaspirant aus Italien zur Führung: Nach einem Freistoss von Andrea Pirlo von halbrechter Position köpfte Alberto Gilardino zum schmeichelhaften 1:0 ein (22.). Doch die Freude währte nicht lange: Cristian Zaccardo ist nur fünf Minuten nach dem Führungstreffer von einem Freistoß von Claudio Reina so überrascht, dass er den Ball ins eigene Tor zum Ausgleich lenkt.Der italienische Mittelfeldspieler Daniele de Rossi nahm sich dann die kämpferischen Äußerungen im Vorfeld der Partie zu sehr zu Herzen und schickte seinen Gegenspieler Brian McBride mit einem Ellbogenschlag zu Boden. Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay zeigte ihm völlig zu Recht die Rote Karte (28.). Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit musste dann auch der US-Amerikaner Pablo Mastoeni vom Feld, als er mit einem groben Foul an Andrea Pirlo geradezu um einen Platzverweis bettelte.
Hitzige Wiederanpfiff Die Hoffnung auf eine etwas weniger hitzige zweite Hälfte machte dann Eddie Pope direkt nach dem Wiederanpfiff zu Nichte. Der bereits mit der Gelben Karte verwarnte amerikanische Innenverteidiger grätschte Gilardinho von hinten um und musste mit Gelb-Rote ebenfalls vorzeitig zum Duschen (46.).Vor dem Spiel war die Stimmung zwischen den Lagern gereizt: «Wenn du ein Trikot überstreifst und die Nationalhymne gespielt wird, und du gegen ein anderes Land antrittst, dann ist das wie Krieg», hatte US-Profi Eddie Johnson im Hinblick auf die Partie gesagt. Im italienischen Lager war diese Äußerung auf Unverständnis gestoßen: «Wenn die Amis von einem Krieg sprechen wollen, betrachten wir es auch als Krieg», sagte Vincenzo Iaquinta: «Wir werden auf dem Rasen Taten sprechen lassen.» Trotz der Unterzahl nahm im zweiten Durchgang der Underdoug aus Übersee das Heft in die Hand und erspielte sich mit neun Feldspielern einige gute Möglichkeiten. Doch auch die guten Flügelläufe vom Bundesliga-Profi Steve Cherundolo von Hannover 96 verhalfen den Amerikanern zu keinen drei Punkten mehr. (nz)
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