Der lange Schatten der US-Frauen
19. Mai 2006 16:29
 |  Die US-Boys. | | Foto: dpa |
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In Sachen Fußball spielt die US-Nationalmannschaft in der Heimat in allen Belangen nur eine Nebenrolle. Dass soll sich mit der WM 2006 aber ändern.
Die Bilanz der Fußballerinnen aus den USA ist beeindruckend. Zwei WM-Titel und zwei Olympiasiege stehen für das angeblich so schwache Geschlecht zu Buche. Da kann die Herrenauswahl bei weitem nicht mithalten. Eine Halbfinalteilnahme bei der ersten WM 1930 und der Einzug ins Viertelfinale 2002 (Niederlage gegen Deutschland) sprangen als beste Resultate bei den bislang sieben Teilnahmen heraus.
Hochburg oder Entwicklungsland
Dabei lässt sich der Aufwärtstrend des US-Teams schon seit längerem an der Fifa-Weltrangliste ablesen. Dort hat sich die USA im Spitzenfeld etabliert. Das wollen die Spieler in Deutschland unter Beweis stellen. Der Optimismus ist grenzenlos: «Warum sollten wir nicht Weltmeister werden», fragen Freddy Adu und Landon Donovan unisono. Dabei ist der inzwischen 16 Jahre alte Jungstar Adu ein Spiegelbild des US-Fußballs, der hin und her schwankt zwischen kommender Fußball-Hochburg und Fußball-Entwicklungsland. Der gebürtige Ghanaer, der für die WM in Deutschland überraschend nicht nominiert wurde, gilt seit längerem als großer Hoffnungsträger. Doch muss er sich erst einmal bei einem großen Turnier beweisen. Zentrale Figuren der Mannschaft von Trainer Bruce Arena sind Landon Donovan und Kapitän Claudio Reyna, die beide schon in der Bundesliga gespielt haben. Beide sehen ihre Position in der des Spielmachers, haben jedoch ein ganz unterschiedliches Verständnis von Fußball: Donovan will die Partie stets bestimmen, für Reyna gehen Ballsicherheit und Übersicht vor.
Extralange Vorbereitung Eineinhalb Monate ist das Team vor der WM im Trainingslager in Kalifornien zusammen. Trainer Arena muss die richtige Mischung finden zwischen den zahlreichen Routiniers, die schon 2002 dabei waren, und den jungen Spielern. Im Grund setzt Arena auf eine eingespielte Stammelf, scheut sich aber nicht, bei Bedarf seine Spieler ohne Rücksicht auszutauschen.Zunächst gilt es jedoch erst einmal, die Vorrunde zu überstehen. Und die Chancen stehen für die USA in der Gruppe E gar nicht so schlecht. «Es gibt eine kleine Chance mit vier Punkten weiterzukommen, aber ich denke, nur mit mindestens fünf Punkten sind wir sicher im Achtelfinale», so Nationaltorhüter Kasey Keller. «Fünf Punkte, genau das muss unser Ziel sein.» Heißt im Klartext, mit einem Sieg und zwei Unentschieden wäre die Mannschaft weiter. (nz)
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