Ghana durchbricht den Bann
19. Mai 2006 16:29
 |  Die Mannschaft Ghanas. | | Foto: dpa |
|
Es bleibt ein großes Geheimnis, warum Ghana sich erst jetzt zum ersten Mal für eine Fußball-WM qualifiziert hat. Das harte Durchgreifen von Trainer Ratomir Dujkovic zahlt sich jedenfalls aus.
In Afrika war Ghana eine Zeit lang eine Fußball-Macht. Gleich vier Mal holten die Spieler aus dem kleinen westafrikanischen Land den kontinentalen Titel. Zu Beginn der neunziger Jahre machte Ghana dann durch seine exzellenten Jugendteams auf sich aufmerksam. Doch der ganz große internationale Durchbruch gelang den «Black Stars» bislang nicht.
«Harter Hund» als Trainer
Erst für die WM 2006 konnte das Team den Bann brechen. Hauptverantwortlich dafür ist Ratomir Dujkovic, der seit Dezember 2004 als Nationaltrainer arbeitet. Der Serbe gilt als «harter Hund», der rücksichtslos seine Linie durchzieht. So zog plötzlich Disziplin in die Mannschaft ein. Der Erfolg gibt Dukovic recht. Die Qualifikation wurde letztlich souverän gestaltet. Dass es im Januar beim Afrika-Cup einen Rückschlag gab, konnte der Trainer locker verkraften. Schließlich ist die WM-Teilnahme der größte Erfolg für den ghanaischen Fußball überhaupt.
Noch taktische Defizite Mit Italien und Tschechien warten in der Vorrunde allerdings zwei hochkarätige Gegner. Will Ghana hier bestehen, muss der Trainer seine Spieler vor allem charakterlich festigen, damit unliebsame Aussetzer, sprich unnötige Fouls, in Zukunft unterbleiben. Die Mannschaft muss zudem lernen, nicht nur abwartend zu spielen, sondern dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen. Eine taktische offensivere Ausrichtung würde den spielerisch starken Profis, den «Brasilianern Afrikas», ohnehin mehr entgegenkommen.Der große Star der Mannschaft ist Michael Essien vom FC Chelsea. Für 38 Millionen Euro wechselte der defensive Mittelfeldspieler zu Beginn der laufenden Saison von Olympique Lyon zu Chelsea London. Damit ist Essien der teuerste Spieler Afrikas. Das größte Talent des Landes musste Dujkovic dagegen ziehen lassen. Freddy Adu hat die Seiten gewechselt, ist aber für den WM-Kader der USA nicht berücksichtigt worden. (nz)
|