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  • Italien sehnt sich nach dem Titel
    19. Mai 2006 16:30

    Die Star-Ansammlung.
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Die italienische Fußball-Nationalelf präsentiert sich vor der WM als Ansammlung von Topstars. Vor einer Situation haben die «Azzurri» allerdings eine höllische Angst.
     
    Seit 1982 wartet Italien auf den WM-Titel. Am nächsten kam man dem vierten Titel 1994, als Italien erst im Elfmeterschießen im Finale gegen Brasilien unterlag. 16 Mal waren die «Azzurri» inzwischen bei WM-Endrunden vertreten. Dreimal (1934, 1938, 1982) wurden sie Weltmeister, zweimal (1970, 1994) scheiterten sie erst im Finale.

    Nationale Katastrophe

    Mehr in der Netzeitung:
  • Der WM-Kader 19. Mai 2006 16:50
  • Wie eine nationale Katastrophe wurde 2002 beim Turnier in Japan und Südkorea das frühe Scheitern im Achtelfinale gegen Südkorea betrauert. Nachdem das Team nicht nur an der eigenen Unfähigkeit, sondern an den Fehlentscheidungen des ecuadorianischen Schiedsrichters Byron Moreno gescheitert war, überschlug sich die italienische Presse mit Verschwörungstheorien.

    Vor der Weltmeisterschaft in Deutschland borden die nationalen Erwartungen jenseits des Brenners erneut über. Die Qualifikation für das Endrundenturnier war für die Mannschaft von Nationaltrainer Marcello Lippi ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Für Euphorie sorgten im vergangenen November das 3:1 im Testspiel gegen Holland und im März dieses Jahres der überlegene 4:1-Erfolg von Florenz gegen die Elf von Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

    Radikaler Umbau

    Dabei hat die Mannschaft einen radikalen Umbau hinter sich. Lippi gab der Mannschaft ein neues Gesicht, indem er viele Spieler aus bisher wenig berücksichtigten Provinzklubs ins Team einbaute. Angreifer Luca Toni ist der Prominenteste jener elf Spieler, die unter Lippi ihr Debüt im Nationalteam gaben. Inzwischen funktioniert das 4-3-1-2-System. Der Erfolg gibt Lippi recht. Nach dem beeindruckenden Erfolg gegen die Niederländer in Amsterdam strotzte Lippis Team bereits vor Selbstvertrauen. «Mit der Mannschaft müssen wir vor niemanden Angst haben», sagte Alessandro Nesta, der gemeinsam mit Fabio Cannavaro von Juventus Turin nach wie vor eines der besten Innenverteidiger-Duos der Welt bildet: «Weder vor Brasilien, Argentinien, noch Deutschland.»

    Angst vor dem Elfmeterschießen

    Die Phase der Experimente hat Lippi bereits im April für abgeschlossen erklärt. Angesichts der Vielzahl an erstklassigen Angreifern im italienischen Kader hat der Coach geradezu ein Luxusproblem im Sturm. Jürgen Klinsmann wird vermutlich etwas neidisch über den Brenner blicken. Mit Filippo Inzaghi, Alberto Gilardino und Vincenzo Iaquinta, der den verletzten Christian Vieri ersetzt, bewerben sich gleich mehrere Weltklasse-Angreifer um die Position neben Toni. Mannschafts-Kapitän Francesco Totti ist ohnehin gesetzt, solang er nach seiner schweren Verletzung rechtzeitig wieder fit wird.

    Offen bleibt, ob die Stürmer die Nerven behalten, wenn es für Italien eng wird. Denn auf einem Sektor haben die Männer von der Halbinsel inzwischen den Engländern den Rang abgelaufen. Bei den Turnieren 1994 und 1998 kam das Aus für Italien beide Male im Elfmeterschießen. (nz)




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