Portugal feiert sein «Magisches Dreieck»
18. Jun 2006 12:55
 |  Cristiano Ronaldo (M.) freut sich mit Luis Figo (r.) und Nuno Valente. | | Foto: dpa |
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Nach dem Sieg über Iran herrscht im portugiesischen Lager Euphorie. Durch das gut harmonierende «Magische Dreieck» in der Offensiv-Abteilung reifen große Pläne.
Von Eric Dobias und Susan DobiasNach 40 Jahren Tristesse träumt Portugal dank seines «magischen Dreiecks» von einer Renaissance. Beim 2:0 (0:0) am Samstag gegen den Iran verbreiteten die Torschützen Deco (63.) und Cristiano Ronaldo (80./Foulelfmeter) sowie der doppelte Vorbereiter Luis Figo den erhofften Glanz und führten Eusebios Erben erstmals seit 1966 wieder in ein WM-Achtelfinale. «Wir haben es geschafft, Geschichte zu schreiben. Das war die beste Leistung, die mein Team in den vergangenen sieben oder acht Partien gezeigt hat», jubelte Trainer Luis Felipe Scolari über die vorzeitige Qualifikation für die K.o.-Runde.
Mit viel Gepäck angereist Der EM-Zweite lässt sich auch von der dort bevorstehenden schweren Aufgabe gegen Titelkandidat Argentinien oder die Niederlande nicht schrecken. «Wir alle freuen uns auf die nächsten großen Gegner. Wir können uns ohnehin nicht aussuchen, gegen wen wir spielen», erklärte Figo und warnte die Konkurrenz: «Wir haben viel Gepäck dabei, damit wir so lange wie möglich in Deutschland bleiben können».Scolari hofft nach dem souveränen Auftritt auf eine Fortsetzung. «Wir wollen auch im Achtelfinale an unsere bisherige Leistung anknüpfen. An einem guten Tag können wir jeden Gegner schlagen. Wir schauen aber nur von Spiel zu Spiel. Jetzt wollen wir erst einmal Mexiko bezwingen und dann werden wir sehen, was danach rauskommt», sagte der brasilianische Coach, der seinen mit Gelb vorbelasteten Spielern im Gruppen-Finale eine Erholungspause gönnen will.
Schwächen im Abschluss Gegen den Iran harmonierten Portugals Stars vor 48.000 Zuschauern im ausverkauften Frankfurter Stadion über weite Strecken prächtig. Vor allem Cristiano Ronaldo wirbelte auf dem linken Flügel und stürzte die iranische Abwehr von einer Verlegenheit in die andere. Doch im Abschluss ließ der Favorit einige Schwächen erkennen, ehe Deco den Bann nach gut einer Stunde mit einem Geniestreich brach. «Der Sieg war unheimlich wichtig, denn nun stehen wir gegen Mexiko nicht unter Druck. Wir wollen so weit wie möglich kommen und wissen, dass wir jeden Gegner schlagen können», sagte der zum Spieler des Spiels gewählte 28-Jährige.«Deco ist einer der besten Fußballer der Welt. Es war für uns sehr wichtig, ihn wieder dabei zu haben», adelte Portugals Idol Figo den Mittelfeldregisseur vom FC Barcelona, der im ersten Vorrundenspiel gegen Angola verletzt gefehlt hatte. Sogar vom Gegner kam Lob. «Das macht einen Spieler wie Deco eben aus, genau in einer solchen kritischen Phase das Tor zu machen», sagte der Trainer des Iran, Branko Ivankovic, dessen Vertrag nach der WM ausläuft.
Unklare Zukunft von Ivankovic Da sein Team wie 1978 und 1998 nach der Vorrunde die Heimreise antreten muss, ist ein weiteres Engagement des Kroaten eher unwahrscheinlich. «Ich weiß nicht, ob er weitermacht. An den Spekulationen beteilige ich mich nicht», sagte Mehdi Mahdavikia. Trotz der Enttäuschung sieht der Profi vom Hamburger SV die Mannschaft auf dem richtigen Weg. «Es tut weh, ausgeschieden zu sein. Denn es war unser großes Ziel, die nächste Runde zu erreichen. Aber wir haben gute junge Spieler, mit denen wir in Zukunft wieder eine starke Auswahl aufbauen können», erklärte er. Sein Bundesliga-Kollege Vahid Hashemian hofft, dass die Talente künftig in Europa Fuß fassen: «In der persischen Liga werden sie nicht gefordert.» (dpa)
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