Figo soll Portugals neue Generation führen
19. Mai 2006 15:52
 |  Die Portugiesen. | | Foto: dpa |
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Luis Figo ist das letzte Überbleibsel der «goldenen Generation» der portugiesischen Nationalmannschaft. Nach einer überzeugenden Qualifikation will das Team auch bei der WM groß auftrumpfen.
«Ich werde eher aufhören, als die Leute denken.» Schon bei der Fußball-WM 2002 hegte der Portugiese Luis Figo Rücktrittsgedanken. Nach der Europameisterschaft 2004 erklärte der Kapitän der portugiesischen Nationalelf seine Länderspielkarriere für beendet. Ein Jahr später nahm er seine Entscheidung zurück und feierte sein Comeback. Und nun will es der Weltfußballer des Jahres 2001 bei der WM in Deutschland noch einmal wissen.
Miserable WM-Bilanz Der 33-Jährige ist das letzte Mitglied der «goldenen Generation» des portugiesischen Fußballs, die 1989 und 1991 die U-20-Weltmeisterschaft gewann. Sie hatten ihre Landsleute bei der WM vor vier Jahren in Japan und Südkorea mit dem Aus in der Vorrunde bitter enttäuscht.
Überhaupt spielte die «selecção» international zumeist eine eher bescheidene Rolle. Sie nahm bislang nur drei Mal an einer Weltmeisterschaft teil und erzielte ihr bestes Ergebnis 1966 in England, als das Team um den legendären Eusebio den dritten Platz erreichte.
EM löste Euphorie aus Nur bei der EM 2004 im eigenen Land war dies anders. Damals löste die «selecção» eine Welle nationaler Euphorie in Portugal aus. Der Traum vom Titel endete erst im Endspiel, das die Portugiesen gegen die Griechen mit Trainer Otto Rehhagel 0:1 verloren.Die EM leitete einen Generationswechsel ein. Sie markierte das Ende der «goldenen Generation» und den Aufstieg neuer Fußballgrößen. Dazu gehören Spielmacher Deco, ein gebürtiger Brasilianer, der Stürmer Cristiano Ronaldo oder Simão Sabrosa. Figo darf zwar weiter die Kapitänsbinde tragen, aber er ist nicht mehr der unumstrittene Star der Nationalelf. Er muss sich mittlerweile damit abfinden, nur noch einer von vielen zu sein und häufig ausgewechselt zu werden.
Träumen ist erlaubt Figo will nach dem Scheitern bei der WM 2002 von der Rolle eines Geheimfavoriten nichts mehr wissen: «Wenn wir sagen würden, wir wollten Weltmeister werden, würden wir unsere Spieler unnötig unter Druck setzen», gibt er sich vorsichtig, fügt jedoch hinzu: «Träumen kostet aber nichts.»Portugal tritt in Deutschland mit einem amtierenden Weltmeister an. Trainer Luiz Felipe Scolari hatte Brasilien 2002 zum Titelgewinn geführt. Der 57-Jährige stößt mit seinen eigenwilligen Methoden und seiner Dickköpfigkeit bei den Portugiesen zwar immer wieder auf Kritik. Aber der Brasilianer erzielte mit Portugal in der Qualifikation eine brillante Bilanz. (nz)
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