netzeitung.deAngola träumt vom Sieg gegen Portugal

 Herausgeber: netzeitung.de

Angolas Nationalelf. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Angolas Nationalelf.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein genialer Schachzug hat den fußballerischen Aufschwung in Angola eingeleitet. Doch wird es für die «Schwarzen Antilopen» hart, den führenden Status in Afrika zu untermauern.

Aus der Not hat der Fußball-Verband in Angola eine Tugend gemacht. Mehr als vier Millionen Flüchtlinge haben das südwestafrikanische Land während des jahrzehntelangen Bürgerkrieges verlassen – meist in Richtung Europa. Vor zehn Jahren kam der damalige Nationaltrainer nun auf die Idee, in Portugal nach Fußball-Profis angolanischer Herkunft zu suchen, um sein Team zu verstärken. Dieses erfolgreiche Strickmuster wirkt bis heute, zumal es im Spitzenfußball in der Breite noch arge Probleme gibt.
Fehlende Breite
Zahlreiche Profis stehen zwar bei Klubs im Ausland unter Vertrag, spielen aber selten nur bei Topteams. Kapitän Fabrice Akwa verdient sein Geld seit Jahren in Katar. Der in Angola geborene Stürmer erzielte den letztlich alles entscheidenden Siegtreffer beim Heimspiel gegen Nigeria. Andere Spieler sind in Ägypten oder der Türkei in der ersten Liga im Einsatz. Mit einer neuen Generation von Spielern gelang es jetzt Trainer Luis Oliveira Goncalves, in der WM-Qualifikation die favorisierten Nigerianer in der Tabelle hinter sich zu lassen. Am Ende entschied zwischen den punktgleichen Teams der direkte Vergleich für Angola.

Wie schwierig es ist, diesen einmaligen Erfolg in eine dauerhafte Präsenz unter den afrikanischen Topteams auszubauen, erlebten die Angolaner dann beim Afrika-Cup. Allerdings blieben hier zahlreiche Stammspieler unter ihren Möglichkeiten. Trainer Goncalves hatte einige Mannschaftsteile umgebaut, wodurch sich weitere Talente, so Stürmer Flavio, in den Vordergrund spielen konnten. Das Team trat zwar sehr diszipliniert auf, machte aber zu wenig aus den Chancen.

Qualifikation als riesiger Erfolg
Dieses Problem will der Trainer im Trainingslager vor der WM in den Griff bekommen. Große Ziele hat Goncalves indes nicht. Die erstmalige WM-Teilnahme ist für das Land schon ein riesiger Erfolg. Ein klares Ziel gibt es dennoch. Denn die koloniale Vergangenheit lässt Angola nicht los. Im ersten Spiel treffen die «Schwarzen Antilopen» auf die Auswahl der ehemaligen Kolonialmacht. Und die Afrikaner brennen nur darauf, es Portugal auf dem Platz heimzuzahlen. (nz)