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  • Argentinien, Elfenbeinküste, Serbien/ Montenegro, Niederlande

  • Souveräne Argentinier ohne Treffer
    22. Jun 2006 08:20, ergänzt 09:30

    Carlos Tevez (r.) und Tim de Cler
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Auch die B-Auswahl der Argentinier hat im letzten WM-Gruppenspiel gegen die Niederlande keine Schwächen gezeigt. «Jetzt beginnt die WM eigentlich erst richtig», sagt Maradonas Liebling Lionel Messi.
     
    Von Dorothea Jantschke, Frankfurt/Main

    Bilderschau:
    Staunend lehnte Arjen Robben an der Ersatzbank. Als die letzten Minuten des WM-Vorrundenspiels zwischen den Niederlanden und Argentinien liefen, erhob sich der holländische Torjäger aus seinem Schalensitz, um die gegnerische Fankurve im Frankfurter Stadion besser sehen zu können. Mit offenem Mund beobachtete er, wie Tausende Menschen in Hellblau-Weiß ihre Schals schwangen und das argentinische Team feierten.

    Feuerwerk bleibt aus

    Mehr in der Netzeitung:
  • Argentinier begnügen sich mit Remis 21. Jun 2006 21:46, ergänzt 23:22
  • Der TV-Plan für die WM-Vorrundenspiele 14. Dez 2005 15:05, ergänzt 08. Jul 2006 13:45
  • Elfenbeinküste siegt nach 0:2-Rückstand 21. Jun 2006 22:53
  • Mehr Leinwände für Berliner Fanmeile 21. Jun 2006 22:03
  • Messerstecherei wegen Deutschland-Spiel 21. Jun 2006 21:03
  • Portugal ungeschlagen ins Achtelfinale 21. Jun 2006 16:47, ergänzt 19:32
  • Polizei in Leipzig gibt Entwarnung 21. Jun 2006 18:03, ergänzt 19:22
  • Versöhnlicher WM-Abschluss für Angola 21. Jun 2006 17:55, ergänzt 19:17
  • Italiener bereit «für die Schlacht» 22. Jun 2006 08:57
  • Dabei hatten sie am Mittwochabend nicht annähernd so viel geboten bekommen wie zuvor bei dieser WM, als die «Albiceleste» die Elfenbeinküste mit 2:1 und Serbien und Montenegro mit 6:0 geschlagen hatte. Beim 0:0 im letzten Spiel der Gruppe C gegen Holland war das erwartete Feuerwerk ausgeblieben, wohl auch deshalb, weil beide Mannschaften das Achtelfinale bereits erreicht hatten. «Wir wollten gewinnen», sagte Argentiniens Trainer José Pekerman dennoch, «aber die Niederlande haben ein sehr starkes Team».

    Eine wichtige Erkenntnis nahmen die Fans sowie deren Idol Diego Armando Maradona aus dem Stadion mit: Auch die zweite argentinische Garde ist reif für den Titel. «Du brauchst Spieler, die du direkt von der Ersatzbank ins Spiel schicken kannst», analysierte Pekerman. Er hatte seine Anfangself auf sechs Positionen verändert. Für die mit Gelb vorbelasteten Hernan Crespo und Javier Saviola begannen im Angriff Lionel Messi und Carlos Tevez. Am Samstag in Leipzig im Achtelfinale gegen den Zweiten der Gruppe D, Mexiko, wird Pekerman dann wieder alles aufbieten können, was Rang und Namen hat.

    Sollten die Argentinier ihren Nachbarn aus Mittelamerika schlagen und auch für die deutsche Elf am Samstag in München gegen Schweden ein Sieg herausspringen, heißt das Viertelfinale Deutschland - Argentinien. Doch damit beschäftigen sich die Argentinier noch nicht. «Die Mexikaner sind kein leichter Gegner», sagte Pekerman. Die Spieler seien technisch versiert und immer in der Lage, Tore zu erzielen. «Aber auch Mexiko hat gesehen, wie Argentinien sich bisher präsentiert hat», merkte der Trainer an.

    Scout Siegenthaler auf der Tribüne

    Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist seinem Kollegen einen Schritt voraus. Urs Siegenthaler beobachtete das Spiel in Frankfurt im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes DFB. Der Scout sah eine starke Defensive und mehrere klare Chance der Argentinier. WM-Cheforganisator Franz Beckenbauer war von dem torlosen Spiel sogar richtig verzückt: «Wer ein Fußball-Spiel lesen kann, der muss begeistert sein. Das Spiel war trotz des 0:0 von höchster Qualität».

    Messi, der von Maradona als sein Nachfolger gefeiert wird, wurde 20 Minuten vor Schluss ausgewechselt. Doch der Star des FC Barcelona muss ebenfalls auf der Rechnung der kommenden Gegner stehen. «Ich fühle mich gut genug, um 90 Minuten durchzuhalten», sagte der fast 19-Jährige. Übermütig sind die Argentinier trotz des hervorragenden Starts in die WM jedenfalls nicht geworden. Jeder hofft, für Pekerman eine Alternative zu sein. Fabricio Coloccini, der in der 23. Minute für den verletzten Nicolas Burdisso eingewechselt wurde, warnt: «Was uns jetzt erwartet wird noch härter. Wir dürfen uns keinen Fehler mehr erlauben».

    Das wissen auch die Holländer, die ebenfalls mit einem Reservisten-Team gespielt hatten. Bondscoach Marco van Basten verzichtete auf fünf mit Gelb belastete Spieler, darunter auch Außenstürmer Robben. «Von diesem Spiel hier können wir uns erholen - von dem am Sonntag nicht. Wenn wir da verlieren, fahren wir zurück nach Holland», rechtfertigte der Coach seine Aufstellung.
    Die Hamburger Rafael van der Vaart und Khalid Boulahrouz spielten von Beginn an. Der lange Zeit verletzte van der Vaart konnte noch keine Akzente setzen, fühlt sich nach zwei Monaten Pause aber «wieder hundertprozentig fit».

    Holland hat Rechnung mit Portugal offen

    Als Gruppenzweiter müssen die Holländer am Sonntag in Nürnberg gegen Portugal antreten. Und sie sind hochmotiviert gegen das Starensemble um Luis Figo. Denn «mit den Portugiesen haben wir noch zwei Rechnungen offen», sagt Mark van Bommel. An Portugal scheiterten die Niederländer in der WM-Qualifikation vor vier Jahren und Portugal beförderte «Oranje» vor zwei Jahren bei der EM im Halbfinale aus dem Turnier.

    Bange ist van Bastens Männern aber aus zwei Gründen nicht. Erstens, so van der Vaart, «ist Portugal der Favorit». Und zweitens, sagt Stürmer Ruud van Nistelrooy voraus, «ist das kommende Spiel etwas ganz anderes. Wir haben eine andere Mannschaft mit jungen Spielern und neuen Ideen. Wir werden so spielen, dass wir gewinnen.»




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