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  • Argentinien, Elfenbeinküste, Serbien/ Montenegro, Niederlande

  • Van der Sar vor Rekordspiel
    19. Jun 2006 14:15

    Edwin van der Sar (l.) mit Dirk Kuijt
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Der Torwart der Niederlande Edwin van der Sar kann bereits im letzten Vorrundenspiel Fußball-Geschichte schreiben. Bei der WM in Deutschland will der «Jolly Green Giant» endlich auch mit der Nationalelf erfolgreich sein.
     
    Von Ulli Brünger

    Der Eintrag in die niederländischen Fußball- Geschichtsbücher steht bevor, doch der persönliche Rekord ist für Edwin van der Sar vor dem Klassiker gegen Argentinien nur ein Randaspekt. «Sicher denkt man daran. Es ist eine schöne Sache. Aber viel wichtiger ist, dass wir mit dieser jungen Mannschaft bei der WM bereits in der zweiten Runde stehen», sagte der 35 Jahre alte Oranje- Kapitän vor seinem 112. Länderspiel an diesem Mittwoch in Frankfurt.

    Im letzten Gruppenspiel zieht er mit dem bisherigen Rekordspieler Frank de Boer gleich und kann sich die alleinige Bestmarke schon im Achtelfinale am Wochenende sichern.

    Triumph in der Champions League

    «Jolly Green Giant» (Netter grüner Riese) nennen sie den sympathischen Keeper von Manchester United in England wegen seiner stattlichen Größe (1,97 Meter) und des grünen Torwart-Trikots, das er bei ManU trägt. Riesig ist auch die Karriere van der Sars, der vor 16 Jahren in der Ehrendivision debütierte und als 21-Jähriger mit Ajax Amsterdam bereits den Uefa-Pokal (1992) gewann. Über allen weiteren Erfolgen steht der Triumph in der Champions League 1995, als er dank einer brillanten Leistung im Finale an der Seite von Patrick Kluivert, Cafu und Clarence Seedorf den AC Mailand 1:0 besiegte.

    Nach einem mehr oder minder enttäuschenden Intermezzo bei Juventus Turin (1999 - 2001) wechselte van der Sar für sieben Millionen Euro zum FC Fulham und folgte im Vorjahr dem Lockruf von ManU. Teammanager Alex Ferguson suchte einen erfahrenen Nachfolger für den Dänen Peter Schmeichel.

    Noch kein Finale mit der Nationalelf

    Mit der Nationalmannschaft blieb van der Sar, für den diese WM nach den Europameisterschaften 1996, 2000 und 2004 sowie der WM 1998 das fünfte große Turnier ist, der große Coup versagt. «Ich stand leider noch nie im Finale», beschrieb er seinen großen Traum. Oft scheiterte er nur knapp. Gleich drei Mal (1996, 1998 und 2000) schied er mit Oranje im Elfmeterschießen aus.

    Vor allem der verpasste Einzug ins WM-Finale gegen Frankreich vor acht Jahren, als er im Halbfinale gegen Brasilien das Aus im Elfmeterschießen (2:4) nicht verhindern konnte, wurmt ihn noch heute. «Das war die beste niederländische Mannschaft, für die ich je gespielt habe. Mit etwas mehr Glück hätten wir WM-Geschichte schreiben können.»

    Wichtiger Ansprechpartner

    In Deutschland unternimmt van der Sar, der 1995 gegen Weißrussland sein erstes Länderspiel bestritt, seinen letzten Anlauf auf einen großen Titel. Im jungen Team von Marco van Basten ist der Torhüter neben dem am selben Tag (29. Oktober 1970) geborenen Phillip Cocu die Leitfigur. «Wenn die Jüngeren meinen Ratschlag brauchen, stehe ich bereit», sagte van der Sar, der als Kapitän auch für den Bondscoach ein wichtiger Ansprechpartner und Bindeglied ist. Zudem passt er laut van Basten als «spielender Torwart» perfekt in das Spielsystem.

    Die Chancen auf den WM-Titel beurteilt van der Sar realistisch. «Wir haben eine gute Mischung, aber es wird schwer. Es gibt bessere Mannschaften als uns», meinte er auch mit Blick auf den kommenden Gegner und WM-Favoriten Argentinien. Gegen die Südamerikaner wird van der Sar wohl hinter einer völlig neu formierten Abwehr stehen. Van Basten plant wegen drohender Gelb-Sperren zahlreiche Wechsel. Doch auch das ist für van der Sar kein Problem. «Vielleicht ist es gut, kein Risiko einzugehen. Das wichtigste ist, dass wir mit der stärksten Mannschaft ins Achtelfinale gehen.» (dpa)




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