Serbisches Team zerfällt
18. Jun 2006 14:38, ergänzt 14:55
 |  Nemanja Vidic (r.) | | Foto: dpa |
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Die Differenzen im serbisch -montenegrinischen Team sind nicht zu übersehen. Das Bindeglied ist allein der Trainer - doch der tritt jetzt zurück.
Nach dem frühen WM-Aus offenbart sich die Nationalmannschaft des Zwei-Nationen-Teams von Serbien-Montenegro als in sich zerstrittene Zweckgemeinschaft. «Ich werde zurücktreten, wenn wir zu Hause sind», kündigte Coach Ilija Petkovic am Wochenende an. Damit zieht der 60-Jährige die Konsequenzen aus dem 0:6-Debakel gegen Argentinien und kam seiner zu erwartenden Zwangs-Demission zuvor. Für das Ausscheiden der mit großen Ambitionen ins Turnier gestarteten «Blauen» übernahm Petkovic die Verantwortung: «Ich gebe niemandem die Schuld, nur mir allein.»
Letztes Spiel für Petkovic
Trotz ihrer indiskutablen Vorstellung gegen die Südamerikaner stellte sich der von den serbischen Medien massiv attackierte Petkovic vor seine Profis: «Ich nehme alles auf meine Kappe.» Sichtlich bewegt sprach der Coach von einem «der schlimmsten Ergebnisse in unserer Fußball-Geschichte. Davon werden noch Generationen reden» In der bedeutungslos gewordenen Abschlusspartie gegen die Elfenbeinküste am Mittwoch in München nimmt er zum letzten Mal auf der Bank Platz. Auch Kapitän Savo Milosevic gibt dann seine Abschiedsvorstellung in der Nationalelf. Das erste Länderspiel einer rein serbischen Auswahl ist am 16. August in Tschechien.Auf einen freundlichen Empfang in der Heimat dürfen sich die Akteure der Petkovic-Elf nicht freuen. «Packt eure Lumpen zusammen und marsch nach Hause!», «befahl» die serbische Zeitung «Press». Die Spieler hätten mit dieser desaströsen Leistung «ganz Serbien lächerlich gemacht». Von einem «Absturz in die Hölle» schrieb das Boulevard-Blatt «Blic», eine «Erniedrigung und Fußball-Lektion» machte die Zeitung «Novosti» aus.
Mannschaft zerfällt Dass es um den Zusammenhalt des Teams nicht gut bestellt ist, zeigte sich am Samstagabend noch einmal: Anstatt ihre Kollegen im «Spiel um die Ehre» gegen die Elfenbeinküste moralisch zu unterstützen, reisten die ohnehin gesperrten Trainer-Kritiker Mateja Kezman und Ognjen Koroman vorzeitig aus dem WM-Quartier in Billerbeck ab. Ihnen folgte am Sonntag der verletzte Nemanja Vidic. (nz)
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