Schweden denken bereits an Elfmeterschießen
22. Jun 2006 15:04, ergänzt 15:14
 |  Zlatan Ibrahimovic | | Foto: dpa |
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Der zuletzt formschwache Stürmer Zlatan Ibrahimovic wird allem Anschein nach gegen die DFB-Elf auflaufen. Der Juve-Akteur gilt zudem als Kandidat für ein mögliches Elfmeterschießen, das in Schweden heftig diskutiert wird.
Schweden setzt im WM-Achtelfinale gegen Deutschland auf sichere Elfmeterschützen und einen «erfahrenen Schiedsrichter». Wie Nationaltrainer Lars Lagerbäck am Donnerstag in Bremen bestätigte, haben die Skandinavier im Geheimtraining besonders intensiv Strafstöße trainiert.
Respekt für Klinsmann-Elf
Zur Rolle des Schiedsrichters beim deutschen Heimspiel in München sagte der Schwede: «Wir hoffen, dass die Fifa einen erfahrenen Mann nominiert, der diesen enormen Druck aushalten kann.» Betont respektvoll äußerte sich Lagerbäck über die «sehr junge Mannschaft» von Bundestrainer Jürgen Klinsmann: «Sie sind Allrounder, technisch und physisch stark und sehr effektiv.»Zwei Tage vor dem dritten Aufeinandertreffen beider Länder bei einem WM-Turnier nach 1958 und 1974 mit je einem Sieg für beide Seiten bekamen die Blaugelben trainingsfrei. Am Abend sollten die Spieler um die Stürmerstars Henrik Larsson, Fredrik Ljungberg und Zlatan Ibrahimovic zu einer «Theorieschulung» über den nächsten Gegner im Bremer Mannschaftshotel am Bürgerpark zusammenkommen. Neben dem unter Spielern und schwedischen Journalisten besonders intensiv diskutierten Elfmeterschießen war vor allem der mögliche Einsatz von Ibrahimovic nach seiner Muskelzerrung aus dem ersten Gruppenspiel gegen Trinidad und Tobago (0:0) das große Gesprächsthema. «Er ist absolut fit und macht im Training einen guten Eindruck. Über den Einsatz werden wir dann schon noch entscheiden», äußerte sich Lagerbäck ausweichend.
Aufstellung bleibt unter Verschluss Es gilt im schwedischen Lager als sicher, dass der Trainer bis 90 Minuten vor dem Anpfiff die deutsche Seite im Unklaren lassen will, ob der seit Monaten formschwache Stürmerstar von Juventus Turin von Beginn an für den zuletzt überzeugenden Ex-Rostocker Marcus Allbäck aufläuft oder als Joker zunächst auf der Bank bleibt.Ibrahimovic selbst diente sich schon als Schütze für ein mögliches Elfmeterschießen an: «Keine Bange, wenn ich eine Chance bekomme, einen Elfmeter zu schießen, nehme ich sie wahr», sagte Ibrahimovic in «Aftonbladet». Die Stockholmer Zeitung veröffentlichte auch gleich eine Liste der angeblich schon fest vereinbarten schwedischen Schützen. Danach sollen Kim Källström, Henrik Larsson, Fredrik Ljungberg, Ibrahimovic und Christian Wilhelmsson gegen den deutschen Torwart Jens Lehmann das schaffen, woran die Elf im Viertelfinale der EM 2004 in Portugal gegen den Niederländer Edwin van der Sar kläglich gescheitert war. Sollten einer oder mehrere der vorgesehenen Schützen verletzt oder ausgewechselt worden sein, haben die Schweden laut «Aftonbladet» eine Reserveliste mit Niclas Alexandersson, Anders Svensson und Allbäck. Lagerbäck bestritt diese Angaben.
Torhüter hat Schmerzen Spekuliert wurde in Schweden auch über eine mögliche Verletzung von Stammtorhüter Andreas Isaksson. Der Keeper selbst bestätigte Schmerzen im rechten Oberschenkel. Er sei aber voll einsatzfähig. Die Zeitung «Expressen» berichtete am Donnerstag, dass unter den schwedischen Führungsspielern vor allem Ljungberg gegenüber Trainer Lagerbäck und der Mannschaft ein energischeres Auftreten als in den zunächst schwachen Gruppenspielen verlangt habe.Dies habe er vor allem in der Halbzeitpause des Spiels gegen England in der Kabine sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Auch für das Spiel gegen Deutschland hat Ljungberg schon deutlich geäußert, was er für richtig hält: «Die sind hoch gewachsen. Wir müssen deshalb den Ball flach halten und sie ordentlich zum Laufen bringen.» (nz)
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