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  • England, Paraguay, Schweden, Trinidad/ Tobago

  • Schwedens Stürmer machen Trainer ratlos
    16. Jun 2006 09:36, ergänzt 14:08

    Torschütze Freddie Ljungberg wird von Andreas Isaksson geherzt
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Der schwedische Coach Lars Lagerbäck kann die Aussetzer seiner Angreifer nicht verstehen. Sein Amtskollege aus Paraguay hat das gleiche Problem - und ist daran verzweifelt.
     
    Von Michael Langenwalter, Berlin

    Freddie Ljungberg brachte das Problem der schwedischen Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft auf den Punkt. «Wir erarbeiten uns zwar viele Chancen, schießen aber einfach keine Tore», sagte er. Fast wären die Skandinavier auch bei ihrem zweiten Auftritt in der Gruppe B ohne Erfolgserlebnis geblieben. Doch der Stürmer erlöste seine Landsleute und die zahlreichen Anhänger im mit 72.000 Zuschauern ausverkauften Berliner Olympiastadion in der 89. Minute mit seinem Treffer. Und Schweden gewann 1:0 (0:0) gegen Paraguay.

    Kleinkrieg mit dem Boulevard

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  • Was seinem Trainer Lars Lagerbäck die Gelegenheit verschaffte, nun seinerseits gegen die heimische Boulevardpresse zu schießen. Diese hatte nämlich ziemlich bissig auf die Nullnummer gegen Trinidad reagiert. Ein Blatt hatte eine leere Seite abgedruckt, auf der lediglich ein Vermerk zu lesen war, dass man hier liebend gern ein Foto mit einer Torchance abgedruckt hätte.

    Diese Probleme hatte jene betreffende Redaktion nach dem Spiel gegen Paraguay nicht mehr. Neben dem Treffer hatten die Schweden noch zwei weitere Riesenchancen durch den eingewechselten Marcus Allbäck. Sein Heber über Torwart Aldo Bobadilla wehrte Denis Caniza aber mit einer artistischen Flugeinlage kurz vor der Linie ab (59.). Allbäcks Fallrückzieher (82.) konnte Bobadilla glänzend parieren. Gegen Ljungbergs Kopfball war er dann aber machtlos.

    «Wir haben großartig gespielt und verdient gewonnen», stellte Lagerbäck zufrieden fest. «Alles ist so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten.» Der Coach war - wie seine Spieler auch - sichtlich erleichtert über den glücklichen Sieg. Dabei kam den Schweden zugute, dass der Gegner in der Schlussphase konditionell deutlich abbaute. Die Bälle wurden im Mittelfeld leichtfertig vertändelt und die Skandinavier erhielten somit immer wieder Gelegenheit zu Gegenstößen.

    Alle Möglichkeiten offen

    Nach dem ersten Sieg ist für die Schweden nun alles möglich. Mit einem Punktgewinn im Abschlussspiel gegen England am kommenden Dienstag wären sie sicher im Achtelfinale. Ein Sieg würde gar den Gruppensieg bedeuten. Im Falle einer Niederlage aber droht eventuell noch das vorzeitige Aus. Allerdings müsste dafür Trinidad und Tobago Paraguay mit einem entsprechenden Ergebnis bezwingen.

    Ruiz fertig mit den Nerven

    Für Paraguay endete das «russische Roulette» dagegen tragisch. Nur Sekunden fehlten zum erhofften Remis, das den Südamerikanern in ihrer Gruppe alle Möglichkeiten offen gelassen hätte. Stattdessen sind sie nun vorzeitig ausgeschieden. «Das ist schmerzlich. Aber das ist das Leben», sagte ein sichtlich geknickter Anibal Ruiz nach dem Spiel. Aber man kann nicht immer das erreichen, was man sich vorgenommen hat«, so der Trainer, der mit seinen Nerven am Ende war.

    Auch Stürmer Nelson Valdez war der Meinung, dass sein Team einen Punkt verdient gehabt hätte. Ihn ärgerte besonders, dass der Treffer so kurz vor Schluss gefallen war. »Das tut mehr weh als beim England-Spiel.« Dort waren die Paraguayer gleich in der Anfangsphase in Rückstand geraten.

    Nachhilfe aus Skandinavien

    Auch da war die Mannschaft daran gescheitert, keinen Treffer erzielen zu können (vom Eigentor mal abgesehen). Gegen Schweden reichte es allein zu einem Schuss ans Außennetz. Das ist natürlich viel zu wenig. Trainer Ruiz, der die Pressekonferenz nach wenigen Minuten verließ, hätte seinem Amtskollegen lieber genau zuhören sollen. «Wenn man nicht trifft, hat das in der Regel zwei Gründe», sagte Lagerbäck. «Man erspielt sich nicht genug Chancen oder der Gegner ist zu stark. Genau dieses Problem hat Paraguay gehabt.





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