Yorke trifft alten Kumpel Beckham
16. Jun 2006 09:13
 |  Dwight Yorke (l.) gegen Englands Joe Cole | | Foto: dpa |
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Dwight Yorke aus Trinidad und der Engländer David Beckham haben eine gemeinsame Vergangenheit. Auf Nationalmannschafts-Ebene trennen die beiden Fußball-Freunde aber Welten.
Von Dorothea Jantschke, NürnbergDwight Yorke hatte einen schönen Donnerstagabend. Im Nürnberger WM-Stadion traf der Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft von Trinidad und Tobago auf einen alten Kumpel – den Kapitän der englischen Auswahl, David Beckham. «Das hätten wir uns auch nicht träumen lassen, dass wir zwei uns bei einer Weltmeisterschaft wiedersehen», sagte der fast 36 Jahre alte Yorke später und lachte.
Romantische Beziehung Schon vor dem Spiel der Gruppe B, das England am Ende mit 2:0 gewann, hatte Yorke viel Spaß gehabt. Kurz bevor es auf den Platz ging, feixten der karibische Stürmer und Beckham gemeinsam im Kabinengang. «Wir hatten vier fantastische Jahre zusammen», sagte Beckham über seine gemeinsame Zeit mit Yorke bei Manchester United – es hörte sich beinahe an, wie die Erinnerung an eine romantische Liebesbeziehung. Auf dem Platz war es mit der Liebe, oder zumindest alter Kameradschaft, aber aus und vorbei. «Er ist noch immer ein brandgefährlicher Torjäger», hatte Beckham seine Mannschaftskollegen vor dem Spiel gegen Trinidad und Tobago gewarnt. Doch Yorke, von dem Nationaltrainer Leo Beenhakker sagt: «was Beckham für die Engländer darstellt, ist Yorke für uns», kam nie wirklich gefährlich vors Tor.
«Guter Job»
Die Stärke des Weltmeisterschafts-Debütanten bestand aber sowieso nicht im Angriff, sondern in einer hervorragenden Defensivleistung. Diszipliniert wie schon beim überraschenden 0:0 gegen Schweden ließ die Elf aus Trinidad auch England lange nicht zum Zuge kommen. «Survival», zu deutsch «überleben», nannte Beenhakker das, was seine Mannschaft bot. «Es ist eine tolle Leistung, die Engländer 83 Minuten abzuwehren», fand auch Mittelfeldspieler Chris Birchall. Gegen Schweden hatte die Taktik funktioniert, die Briten fanden schließlich ein Mittel dagegen. «Wir haben hier einen guten Job gemacht», lobte der niederländische Coach dennoch. Nach dem 1:0 der Schweden über Paraguay sind die Chancen auf ein Weiterkommen für Trinidad und Tobago sehr gering – nur bei einem Sieg über Paraguay am 20. Juni in Kaiserslautern, einer gleichzeitigen Niederlage der Schweden gegen England am gleichen Tag in Köln und der passenden Tordifferenz besteht noch die Möglichkeit auf den Einzug ins Achtelfinale. Geleistet haben die Spieler, die in Wales, Schottland, Australien, England und den USA ihr Geld verdienen, aber schon mehr als je erhofft. Bereits die Qualifikation für die Endrunde kam einem Fußball-Wunder gleich. «Viele von uns spielen in kleineren Ligen», sagt Yorke, «doch die Jungs hatten die Chance, gegen so große Spieler wie Frank Lampard, David Beckham und Wayne Rooney anzutreten» Yorkes Kollege Stern John resümierte: «Für Trinidad war es ein historisches Spiel. Wir haben bewiesen, dass wir hier her gehören.»
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