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Paraguayer schon im WM-Quartier

30. Mai 2006 12:57
Paraguays Cristian Riveros
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Die Anreise des WM-Teams von Paraguay nach Oberhaching war erst für Freitag geplant. Doch dann ging alles ganz schnell.

Seit Wochen war in der Sportschule Oberhaching alles für die WM-Gäste geplant, doch am Ende siegte südamerikanische Spontaneität über deutsche Gründlichkeit. «Wir sind auch überrascht. Die haben sich wohl mal die Landkarte angeschaut», sagte Leiter Hermann Brunner über die um drei Tage verfrühte Ankunft des paraguayanischen Nationalteams von Trainer Aníbal Ruíz. Am Montagabend hatte Brunner die unerwartete Nachricht erreicht, doch auch die plötzliche Anreise war kein größeres Problem: «Wir werden das schaffen, wir sind auf alles vorbereitet.»

Schnelle Entscheidung

Vor eineinhalb Wochen waren die Südamerikaner, die bei ihrem siebten Endrunden-Auftritt endlich einmal über das Achtelfinale hinauskommen wollen, in Europa eingetroffen und hatten zunächst Quartier im österreichischen Flachau bezogen. Vom Wellness-Hotel Lacknerhof aus ging es zu Testspielen nach Norwegen und Dänemark, doch die Fahrt zum Testspiel am Mittwoch gegen Georgien im Stunden entfernten Dornbirn in Vorarlberg erschien den Südamerikanern plötzlich als zu beschwerlich. «Das ist eine unmögliche Strecke», sah auch die Flachauer Hotel-Chefin Christine Pitschi ein.

«Wir haben am Abend noch Abschied gefeiert. Aber nur bei Saft und Wasser», betonte Pitschi. «Die Spieler durften ausnahmsweise eine halbe Stunde länger bis 22.30 Uhr aufbleiben.» Doch am Dienstag war der Aufenthalt im nass-kalten Salzburger Land für das Team um die Bundesliga-Profis Roque Santa Cruz, Nelson Valdez und Julio dos Santos beendet. «Es hat ihnen sehr gut gefallen. Sie gehen mit einem weinenden Auge.»

Betrieb läuft normal weiter

In ihrer WM-Unterkunft vor den Toren Münchens erwarten die Südamerikaner nun nicht nur kürzere Wege, sondern auch breitere Schlafplätze. «Die Betten sind von 90 auf 120 Zentimeter verbreitert worden, das war der einzige Wunsch der Paraguayer», erklärt Brunner. Ansonsten soll in der Sportschule alles seinen gewohnten Gang gehen: «Unser Betrieb läuft ganz normal weiter», sagt Leiter Brunner. Die WM-Fußballer und deren Delegation teilen sich die Sportschule etwa mit Tennis-Übungsleitern.

«Wir haben kein Problem mit der Sprache», meint Brunner. So ist etwa ein Koch der Sportschule des Spanischen mächtig und soll sich mit dem mitreisenden Küchenchef der Paraguayer abstimmen. «Er macht Vorgaben, doch Kochen tun unsere Leute.» Alles ist bereitet, auch ausreichend Säfte und das Nationalgetränk Mate-Tee stehen zur Verfügung. «Es ist alles im Hause.» Und wer dann doch mal das Nationalgetränk der Gastgeber kennen lernen will, ist in der Bayernstube gut aufgehoben: «Möglicherweise trinkt ein Offizieller auch einmal heimlich ein Weißbier unterm Tisch.» (nz)

 
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