Ecuador trotz «Deutsch-Stunde» optimistisch
21. Jun 2006 19:13
 |  Ecuadors Trainer Luis Suarez | | Foto: dpa |
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Im letzten Vorrundenspiel hat sich die Auswahl Ecuadors mit der Mannschaftsaufstellung selbst das Leben schwer gemacht. Vor dem Achtelfinale gegen England herrscht trotz der «Deutsch-Stunde» Zuversicht.
Von Elmar DreherEcuadors Zuversicht und Selbstvertrauen vor dem WM-Achtelfinale gegen England sind trotz der ernüchternden Deutsch-Stunde ungebrochen. «Wir wollen den Giganten stürzen», kündigte Verteidiger Ulises de la Cruz nach der 0:3-Klatsche gegen den Gastgeber keinesfalls geknickt den nächsten Versuch der Südamerikaner an, am Sonntag in Stuttgart erstmals bei einer Fußball-Weltmeisterschaft einem der ganz Großen ein Bein zu stellen. «Wir wollen weiter Geschichte schreiben.»
Mildes Urteil
Luis Suárez, «el profe» (der Lehrer), sprach von einer «Lehrstunde» sowie «Anschauungsunterricht», bewertete die mangelhafte Gruppen-Abschlussarbeit seiner Schüler aber relativ milde. Nach der Rückkehr ins WM-Quartier Bad-Kissingen stellte sich der «Tri»-Trainer am Mittwoch selbst ein schlechtes Zeugnis aus. «Ich hätte neun statt nur fünf Stammspieler schonen sollen. Dann wäre die komplette Mannschaft gegen England ausgeruht», beschrieb Suárez seinen ersten Schnitzer. Sein «zweiter Fehler» sei die Ankündigung gewesen, gegen Deutschland gewinnen zu wollen. «Das hat zu hohe Erwartungshaltungen in Ecuador ausgelöst und ich habe uns damit unnötig das Messer an die Kehle gesetzt.»
Schlechte Maßnahme Schließlich hatte Suárez mit seinem Radikalumbau - fünf Stammspieler saßen auf der Ersatzbank - bewusst für ungleiche Bedingungen gegen die in Bestbesetzung antretenden Deutschen gesorgt. «Nein, nein, ich habe mit dieser Maßnahme nicht an den nächsten Gegner gedacht», hatte der «Tri»-Trainer in Berlin noch treuherzig versichert und dabei breit gegrinst. Möglicherweise war ihm Sepp Herberger mit seinem später als taktischen Geniestreich gefeierten Coup, in der WM-Vorrunde 1954 gegen die als unschlagbar geltenden Ungarn mit einer Reservetruppe eine 3:8-Schlappe in Kauf zu nehmen, ein leuchtendes Vorbild. Im Finale drehte Deutschland bekanntlich den Spieß um.Der wie die Schlüsselspieler Agustin Delgado, Carlos Tenorio, Segundo Castillo und Neicer Reasco geschonte Kapitän Ivan Hurtado meinte jedenfalls: «Der Trainer wird schon an die nächste Partie gedacht haben, und was man da tun kann, um am besten weiter zu kommen. Viele von uns hatten ja eine Gelbe Karte oder waren etwas angeschlagen.» Der eingesetzte, aber weit unter Form agierende de la Cruz entschuldigte die schwache Vorstellung mit den vielen Wechseln: «So konnten wir doch gar nicht unsere wahren Fähigkeiten zeigen. Von daher hält sich die Enttäuschung in Grenzen.» (dpa)
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