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  • Deutschland, Polen, Ecuador, Costa Rica

  • Polen vermeiden totale Blamage
    20. Jun 2006 17:52, ergänzt 21:07

    Maciej Zurawski (l.), Luis Marin
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Die polnische Nationalelf hat im dritten Anlauf ihren ersten Sieg erzielt. Für Costa Rica endete die WM mit einer riesigen Enttäuschung.
     
    Bartosz Bosacki hat die polnische Nationalmannschaft vor einer weiteren Blamage bewahrt. Durch die beiden Tore des Verteidigers gewann Polen das bedeutungslos gewordene letzte Gruppenspiel gegen Costa Rica mit 2:1 (1:1) und feierte im dritten Anlauf den ersten Sieg bei der Fußball- Weltmeisterschaft. Trotz des knappen Erfolges zeigte die mit hohen Erwartungen in das Turnier gestartete Elf aber erneut eine insgesamt enttäuschende Leistung. Nach der Führung der «Ticos» durch Ronald Gómez (24. Minute) brachte der nachnominierte Bosacki mit zwei Treffern nach Eckstößen (32., 66.) vor 43.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion in Hannover die Wende in einer mäßigen Partie. In Erinnerung bleiben dürfte das Spiel vor allem durch die Anzahl an insgesamt zehn Gelben Karten.

    Kritische Situation für Janas

    Nach diesem Auftritt dürfte auch die Kritik an Polens umstrittenem Coach Pawel Janas nicht verstummen. Seit Tagen wird in der Heimat öffentlich die Entlassung des Trainers gefordert. Dabei hatte der 53-Jährige in der «Petersilien-Partie», wie in Polen ein Spiel um die «Goldene Ananas» genannt wird, eine deutlich offensivere Ausrichtung als in den beiden vorangegangenen Gruppenspielen gegen Ecuador (0:2) und Deutschland (0:1) gewählt. Erstmals bot Janas in Ireneusz Jelen und Maciej Zurawski zwei Stürmer auf und verzichtete auf einen zusätzlichen defensiven Mittelfeldmann.

    Doch zunächst erwies sich diese Umstellung als fatal. In der ersten halben Stunde präsentierte sich die polnische Hintermannschaft völlig ungeordnet und leistete sich katastrophale Fehler im Abspiel und in der Ballannahme. Auch der erste Treffer entsprang einer Aneinanderreihung von Aussetzern. Beim direkt verwandelten Freistoß von Gómez rauschte der Ball erst durch die Mauer und schließlich dem nach der Nicht-Nominierung von Liverpools Keeper Jerzy Dudek ebenfalls nicht unumstrittenen Torhüter Artur Boruc durch die Beine.

    Bosacki trifft doppelt

    Die rund 35.000 polnischen Fans im Stadion pfiffen die Spieler gnadenlos aus. Erst nach rund 30 Minuten fanden die Polen besser ins Spiel und trugen ihre Angriffe etwas strukturierter vor. Nach einem Eckball fiel dann auch der Ausgleich durch das erste Länderspieltor von Bosacki. Allerdings ging dem Treffer ein Foul des Dortmunder Bundesliga-Profis Ebi Smolarek an Keeper José Porras voraus.

    Auch nach dem Wechsel zeigten beide Teams nicht gerade erfrischenden Sommerfußball. Doch den Polen merkte man jetzt an, dass sie sich erhobenen Hauptes von ihren zahlreichen Fans verabschieden wollten, die sich jetzt für Feierstimmung statt Pfiffen entschieden hatten. So gelang «Nachrücker» Bosacki erneut nach einem Eckstoß per Kopf sein zweiter Treffer im Turnier. (nz)




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