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  • Erste Ausschreitungen deutscher Hooligans
    14. Jun 2006 18:02, ergänzt 23:12

    Ein deutscher Fan wird von zwei Polizisten abgeführt.
    Bild vergrößern
    Foto: dpa
    Bereits vor dem Anpfiff des WM-Gruppenspiels Deutschland - Polen gab es zahlreiche Festnahmen in Dortmund. Einige Hooligans hatten die Polizei mit Flaschen angegriffen.
     
    Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ist es am Mittwoch in Dortmund vor dem Spiel Deutschland gegen Polen zu ersten Ausschreitungen deutscher Hooligans gekommen. Kurz vor dem Anpfiff hatte die Polizei etwa 120 als gewalttätig bekannte Hooligans eingekesselt. Als sie abtransportiert werden sollten, warfen sie Flaschen und Stühle und sprengten den Kessel. Einige Dutzend von ihnen entkamen und wurden von Spezialeinsatzkräften verfolgt. Mehrere Menschen erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei sprach von Platzwunden. Noch vor dem Anpfiff hatte die Polizei die Lage nach eigener Aussage wieder unter Kontrolle.

    «Katz- und Mausspiel»

    Im Verlauf der zweiten Halbzeit gab es nach Polizeiangaben jedoch noch vereinzelt Auseinandersetzungen in der Stadt - immer dann, wenn sich Hooligans einer Festsetzung verweigerten. Ein Polizeisprecher sprach von einem «Katz- und Mausspiel». Insgesamt wurden rund 300 Fans festgesetzt.

    Zuvor hatte die Polizei im Lauf des Tages 60 polnische Fans vorsorglich festgesetzt und verweigerte einem Briten und einem Polen am Flughafen die Einreise. Die polnischen Fans seien in Gewahrsam genommen worden, um Gefahren abzuwehren, teilte die Polizei mit. Sie hatten Waffen dabei oder standen im Verdacht, der Hooligan-Szene anzugehören. Aus der Dortmunder Innenstadt wurden Fans mit einem Bus in eine Gefangenensammelstelle gebracht. Am Flughafen wurden der Brite und der Pole, die aus London ankamen, sofort zurückgeschickt. Ihre Namen standen auf der Liste gewaltbereiter Hooligans.

    Insgesamt waren nach Schätzungen mehrere zehntausend Polen nach Dortmund gereist, um das Spiel im Stadion oder auf Public-Viewing- Plätzen zu verfolgen. Schon am Mittag zogen friedliche Fans beider Lager mit Schlachtrufen durch die Stadt. Trotz der lockeren Stimmung war die Polizeipräsenz am Stadion und in der Innenstadt unübersehbar. «Das ist viel mehr als bei anderen Spielen», sagte ein WM-Freiwilliger. (nz)




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