netzeitung.deKrach in Ecuadors Team spitzt sich zu

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Ecuadors Trainer Luis Fernando Suarez (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ecuadors Trainer Luis Fernando Suarez
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im WM-Lager von Ecuador ist der Streit über Prämien immer noch nicht beigelegt. Einer der Wortführer sitzt nun wegen angeblicher Kniebeschwerden auf der Bank - der sieht das freilich ganz anders.

Eine Woche vor Ecuadors WM-Auftakt gegen Polen liegen sich Trainer Luis Suárez und Augustin Delgado in den Haaren. Hintergrund des handfesten Krachs scheinen die Forderungen des Stürmerstars nach höheren Spielerprämien bei der Fußball-Weltmeisterschaft zu sein. Die Verantwortlichen versuchen das Reizthema unter den Teppich zu kehren. Doch Tatsache ist: Delgado hat keines der jüngsten Testspiele zur Fußball-Weltmeisterschaft bestritten.

Delgado soll Knieprobleme haben
Suárez versicherte: «Delgado hat Probleme mit dem Knie. Er kann nicht trainieren und befindet sich in der Rehabilitation. Wir werden am Freitag sehen, ob er fit ist.» Delgado, einer der Wortführer der Spieler im Streit ums Geld, erklärte indes gegenüber einem kolumbianischen Fernsehsender: «Ich bin fit.» Möglicherweise soll der Rebell durch die Verbannung auf die Bank zum Einlenken gezwungen werden und es geht weniger um Medizin, sondern mehr um Moneten.

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verbandsfunktionären des dritten deutschen Gruppengegners und den Profis wegen der Honorierung dauern seit Wochen. Den Spielern sind die 30.000 Dollar pro Gruppensieg zu wenig, zumal diese Summe schon 2002 bei der ersten WM-Teilnahme der Südamerikaner bezahlt wurden. Ob in den verbleibenden Tagen bis zur ersten Partie am 9. Juni gegen Polen in Gelsenkirchen eine für alle akzeptable Lösung gefunden wird, steht in den Sternen.

Auf jeden Fall ist dieser Konflikt alles andere als hilfreich im Vorbereitungs-Endspurt, auch wenn er nicht die Ursache für die teilweise dürftigen Vorstellungen der «Tri» in den Tests sein dürfte. Beim mageren 4:3 (1:2)-Erfolg gegen die nur aus Dritt- und Viertligaspielern zusammengesetzte deutsche Studenten-Nationalmannschaft vereitelte nur ein nicht zum WM-Kader gehörender Teenager eine Blamage. Der 17 Jahre alte Felipe Caicedo sorgte mit seinen beiden späten Treffern am Donnerstagabend in Bad Kissingen noch für den schmeichelhaften Sieg.

WM ohne Stürmer-Talent
Die Forderung ecuadorianischer Medien, das Stürmer-Talent für die WM nachzunominieren, lehnte Suárez kategorisch ab: «Caicedo konnte ohne Druck aufspielen. Seine Zeit kommt in ein paar Jahren. Ich vertraue meinem Team, das sich für diese WM qualifiziert hat und sich beweisen muss.» Eine Stammplatzgarantie stellte der 46 Jahre alte gebürtige Kolumbianer auch Torhüter Cristian Mora aus, der bei zwei Gegentreffern eher wie ein Fliegenfänger wirkte. Nur bei Querkopf Delgado machte Suárez ein Fragezeichen. «Der Rest des Teams steht», versicherte er.

Suárez räumte aber ein, dass ihm und seinen Schützlingen noch eine Menge Arbeit bevorstehe: «Wir müssen uns erheblich steigern.» Kein Mannschaftsteil präsentierte sich gegen die Hochschüler WM-tauglich. «Bei der WM werden die kleinsten Fehler bestraft», meinte der Coach und kündigte umfassende Korrekturen an. Die nach eigenem Eingeständnis «nicht berauschende Leistung» hat Suárez' Optimismus aber nicht geschmälert: «Ich bin mir absolut sicher, dass wir ins Achtelfinale einziehen.» (nz)